Viel Zirkus und die Halbschwester von Obama

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Akrobatik auf dem Tollwood: Der „National Circus of Vietnam“ interpretiert das Dorfleben in der Heimat.

München - Artisten, Diskussionen und die leibhaftige Schwester von US-Präsident Obama: Das Tollwood-Winterfestival bietet mehr als den Charme eines alternativen Weihnachtsmarktes.

Das Winterfestival startet am Dienstag, 27. November. Zum Abschluss werden traditionell Silvesterparty und Silverstergala gefeiert. Der politische Schwerpunkt liegt diesmal beim Thema Energiewende.

220 Kunsthandwerker und 50 Bio-Gastronomen bieten heuer ihre Waren an. Drinnen, in den warmen Veranstaltungs- Zelten, wird es wieder artistisch: Das Motto im „Chapiteau- Zelt“ lautet „4 Zirkusse + 4 Kulturen“. Die Künstler des „National Circus of Vietnam“ erzählen mit dem Stück „Lang Toi – Mon Village“ vom Alltag in einem vietnamesischen Dorf (27. bis 29. November). Die Artisten des „Circolombia“, allesamt ehemalige kolumbianische Straßenkinder, erinnern sich in „Urban“ an diese Zeit (1. bis 11. Dezember). Dem Leben in den labyrinthartigen Gassen marokkanischer Städte widmet sich die Artistengruppe „Zimmermann & Perrot“ in „Chouf Ochouf“ („Schau, aber schau genau“) vom 13. bis 15. Dezember. Für das Stück „Slapstick Sonata“ haben sich die finnische Künstlergruppe „Circo Aero“ und die Tschechen von „Cirk La Putyka“ zusammengeschlossen und vermischem Mozart mit Akrobatik und Comedy (17. bis 22. Dezember).

Diskussionsrunde mit Dr. Auma Obama

Im „Weltsalon“ gibt es wieder Podiumsdiskussionen und Ausstellungen. Die fünf Schwerpunkte in diesem Jahr: „Die Möglichmacher – Menschen, die die Welt verändern“, „Wen essen wir morgen?“ widmet sich der Lebensmittelversorgung und dem Welthunger, bei „Der Weg zum Wir“ begeben sich die Initiatoren auf die Suche nach dem europäischen Gemeinschaftsgefühl, „Tatort Klima“ orientiert sich am diesjährigen politischen Schwerpunkt und die Vortragsreihe „Planet Erde – Wunder des Lebens“ zeigt Aufnahmen bekannter Naturfilmer- und fotografen. An den verschiedenen Podiumsdiskussionen werden unter anderem der Initiator der „Leipziger Friedensgebete, Pfarrer Christian Führer, die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann und die Halbschwester von US-Präsident Barack Obama, Auma Obama, teilnehmen. Die kenianische Entwicklungshelferin diskutiert am 29. November über soziales Engagement. Bei „Dr. Auma Obama im Gespräch mit...“ übernimmt sie am 1. Dezember die Rolle der Talkmasterin und moderiert eine Diskussion über Nachhaltigkeit.

In der Kategorie „Performances und Walk-Acts“ gibt es unter anderem ein Wiedersehen mit der fünf Meter hohen Puppe „Dundu“, die ihre Premiere auf dem Sommertollwood 2011 feierte (5. bis 9. Dezember), die Perchten vertreiben traditionell die Wintergeister (8. Dezember) und das britische Performance-Duo „Hodman und Sally“ mischt sich als süße Trolle mit losem Mundwerk unter die Festivalbesucher, um mehr über dieses ominösen „Weihnachten“ zu erfahren, von dem die Menschen immer reden. Außerdem im Tollwood-Programm: Kabarett, ein Festivalclub mit Live-Musik von Jazz bis Salsa und verschiedene Kinderprogramme. Das neue Jahr kann man bei der Silvestergala oder der Silvesterparty begrüßen.

Wie die Umstellung auf erneuerbare Energien aussieht und wie sie gelingen kann, erklären die Tollwood-Veranstalter in Zusammenarbeit mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace im „E-Werk“, einem futuristisch anmutenden Kuppelzelt, das heuer seine Premiere feiert. Hier werden die Besucher dank einer 180-Grad-Projektion auf die Innenwand des Zeltes zu „Zeitzeugen der Brandherde bei der Energiegewinnung“, so die Veranstalter. Im „E-Werk“ werden unter anderem Bilder und Filme von den Ölsümpfen des Nigerdeltas, des Atomkraftwerks Fukushima nach der Katastrophe und der Erdwunden nach dem Braunkohleabbau gezeigt. Obendrein widmen sich verschiedene Installationen auf dem Festivalglände der Thematik.

Das Tollwood Festival hat ab Dienstag, 27. November, montags bis freitags von 14 bis 1 Uhr und Samstag/ Sonntag von 11 bis 1 Uhr geöffnet. 

BENJAMIN KRISCHKE

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