Die Highlights auf der Theresienwiese

Tollwood beginnt heute! Was heuer alles los ist

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Am 25. November startet das Winter-Tollwood auf der Theresienwiese.

München - Auf der Theresienwiese öffnet diesen Dienstag das Winter-Tollwood seine Tore. Neben Varieté-Shows, Performances und Partys hat heuer ein Hamburger Künstler einen Metzgerladen für Kuscheltiere aufgestellt.

Blick in die „Metzgerei“, wie sie auf dem Tollwood stehen wird.

Tollwood ist gewohnt tollwütig, was gedankenlosen Konsum angeht – und stellt dieses Jahr zum Winterfestival das Arme Schwein ins Zentrum – auch als Skulptur des ungarischen Künstlers Gabor Miklos Szoke, der eine fünf Meter hohe und zehn Meter lange Schweine-Figur aus Holz in der Nähe des Eingangs auf der Theresienwiese platziert. Sollte Sie die Installation weniger schocken als Ihren Appetit anregen: Natürlich gibt’s auch dieses Jahr Kulinarik satt aus u. a. Thailand, Marokko, China, Frankreich, Spanien, Österreich und Äthiopien oder Italien. Und jetzt zur Kunst:

Varieté: Limbo

Die australische Show Limbo feiert auf Tollwood seine Deutschland-Premiere. Neun Artisten, Musiker und Tänzer bieten Illusion und Artistik, Comedy, Tanz und mehr. Mit dabei: die resche Feuerschluckerin Heather Holliday, die Sie auf dem Foto rechts oben bei der Arbeit bewundern können. Vom 25.11. bis 31.12., Spiegelzelt, mit Menü 74,95 Euro, die nackte Kunst 38,95 Euro.

Theaterzelt: Drei Stücke

Vom 26.11. bis 2.12. gastiert Leo, der mit Artistik und Videokunst der Schwerkraft trotzt (Deutschland/ Kanada).

Vom 4.12. bis 11.12. gibt’s Jonglage mit Gandini Juggling aus Großbritannien – inklusive peppiger Musik.

Vom 13. bis 20.12. dann die Deutschlandpremiere des spanischen Maskentheaters Kulunka Teatro. Alles um 19.30 Uhr, 21 – 29 Euro.

Der Markt

Vom 26.11. bis 23.12. ist der Markt der Ideen geöffnet mit Standln einmal rund um die Welt (bis 23.30 Uhr). Zu essen und trinken gibt’s noch etwas länger: montags bis freitags von 14 bis 1 Uhr, am Wochenende 11 bis 1 Uhr.

Drei Silvesterpartys

Entweder mit Livemusik satt oder die Limbo-Gala mit Menü oder die Caveman-Silvestershow.

Wie tickt der Teddy-Metzger? Die tz sprach mit ihm

Miroslav Menschenkind bei seiner (Kunst-)Arbeit.

Wie tickt ein Mensch, der riskiert, Tausende Kinder zu verstören, die in einem Tollwood-Standl geköpfte Teddys sehen? Erst einmal: ganz anders als erwartet. Miroslav Menschenkind, 38, ist ein freundlicher hanseatischer Künstler, der weder provozieren will noch mit der hehren Geißel des Gutmenschentums um sich schlägt. Was dann?

Herr Menschenkind, warum verstören Sie Kinder?

Miroslav Menschenkind: Erst einmal ist das keine Aktion für Kinder.

Die können sie aber sehen.

M.M.: Ich bin erstmals hier auf Tollwood und weiß noch gar nicht genau, wie das abläuft. Fest steht: Nach den bisherigen Erfahrungen in Hamburg sind Kinder sehr neugierig und überhaupt nicht verstört. Eher die Eltern.

Haben Sie Kinder?

M.M.: Nein.

Meine würde es schockieren …

M.M.: Okay, wenn ein Kind genau so ein Kuscheltier zu Hause hat, wie es bei mir in der Auslage liegt – als Wurst oder geköpft hängend –, dann könnte das verstören. Aber das muss ich riskieren. Sonst dürfte man ja gar nichts mehr machen. Und glauben Sie mir: Ich will absolut nicht bekehren. Ich bin kein Gutmensch.

Sondern?

Blick in die „Metzgerei“, wie sie auf dem Tollwood stehen wird.

M.M.: Mein Opa war Schlachter, ich bin damit aufgewachsen. Ich habe gesehen, wie er Rinder und Schweine geschlachtet hat und meine Oma Enten und Hühner. Ich habe Fleisch gegessen, weil es dazugehört hat. Und: Mir ist total egal, wie viel Fleisch Sie essen und wo Sie es kaufen. Solange Sie es bewusst tun und die Massentierhaltung nicht verdrängen. Ich möchte auf Gedankenlosigkeit aufmerksam machen. Und: Ich bin ja auch vor Ort, um mit den Eltern und Kindern zu reden. Live „geschlachtet“ wird nicht. Ich werde nur Teddy-Würste füllen und verkaufen.

Das Festival in Zahlen

  • Winter-Tollwood auf der Theresienwiese: 25.11. bis 31.12.
  • Vorverkauf: Tel. 54 81 81 81
  • Rund 420 Veranstaltungen, davon über 70 Prozent bei freiem Eintritt
  • Ca. 220 Kunsthandwerker-Stände
  • Festival-Areal: 30 000 qm
  • Kultur aus Australien, Spanien, Frankreich, England, Deutschland, Ungarn und Kanada
  • Besucherzahl 2013: ca. 690 000

Matthias Bieber

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