Dinos des Jahres

Status Quo & Uriah Heep auf Tollwood: Bock auf Rock

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Francis Rossi von Status Quo.

München - Status quo und Uriah Heep sind zwar vom alten Eisen, beweisen aber auf dem Tollwood, dass sie es immer noch drauf haben. Die Konzertkritik.

Jurassic World auf dem Tollwood! Die Dinos brachen durchs Unterholz am Oberwiesenfeld – und bewiesen im vollen Musikzelt, dass sie viel zu jung zum Aussterben sind. Uriah Heep und Status Quo sorgten für eine begeisternde Altherren-Sause voller handgemachter Musik und mit viel englischem Humor. Boogie-Großmeister Francis Rossi von Status Quo: „Der nächste Song ist von einem älteren Album. Um ehrlich zu sein, sind alle unsere Songs von einem älteren Album.“ Motto: Whatever you want, whatever you like – wir spielen es!

Den Anfang machten Uriah Heep, die optisch so wirken, als hätte sie nur eine skurrile Laune des Schicksals ins 21. Jahrhundert gespült. Mit weißem Langhaar erinnern Ober-Heep Mick Box und Sänger Bernie Shaw an eine Rockversion von Harry Potters Lehrmeister Albus Dumbledore. Doch falls die anwesenden Quo-Fans Angst vor kompliziertem Progrock-Geschwurbel hatten, lagen sie falsch. Die Engländer hatten mächtig Bock auf Rock.

Oben: Uriah-Sänger Bernie Shaw

Der Opener Speed Of Sound passt perfekt ins Klassikrock-Radio, neben Foreigner, Journey oder Bon Jovi. Herrlich, wenn in Rocksongs noch georgelt wird! Und was für eine Vollgas-Version von Easy Livin’! So viel Dampf muss eine junge Hipsterband erst mal hinbekommen. Nur die Lady In Black klang etwas angegraut. Trotzdem sang das ganze Zelt: „Aahahaaa …“

Nach der Pause wusste man auch mit geschlossenen Augen schon beim ersten Akkord: Aahahaaa, Status Quo! Erster Song, erster Kracher: Caroline. Danach: Quo im Megamix. Yes Sir, we can Boogie! Drei Akkorde für ein Halleluja. Paperplane, Roll Over Lay Down, Again And Again. Da gähnt keiner. Rossi kokettiert mit Atemnot in der Nacht, doch die Spaßkombo tönt frisch wie eh und je. Köstlich, wie Parfitt vor What­ever You Want ein paar Augenblicke abwartet, mit dem Publikum flirtet, bevor er losholzt. Der aktuelle Status quo von Status Quo: Dino des Jahres!

Jörg Heinrich

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