„Tollwood“ erregt den Unmut der CSU

Politik an der Säule: Die CSU nimmt Anstoß an Plakaten des „Winter-Tollwood“. fkn

München - Das „Winter-Tollwood“ auf der Theresienwiese beginnt, und schon gibt es - nicht ganz unerwartet - Knatsch. Es geht um Plakate, auf denen das Festival Stellung gegen Atomkraftwerke bezieht.

Das Tollwood zeigt klar seine Haltung bezüglich einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. „Kein Ausstieg vom Ausstieg - Tollwood sagt Nein zur Atomkraft“ steht auf Postern, die an Litfaßsäulen plakatiert waren. Die Rathaus-CSU nimmt Anstoß an der Botschaft, besonders aber daran, dass sie auf städtischen Säulen transportiert wird.

In einer Stadtratsanfrage wollen die CSU-Oberen Josef Schmid und Hans Podiuk wissen: „Wer hat die Genehmigung zum Plakatieren dieses eindeutig politischen Plakates erteilt?“ Kultursäulen seien ausdrücklich für Ausstellungen, Konzerte und ähnliches bestimmt. Wer trage bei der Stadt die Verantwortung, wer prüfe Plakate auf deren Inhalt „und verhindert somit, dass unter dem Deckmantel einer Kulturveranstaltung politische Parolen platziert werden“?

Im Wirtschaftsreferat will man dazu noch nichts sagen - beim Tollwood allerdings schon. „Es gibt wohl zwei Sorten von Lißfaßsäulen“, so Sprecherin Christiane Stenzel. „Allgemeinstellen und Kultursäulen. Wir haben nur Allgemeinstellen gebucht, und das auch nur bis 22. November.“ Stenzel betont: „Wir sind als Tollwood keiner politischen Partei zugehörig.“ Trotzdem nehme man sich das Recht heraus, politisch zu sein. Auf die Frage der CSU „Sind Befürworter der Verlängerungen der Laufzeit von Atomkraftwerken auf dem Winter-Tollwood nicht mehr willkommen?“ antwortet sie: „Bei uns ist jeder willkommen.“

Johannes Löhr

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