Konzertkritik

The BossHoss: Das knallt mordsmäßig rein

München - Sieben Berliner Cowboys erobern die Südstaaten! Yippie Yeah! Einen Abend lang stand die Ponderosa-Ranch im Olympiapark, denn The BossHoss waren mit ihrem Marlboro-Country-Rock vorbeigaloppiert, um die Oberwiesenfelder Steppe zu beleben.

Hat gut funktioniert. Bayerns Cowboys und Cowgirls sorgten für ein ausverkauftes Musik-Tipi, The BossHoss für angemessen erdigen und staubigen Sound, der gekonnt darüber hinwegtäuschte, dass die Saloon-Musik von der Spree inhaltlich doch arg schlicht ausfällt. Die Ober-Bosse Sascha „Hoss Power“ Vollmer und Alec „Boss Burns“ Völkel bringen Lässigkeit auf die Bühne. Ihr süffiger Sound knallt mordsmäßig rein, als eine Art Akustik-Augustiner. Drei Mariachi-Mexicanos sorgen für Tijuana-Feeling, Völkel spielt mit der Zunge Theremin, und Vollmer brabbelt seine Ansagen konsequent im Mississippi-Slang. Steile Show, eindeutig Best Western. Großes Manko aber: Als Songschreiber ist Boss Vollmer nur Azubi. Griffige Hits und brillante Stücke wollen ihm nicht einfallen, kaum ein Song bleibt hängen. Das machen die Fishbones, die genialen Countryrock-Fexe aus Tölz, um Klassen besser. Fazit an der Saloon-Bar: Verpackung Augustiner, Inhalt Oettinger.

Jörg Heinrich

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