Konzertkritik

ZZ Top: Diese Jungs haben keinen Bart

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Dusty Hill (l.) und Billy Gibbons, hier beim Konzert in Hamburg

München - Insgesamt 191 Lenze und viele Meter Kinnhaar haben die Herren von ZZ Top zusammengerechnet. Einen Bart hatte ihr Auftritt beim Tollwood trotzdem nicht: die Konzertkritik.

Auch wenn’s mit Under Pressure in der brodelnden Musik-Arena losgeht: Unter Druck sind die drei Herren von ZZ Top nun gar nicht. Zusammen zählen die Bluesrocker Billy Gibbons, Dusty Hill und Frank Beard geschmeidige 191 Lenze – und nach ihrem rund 75-minütigem Auftritt – umjubelt – haben sich die Texaner wahrscheinlich unters Sauerstoffzelt gelegt. Zuvor ging aber der Punk, äh, Rock ab.

Sie waren, sind und bleiben ein Phänomen im Rockzirkus. Eigentlich machen sie ja laute Kammermusik. Ein Bass (Hill), eine Gitarre (Gibbons), ein Schlagzeug (Beard) – passt. Gibbons’ Stimme trägt in sich den Whiskey-Ausstoß halb Tennessees, ist aber erstaunlich fit auch noch beim späten Hochtöner Legs. Dazu zerrt er an seinen Saiten, dass der Blues im Herzen boomt. Hill zementiert das Ganze kraftvoll als souveräner Stoiker. Ab und zu gibt’s den Gipfel an ZZ-Top-Choreografie: paralleles Wippen und einmal sogar ein paar Schritte! Fan-Freude!

Und was macht der nach wie vor bartlose Beard? Er drischt auf seine Schießbude, als ob jeder Schlag sein letzter wäre. Zwischendrin greift er flugs zur Fluppe (die kriegt Gibbons dankbarerweise von einem Fan für einen kurzen Zug gereicht), und weiter rattert der Rock-Train.

La Grange als später Höhepunkt, ein Hendrix-Cover von Foxy Lady (dürfen sie: erstens gut gemacht, zweitens waren sie mal Vorband des Gitarrengotts), Sharpe Dressed Man, Gimme All Your Lovin’ … die haben sie. Von A bis ZZ.

M. Bieber

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