Schee war’s!

Sommer-Tollwood: Vier Wochen Gaudi gehen zu Ende

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Servus, Sommer-Tollwood, bis zum nächsten Jahr!

München - Aus is und gar is! Gestern ist das Sommer-Tollwood 2014 zu Ende gegangen. Laue Nächte, bunte Zelte, exotische Düfte – das waren vier Wochen Gaudi.

Aber halt: War da nicht noch was? Doch, logisch: Musik! Täglich gab’s Konzerte – zum Beispiel Birdy am Freitag und Zaz am Samstag. Hier die Kritiken zum Finale:

Nestflüchterin Birdy

Solche Höhenflüge gibt’s nur im Internet. Vor drei Jahren, mit gerade mal 15, stellte die Engländerin Jasmine van den Bogaerde, die alle nur Birdy nennen, die Cover-Hymne People Help The People auf YouTube und schaffte 140 Millionen Klicks. Im richtigen Leben, beim Konzert im vollen Tollwood-Zelt, fliegt sie nicht ganz so hoch. Natürlich ist da ein talentiertes Mädchen zu erleben – das aber auch beweist, dass es vom virtuellen Sternchen zum echten Star ein weiter Weg ist.

Im weißen Kleid mit Fledermausärmeln setzt sich Birdy zum Auftakt an ihr Klavier, verkriecht sich beinahe hinter dem Instrument, das ihr Schutz gibt – und singt mit Shelter die passende Ballade.

Es dauert acht, neun Songs, bis sie sich an die Gitarre wagt, rüber zu ihrer Band. Danach wieder, huschhusch, zurück ans Klavier, an dem sie mit ihren Covers Skinny Love und People Help The People erwartungsgemäß abräumt. Songs wunderbar nachsingen, die Casting-Kunst unserer Tage: Das kann sie. Dass es zu mehr reicht, muss die allzu früh aus ihrem Nest geflüchtete Birdy noch beweisen.

Jörg Heinrich

Tollwood-Leserkritiker

Gerhard Hertel (auf dem Foto mit Begleitung Anna Kopytko) war als Leserkritiker für die tz und den Hacker-Pschorr Tollwood-Blog beim Birdy-Konzert – und seine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Er sagt: „Sicher war das nicht schlecht, aber mir hat die Abwechslung gefehlt. Die Stücke klangen alle sehr ähnlich. Das erinnert alles ein bissl an Sinéad O’Connors Nothing ­Compares 2 U. Trotzdem: Vielen Leuten hat’s gefallen – das muss man ­anerkennen.“

Gewitter aus Frankreich

Wirbelwind, Edith Piaf oder ein bunter Gummiball: Zaz (34) ist in den vergangenen Jahren ja schon mit vielem verglichen worden. Dass sie aber doch irgendwie einzigartig ist, hat sich beim Auftritt der quirligen Französin am Samstag gezeigt. Mit voller Kraft schlägt sie auf eine Pauke, schmettert On ira. Kraftvoll soll es auch die kommenden eineinhalb Stunden bleiben. Si, Comme çi, comme ça, Les Passants – mit Sehnsucht und so viel Power singt, rockt, hüpft, hoppelt und tanzt sich Zaz durch die Hits ihrer drei Alben. Natürlich darf auch Je veux nicht fehlen. Energiegeladen wie das Gewitter, das draußen grad aufzieht.

Andrea Steiler

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