Stände, an denen man nicht vorbeigehen kann

Besucher verraten: Das ist mein Tipp für das Tollwood

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Am Stand der Firma „Berliner Töchter“ kann Barbara Pellikan nicht vorbeigehen.

München - Aus dem alternativen Festival ist über die Jahre ein Massenmagnet geworden: Fast eine Million Besucher lockt das Sommer-Tollwood mittlerweile jedes Jahr an. Wir wollten wissen: Was ist ihr Tollwood-Tipp?

Bis zum 27. Juli haben die Zelte und Stände mit Kuriosem und Köstlichkeiten im Südteil des Olympiaparks heuer geöffnet.

Zentrale Kampagne des Öko-Festivals: die Unterschriftenaktion „Artgerecht“ gegen industrielle Intensivtierhaltung. Rund 70 000 Menschen haben die Forderung bisher unterstützt – auf dem Tollwood liegen wieder Unterschriftenlisten aus. Die Installation „Wir das Tier“ – ein von elf Bildpaaren gesäumter Weg – flankiert die Aktion. Hier soll das ambivalente Verhältnis Mensch-Tier aufgezeigt werden.

Bekannt ist das Tollwood für die vielen nationalen und internationalen Künstler, die auf den Musik-Bühnen auftreten. Die 18 Jahre junge Birdy, die mit „People help the People“ einen Hit landete, singt am 25. Juli in der Musik-Arena. Für den Auftritt der Engländerin gibt es noch Restkarten. Ebenso für die Konzerte von Sergio Mendes (13.7.), Milow (18.7.), BAP (22.7.) und Chris de Burgh (23.7.). Ausverkauft hingegen sind die Konzerte von Max Herre, Zaz und Jamie Cullum. Viele Besucher kommen natürlich auch für einen Bummel über den „Markt der Ideen“ und einen Snack an den Gastro-Ständen. Wir haben ein paar Besucher nach ihren Tipps gefragt.

Die Tollwood-Tipps von Besuchern

Barbara Pelikan: Am Stand der Firma „Berliner Töchter“ kann Barbara Pellikan nicht vorbeigehen. Meistens kauft sie einen der kleinen Magnete, die es für wenige Euro gibt. Die bekommen die Enkel als Mitbringsel. Der Spruch „Her mit dem schönen Leben“ auf eine Backsteinmauer gesprüht oder ein bunt bemalter VW-Bus – die Motive gefallen der 57-Jährigen. „Die sind aus dem Leben gegriffen“, findet sie. Zudem sei Verkäufer Martin so ein „netter Typ“, da schaue man gerne vorbei. Die Aufnahmen aus Berlin und München gibt es auch auf Brotzeitbrettl und Leinwände gedruckt. Bei Barbara Pellikan bleibt es bei den Magneten. „Für die Bilder ist leider kein Platz mehr in der Wohnung.“

Grundschülerin Nicola: Grundschülerin Nicola hat erst einmal an ihrem Schoko-Döner – eine Biskuit-Tasche gefüllt mit Schoko-Raspeln und Sahne obendrauf – zu knabbern. Aber sie weiß auch schon, was die Mama ihr als nächstes kaufen soll, nämlich eine Kokosnussmilch. „Darauf freue ich mich jedes Mal, wenn wir aufs Tollwood gehen“, sagt die Viertklässlerin. Aber nicht nur die Essens-Stände haben es der Zehnjährigen angetan: Nicola wünscht sich noch einen Schal. Sollte kein Problem sein bei der Auswahl.

Anja Bäker und Markus Kleine: Baby Hannah-Charlotte schläft friedlich im Kinderwagen, während sich ihre Eltern Anja Bäker (39) und Markus Kleine (31) an einem Stand den Abguss ihrer Hände anfertigen lassen. „Den stellen wir in die Schrankwand im Wohnzimmer“, erzählt Anja Bäker. „Das soll man schon sehen können.“ Zuerst müssen die Berlinerin und der Leipziger dazu ihre Hände in eisig kaltes Wasser eintauchen, danach mehrere Male in 45 Grad heißes Wachs. Nach 60 Minuten ist dann der Gipsabguss fertig. Ein Zeichen der Liebe für 35 Euro.

Vera Tsoptsits: Der „Serissa foetida“, auch bekannt als „Junischnee“ oder „Baum der tausend Sterne“ hat es der 58-jährigen Vera Tsoptsits aus Estland angetan. Die Betreuerin, die zum ersten Mal das Tollwood besucht, war auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für eine gute Freundin und ist am Bonsai-Stand von Jochen Jakobs fündig geworden. Das südchinesische Gehölz blüht das ganze Jahr über. An den sternförmig weißen Blüten kann sich die Freundin also jeden Tag aufs Neue erfreuen.

Philip Lauer: Endlich Feierabend! IT-Spezialist Philip Lauer genießt am Freitagnachmittag ein kühles Bierchen in der Sonne. Von seinem Arbeitsplatz aus sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Tollwood-Gelände. „Ich ruhe mich jetzt ein bisschen aus und beobachte die Menschen“, sagt der 20-Jährige. Er mag das bunt gemischte Publikum und die entspannte Atmosphäre. Auch im Winter will er das Festival wieder besuchen, das in der kalten Jahreszeit auf der Theresienwiese stattfindet. Statt Bier gibt es dann allerdings Glühwein.

Zusammengefasst von Janina Ventker.

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