tz-Hilfsaktion „Gemeinsam gegen Hunger“

Unsichtbar, aber unverzichtbar

Petra Lehmann und Tilman Haerdle packen Lebensmittel für Bedürftige.
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Petra Lehmann und Tilman Haerdle sind die Initiatoren des Vereins Heimatstern. Sie helfen jedem, der Hilfe braucht.

Nicht jeder, der Hilfe braucht, kann sie sich holen. Manchmal ist sie einfach zu weit entfernt. Deshalb arbeiten die Münchner Tafel und Unicef mit vielen Partnern zusammen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Eine unverzichtbare Unterstützung, die oft auf den ersten Blick gar nicht sichtbar ist.

Manchmal ändert sich das Leben von einem Tag auf den anderen. Wie bei Max. Er flog daheim raus und stand auf der Straße. Inzwischen kann der 20-Jährige seine Eltern sogar ein wenig verstehen, „schließlich hab ich einigen Mist gebaut“. Aber Max hatte Glück, dass er als Obdachloser in der Bayernkaserne Unterschlupf fand. Denn dort lernte er den Heimatstern kennen. Ein lokaler Hilfsverein von Petra Lehmann und Tilman Haerdle, der sich um Obdachlose hier und Flüchtlinge in Griechenland kümmert. Für Max vermutlich die Rettung.

Max hat über den Heimatstern zurück in ein geordnetes Leben gefunden.

Der Heimatstern versorgt in Feldmoching Obdachlose jeden Donnerstag mit Spenden der Tafel. Durch Corona hatten die Organisatoren zeitweise nicht genügend Platz, um Abstandsregeln in ihren Räumen einhalten zu können. „Wir haben dann Tüten für unsere Gäste gepackt und einzelne Abholtermine vereinbart“, so Petra Lehmann. Max gehört inzwischen zur Heimatstern-Familie, packt selbst mit an, ist auf dem besten Weg zurück von der Straße in ein geordnetes Leben.

Diesen Weg haben die Bewohner des Hauses vom heiligen Benedikt Labre bereits hinter sich. 16 ehemalige Obdachlose haben in der Wohngemeinschaft in Milbertshofen/Am Hart einen Platz zum Leben gefunden. Das Haus ist dankbar für die Lieferungen der Münchner Tafel. Denn damit kochen die Bewohner und Mitarbeiter beispielsweise Eintöpfe für die Möwe Jonathan, den Teebus der Einrichtung, der gerade jetzt im Winter Obdachlose auf der Straße versorgt. „Unser Speiseplan richtet sich nach den Lieferungen der Tafel und das Angebot, das wir dann weitergeben können“, erklärt Annegret Gehrke, die schon vor 30 Jahren dabei war, als Walter Lorenz (der inzwischen verstorbene Tee-Walter) das Projekt ins Leben rief. Mehr als 50 ehrenamtliche Helfer sind allein mit dem Teebus unterwegs, um die Bedürftigen zu versorgen, die es nicht mehr alleine in eine soziale Einrichtung schaffen.

Die Tafel-Helfer versorgen auch die Möwe Jonathan und das Haus des heiligen Benedikt Labre, eine Wohngemeinschaft für Obdachlose, mit Lebensmitteln.

„Das Miteinander mit anderen Organisationen ist für uns selbstverständlich“, sagt Angela Zacher, Sprecherin der Münchner Tafel. Über 100 soziale Einrichtungen sind es in der Stadt, die von der Tafel beliefert werden. Daneben schließt sich die Münchner Tafel auch mit anderen lokalen Tafeln kurz, gibt ab, wenn es mal Überbestände bestimmter Produkte gibt, die in München nicht verteilt werden können. Angela Zacher: „Ziel ist von uns allen, möglichst viele Bedürftige zu erreichen.“

Nur gemeinsam sind wir stark

Mit 11 200 Mitarbeitern und rund 150 Projektländern gehört Unicef zu den größten Hilfsorganisationen der Welt. Ein Global Player mit einer hochprofessionellen Logistik. So kann das Kinderhilfswerk auch bei akuten und nicht vorhersehbaren Notsituationen von einer Minute auf die andere agieren, aber zum Beispiel auch langfristige geplante Impfkampagnen stemmen.

Flüchtlingskinder nach dem Brand in Moria werden nach dem Brand in Moria von Partnerorganisationen von Unicef versorgt.

In den Projektländern setzt Unicef voll auf das Miteinander mit lokalen Partnern. Einheimische Organisationen kennen ihr Land und die Gepflogenheiten so gut wie niemand anderes. „Zudem sind sie langfristig im Land, kennen die Bedürfnisse und vor allem die Sprache“, erklärt Claudia Berger von Unicef Deutschland. Vor wenigen Wochen war sie in Griechenland, um sich die Situation der Flüchtlingskinder nach dem verheerenden Feuer in Moria auf Lesbos anzuschauen. Unicef arbeitet hier unter anderem mit Elix zusammen. Die lokale Organisation wird vom Kinderhilfswerk dabei unterstützt, Bildungsangebote für 3700 Kinder auf die Beine zu stellen, die bislang keinerlei Möglichkeit hatten, eine Schule zu besuchen.

Elix ist der lokale Partner von Unicef in Griechenland.

Im Südsudan kämpfen lokale Gesundheitshelfer, die von Unicef ausgebildet werden, um das Überleben von mangelernährten Kindern. In Haiti ist Oxfam der Partner im Kampf gegen Cholera. Im Libanon stellt das Kinderhilfswerk der Organisation Beyond unter anderem Zelte und Material für kinderfreundliche Schutzräume in den Flüchtlingsgebieten zur Verfügung. Claudia Berger: „Durch die Zusammenarbeit mit unseren lokalen Partnern können wir einfach noch gezielter und nachhaltiger arbeiten.“

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