tz-Hilfsaktion „Gemeinsam gegen Hunger“

Ehrensache: Wir packen‘s an!

Vor dem Lockdown light haben sich die Tafelgäste mit Maske angestellt.
+
Großkampftag: Jeden Samstag werden rund 630 Gäste von der Münchner Tafel an der Ausgabestelle am Großmarkt versorgt. Hier noch vor dem Lockdown light. Ohne Ehrenamtliche geht hier nichts.

Ohne ihren Einsatz, ohne die vielen Stunden im Dienst für andere wäre vieles anders in unserem Land. Ärmer. Kälter. Doch dank 31 Millionen Freiwilliger in Deutschland funktioniert das Miteinander. Das ist bei der Münchner Tafel so und nicht anders bei Unicef.  Wir stellen Ihnen stellvertretend für alle Ehrenamtlichen ein paar Helfer beider Organisation vor, die zeigen, wie sie ihr Engagement erfüllt.    

Erst ein Gast, jetzt Tafel-Helfer

Arif Abdullah Haidary, ehrenamtlicher Helfer der Münchner Tafel.

 Arif kennt die Münchner Tafel von zwei Seiten. Als er vor fünf Jahren aus seiner Heimat Afghanistan als Flüchtling nach München kam, waren er und seine Familie dankbar, dass sie Lebensmittelspenden von der Tafel erhielten. „Das war eine große Hilfe, vor allem auch der Kontakt zu den Menschen.“ Für viele Tafelhelfer ist ihr Engagement nicht an der Ausgabe zu Ende. Immer wieder entstehen dauerhafte Kontakte zwischen Helfern und Gästen, die dann auch in anderen Bereichen Unterstützung bekommen. Inzwischen ist Arif Abullah Haidary selbst Helfer. Drei Jahre schon. Für den angehenden Mediengestalter ist es selbstverständlich, dass er für die Unterstützung, die er als Flüchtling in Deutschland bekommen hat, auch etwas zurückgeben möchte. Mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder lebt er in Neuaubing. Immer samstags ist er am Großmarkt, zeigt Neulingen wie Alican (Foto rechts), wie das System an der Tafelausgabestelle funktioniert. Unter der Woche macht er seine Ausbildung, geht in die Berufsschule, engagiert sich bei Claudia Stamms Mut-Partei und absolviert dann noch sein Training. Denn seine große Leidenschaft ist Karate. Bis zum Vize-Europameister hat er schon gebracht   

Etwas Gutes tun!

Qualitätscheck von Elisabeth Schrott: Nur Obst und Gemüse, das in Ordnung ist, wird verteilt. Verdorbene und vergammelte Produkte werden vorher aussortiert.

Elisabeth Schrott (68) ist auf der Ehrenamtsmesse auf die Münchner Tafel aufmerksam geworden. Nachdem ihre Mutter gestorben war, um die sie sich intensiv gekümmert und schon vorher viele Jahre jeden Mittwoch besucht hatte, wollte die Münchnerin anderen etwas Gutes tun. „Den Tag, der meine Mutter gehörte, wollte ich einfach wieder für etwas Soziales nutzen.“ Seit Anfang 2018 ist sie inzwischen bei der Ausgabestelle in Milbertshofen jeden Mittwoch Im Einsatz. An ihrem Stand gibt es Salat und anderes Grünzeug für die Tafelgäste .

Ein Teil der Unicef-Familie

Ursula Auginski leitet die Unicef-Arbeitsgruppe München-Oberbayern.

Seit knapp zwei Jahren hat die Unicef-Arbeitsgruppe München eine neue Leitung: Die Journalistin Ursula Auginski nutzt berufliche Freiräume, um sich um die vielfältige Arbeit des Kindershilfswerks in München mit seinen 100 aktiven Ehrenamtlichen zu kümmern. „Ein wunderschönes Amt“, sagt die Münchnerin. Sie sieht sich als Teil der Unicef-Familie, in der jeder seinen Beitrag leistet, um die Chancen und Lebensbedingungen für Kinder zu verbessern.   

Sie hilft seit 20 Jahren

Unicef-Mitarbeiterin Heide Schulte bei einer ihrer Fotoausstellungen.

 Mit Begeisterung ist Dr. Heide Schulte für Unicef an den verschiedensten Orten im Einsatz. Und das seit 20 Jahren. Obwohl die ehemaligen Marathonläuferin am Chiemsee lebt, ist sie für die Arbeitsgruppe München aktiv, verantwortet seit 2004 den Grußkartenverkauf bei Karstadt an der Münchner Freiheit. Regelmäßiger Gast: Münchens Unicef-Schirmherrin und OB-Gattin Petra Reiter. „Für mich ist wichtig, dass ich richtig aktiv sein kann“, erzählt Heide Schulte. Ihre Fotoaustellungen mit Aufnahmen aus vielen Ländern, in denen sie als Sportlerin unterwegs war, haben viele Tausend Euro Spenden für das Kinderhilfswerk erbracht. Ebenso die Kinderläufe, die sie mitorgansiert hat. Der schönsten Momente die umtriebige Uniceflerin sind die, „in denen ich spontan helfen und etwas bewirken kann“   

Spontane Entscheidung

Alexandra, ehrenamtliche Helferin der Münchner Tafel, misst Fieber und gibt Masken aus.

Bei der Münchner Tafel jeden Samstag bei Wind und Wetter mitzuhelfen, war für Alexandra eine spontane Entscheidung. Als die 47-Jährige auf der Suche nach einem Ehrenamt am Wochenende war, stieß sie als Erstes auf die Münchner Tafel. „Das Konzept hat mich sofort überzeugt.“ Inzwischen ist sie seit 2015 dabei. Derzeit sorgt sie dafür, dass beim Einlass am Großmarkt alle Corona-Regeln eingehalten werden und checkt die Temperatur von Gästen und Mitarbeitern.   

50 Kilometer Anfahrt

Alexander Senkbeil - ehrenamtlicher Helfer der Münchner Tafel.

 Für seinen freiwilligen Einsatz bei der Münchner Tafel fährt Alexander Senkbeil 50 Kilometer von Sankt Wolfgang nach München. Der Telekom-Mitarbeiter ist überzeugt, dass er hier genau richtig ist. „Es geht einem selbst so gut, wenn man anderen helfen kann“, sagt Senkbeil. Dafür setzt er sich gerne samstags 45 Minuten ins Auto, um seinen Dienst am Großmarkt anzutreten. Obwohl er noch zu den neuen Ehrenamtlichen gehört, weiß er schon jetzt: „Das möchte ich eine ganz lange Zeit machen.   

Schöne Anerkennung

Bettina besitzt eine personalisierte Schürze. Die bekommen nur regelmäßige Helfer der Münchner Tafel.

Bettina gehört zu den Stammhelfern bei der Münchner Tafel. Eindeutiges Indiz: Die typische blau-geblümte Tafel-Schürze ist mit ihrem Namen bestickt. Nur wer regelmäßig und zuverlässig da ist, bekommt eine solche personalisierte Schürze. Sie ist auch eine kleine Anerkennung für den großen Einsatz der Ehrenamtlichen. „Und macht einen natürlich ein bisserl stolz“, so die gebürtige Fränkin   

Liebgewonnene Weihnachtstradition

Nina Ruge, Unicef-Patin, am Grußkartenstand bei Ludwig Beck

Weihnachtsgrüße mit Unicef-Karten zu verschicken ist seit 1953 für viele in Deutschland eine liebgewonnene Tradition geworden. Seit 47 Jahren unterstützt Ludwig Beck den Grußkartenverkauf mit einem Stand, der heuer ganz neu von Tobias Petris Holzrausch gebaut und gespendet wurde. Die große Einweihung musste coronabedingt ausfallen und auch viele der Ehrenamtlichen mussten Dienste absagen, weil sie zu Risikogruppen zählen. Doch Christian Greiner, Vorstandsvorsitzender der Ludwig Beck AG und Unicef-Lady Claudia Graus haben dafür gesorgt, dass der Stand wie gewohnt mit lauter Ehrenamtlichen besetzt ist: Neben Unicef-Patin Nina Ruge helfen auch die Studierenden vom Münchner Campus M Unversity mit - langjährige Partner des Kinderhilfswerks und der tz. Luka Pelke: „Mit unserem Campus Care Team wollen wir etwas bewegen und selbst aktiv sein.“

Claudia Graus, Luka Pelke und Valentina Metz helfen ehrenamtlich am Grußkartenstand von Unicef bei Ludwig Beck.

Für Campus M Unversity-Leiter Professor Heinrich Wiedemann gehören soziale Projekte einfach zum Studium dazu. Und so ist der Grußkartenverkauf viel mehr als nur ein Standdienst, sondern ein Miteinander verschiedenster Persönlichkeiten mit einem Zweck: „Kinderaugen leuchten zu sehen und benachteiligten Mitmenschen zu helfen“, sagt Studentin Valentina Metz.

 

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare