tz-Hilfsaktion „Gemeinsam gegen Hunger“  

Fußball-Star Jérôme Boateng: Jeder Helfer ist ein Held

Jerome Boateng hilft beim Weihnachtsessen der Münchner Tafel 2019
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Fußballstar Jérôme Boateng unterstützt die Münchner Tafel, packt auch selbst mit an.

Er ist selbst Vater von drei Kindern und hat ein Auge für seine Mitmenschen. Bayerns Innenverteidiger Jérôme Boateng (32) engagiert sich regelmäßig für Familien in Not hier in München und Berlin oder und Kinder in Ghana, von wo sein Vater stammt.

Zum Auftakt unserer Aktion „Gemeinsam gegen Hunger“ zugunsten der Münchner Tafel und Unicef haben wir mit dem Fußballer über ehrenamtliches Engagement gesprochen und wie wichtig es für ihn ist, nicht nur in Zeiten von Corona zu helfen.

Dass es in Deutschland viel zu viele Menschen gibt, die hungern, hat den Fußballer schon immer beschäftigt: „In einem so fortschrittlichen Land sollte eigentlich jeder Essen auf dem Tisch haben“, erklärt Jérôme Boateng. Deshalb war es für ihn eine Selbstverständlichkeit einfach „Ja“ zu sagen, als ihn die Münchner Tafel fragte, ob er beim Weihnachtessen gemeinsam mit Fußball-Legende und langjährigem Tafel-Unterstützer Paul Breitner für Bedürftige mithelfen könne. „Dieser Abend hat mir sehr gut gefallen. Zu sehen, dass man Menschen mit einer so kleinen Geste, mit einem Lächeln, eine große Freude bereiten kann, ist ein Geschenk.“ Und ein nachhaltiges dazu. Wann immer er die Möglichkeit hat, gibt er großzügig für Projekte, von deren Nachhaltigkeit er überzeugt ist. Das ist in Ghana bei seinem Engagement im Straßenfußball so und auch in München und seiner Heimat Berlin.

Fußball-Star Jérôme Boateng unterstützt die Hilfe für Kinder in seiner Heimat Ghana. Ihm ist es nicht nur in Zeiten von Corona wichtig zu helfen.

Gerne würde Boateng mehr tun: „Aufgrund der aktuellen Situation geht das leider nicht. Mir war es aber wichtig, die Tafeln in München und Berlin auch während der schweren ersten Corona-Phase im Frühjahr zu unterstützen.“ Damals ging es vor allem um Schutzanzüge und Desinfektionsmittel für die Helfer vor Ort, und in Berlin um einen Lieferdienst für Bedürftige, die nicht mehr zu den Ausgabestellen kommen konnten.“ Sobald sich alles wieder normalisiert hat, hofft Boateng auf den nächsten persönlichen Einsatz.

„Ich möchte persönlich helfen. Das hat aber weniger damit zu tun, dass ich Fußballer bin, sondern mit Menschlichkeit. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“

Jérôme Boateng

Gerade für ihn als Fußballprofi seien Tätigkeiten wie die bei der Münchner Tafel immer etwas Besonderes. „Familien zu sehen, die auf die Tafel angewiesen sind, weil sie vielleicht sonst kein Essen auf dem Tisch hätten, geht mir sehr nahe. Das erdet einen, und daher sind diese Erlebnisse sehr wichtig. Besonders, wenn es um Kinder geht. Kein Kind in Deutschland sollte Hunger leiden müssen, nirgendwo auf der Welt sollte das so sein.“ Dafür lohne sich jede ehrenamtliche Arbeit. Es erinnere ihn zudem jedes einzelne Mal daran, wie gut man es eigentlich habe und dass es auch eine andere Seite gebe. „Für mich ist dieses Engagement sehr erfüllend, weil ich den Leuten so auch etwas zurückgeben kann. Ich finde, es ist auch unser aller, nicht nur meine, Pflicht, das zu tun. Da geht es um Gemeinschaftssinn und Solidarität. Viele meiner Kollegen engagieren sich. Marcus Rashford (englischer Nationalspieler Anm. d. Red.) wurde aufgrund seines Engagements in England sogar ein Orden verliehen, aber auch hierzulande haben sich gerade während des ersten Lockdowns sehr viele Spieler engagiert und haben bei den verschiedensten Aktionen ausgeholfen.“ Wie Jérôme Boateng selbst.

Jérôme Boateng setzt sich auch dafür ein, dass die Lebensbedingungen für die Kinder in seiner Heimat Ghana verbessert werden können.

Eine weitere Herzensangelegenheit neben der Tafel ist für ihn, die Chancen von Kindern in Ghana zu verbessern. „Für mich ist es sehr wichtig, meine Wurzeln zu kennen. Ich habe an Ghana nur positive Erinnerungen, an das Land und die Leute. Dort geht es um überlebenswichtige Dinge wie Brunnen für sauberes Trinkwasser. Ich wünsche mir, dass sich die Bedingungen, unter denen Kinder in Ghana und ganz Afrika aufwachsen, bessern. Auch sie sollen die gleichen Chancen haben, wie ein Kind, das in Europa zur Welt kommt.“ Dafür sollte jeder seinen Beitrag leisten. „Das muss ja nicht immer eine finanzielle Zuwendung sein. Ohne die freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer bei den Tafeln wäre der Betrieb gar nicht möglich. Für mich sind die Helfer so etwas wie Helden, sie leisten großartige Arbeit. Gerade in der besinnlichen Zeit des Jahres sollte sich jeder hinterfragen, wie und wo er oder sie noch mitanpacken kann.“

Spendenkonten und mehr Informationen finden Sie hier: tz-Aktion zugunsten der Münchner Tafel und Unicef: Gemeinsam gegen Hunger

Bilder: So arbeitet die Münchner Tafel, um bedürftige Familien und Senioren zu unterstützen

Ehrenamtliche Helfer der Münchner Tafel verteilen Lebensmittel und weitere Sachspenden wie Winterkleidung an bedürftige Münchner.
Ehrenamtliche Helfer der Münchner Tafel verteilen Lebensmittel und weitere Sachspenden wie Winterkleidung an bedürftige Münchner. © Klaus Haag
Jerome Boateng beim Weihnachtsessen der Münchner Tafel 2019
Fußballer Jerome Boateng hilft bei der Münchner Tafel regelmäßig mit. © Münchner Tafel/Chris Eberhard
Helfer der Münchner Tafel laden die Lebensmittel für Obdachlose aus
Ehrenamtliche Helfer bringen Lebensmittel zum „Haus vom Heiligen Benedikt Labre“, in dem ehemalige Obdachlose ein neues Zuhause gefunden haben. © Klaus Haag
Fieber messen bevor die Tafelgäste an die Ausgabe dürfen
Corona-Schutz: Bevor sich die Tafelgäste zur Lebensmittelausgabe anstellen dürfen, wird Fieber gemessen. © Klaus Haag
Wenka Russ im Büro der Münchner Tafel mit dem Prostspenden-Krug
Wenka Russ ist für das Fundraising bei der Münchner Tafel zuständig - eine ihrere Kampagnen heißt Prostspenden. Für jede getrunkene Mass Bier während des Oktoberfestes 2019 und ach der ausgefallenen Wiesn 2020 haben Spender einen Euro an die Tafel gegeben. © Klaus Haag
Bettina hilft bei der Lebensmittelausgabe
Ehrenamtliche Helfer wie Bettina bereiten die Lebensmittelausgabe vor. © Klaus Haag
Vor dem Lockdown light haben sich die Tafelgäste mit Maske angestellt.
Großkampftag: Jeden Samstag werden rund 630 Gäste von der Münchner Tafel an der Ausgabestelle am Großmarkt versorgt. Hier noch vor dem Lockdown light. © Klaus Haag
Katharina (vorne) und Joyce laden den Transporter aus.
Katharina (vorne) und Joyce sind Tafelgäste und helfen aber auch kräftig mit. © Klaus Haag
Ausgabestelle Neuperlach: die Tafelgäste stehen Schlange.
Anstehen und Warten mit viel Abstand bei der Ausgabestelle in Neuperlach. Dort gibt es auch warmes Essen für Hilfsbedürftige. © Klaus Haag
Fahrer Julius Huy holt Lebensmittelspenden bei der Metro ab.
Fahrer Julius Huy holt Lebensmittelspenden bei der Metro ab. © Klaus Haag
Hannelore Kiethe von der Münchner Tafel und Claudia Graus von Unicef (r.) mit dem Aktionsplakat der tz
Gemeinsam gegen Hunger: Hannelore Kiethe von der Münchner Tafel und Claudia Graus von Unicef (r.). © Klaus Haag
Dorit Caspary gibt Brot aus.
tz-Redakteurin Dorit Caspary durfte bei der Ausgabe in Milbertshofen helfen. © Klaus Haag
Briefing vor der Ausgabe in Milbertshofen
Bevor die Ausgabe der Lebensmittel startet, gibt es für die Helfer immer ein Briefing, in dem alle über die aktuellen Hygienemaßnahmen und Besonderheiten des Tages informiert werden.  © Klaus Haag
Das Obst und Gemüse wird in den typisch blauen Tafelkisten aufbewahrt.
Das Obst und Gemüse wird in den typisch blauen Tafelkisten aufbewahrt. © Klaus Haag
Qualitätscheck von Elisabeth Schrott: Nur Obst und Gemüse, das in Ordnung ist, wird verteilt. Verdorbene und vergammelte Produkte werden vorher aussortiert.
Qualitätscheck von Elisabeth Schrott: Nur Obst und Gemüse, das in Ordnung ist, wird verteilt. Verdorbene und vergammelte Produkte werden vorher aussortiert. © Klaus Haag
Daniel Sautter arbeitet als Architekt und hilft jede Woche einen Tag bei der Tafel. Er ist zuständig für Brotstand.
Daniel Sautter arbeitet als Architekt und hilft jede Woche einen Tag bei der Tafel. Er ist zuständig für Brotstand. © Klaus Haag
Noch eine Stunde bis die Tafelgäste kommen. Bis dahin müssen alle Waren ausgeladen, sortiert und an die einzelnen Stände verteilt werden.
Noch eine Stunde bis die Tafelgäste kommen. Bis dahin müssen alle Waren ausgeladen, sortiert und an die einzelnen Stände verteilt werden. © Klaus Haag
Ausladen der Waren
Die Tafelarbeit lebt vom Miteinander: Jeder hilft jedem. © Klaus Haag
Instruktion der Fahrer bevor es auf Abholtour geht.
Jeden Morgen bekommen die Fahrer ihren Routenplan, wo sie Lebensmittelspenden abholen. © Klaus Haag
Beim Bio Markt Denn‘s in Moosach holen Bufdi Lida und Fahrer Robert Gräf bei Marktleiter Tomislav Bekavac die Waren ab.
Beim Bio Markt Denn‘s holen Bufdi Lida und Fahrer Robert Gräf bei Marktleiter Tomislav Bekavac die Waren ab. © Klaus Haag
Bei der Metro können die Tafel-Transporter die Waren direkt von den Kühlräumen abholen.
Die Metro ist einer der großen Spender für die Münchner Tafel. © Klaus Haag
Bufdi Frieso packt Lebensmittelkisten im Lager der Münchner Tafel.
Frieso ist einer von derzeit 17 jungen Menschen, die ihren Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) bei der Münchner Tafel absolvieren. © Klaus Haag
Wenka Russ checkt die Einteilung der Fahrten und Transporter auf dem Logistik-Plan.
Welcher Transporter muss wann wohin? Hinter der Logistik der Münchner Tafel steckt ein ausgeklügeltes System. © Klaus Haag
Fahrerbesprechung: Bevor es auf Tour geht, bekommen die Helfer noch tagesaktuelle Pläne.
Fahrerbesprechung: Bevor es auf Tour geht, bekommen die Helfer noch tagesaktuelle Pläne. © Klaus Haag
Hans Neisberger ist seit acht Jahren bei der Münchner Tafel. Bereits im Morgengrauen ist er auf dem Großmarktgelände unterwegs, sortiert die ersten Ladungen.
Hans Neisberger ist seit acht Jahren bei der Münchner Tafel. Bereits im Morgengrauen ist er auf dem Großmarktgelände unterwegs, sortiert die ersten Ladungen. © Klaus Haag
Vroni und Holger treffen sich immer samstags an der Großmarkthalle, um gemeinsam Brot zu verteilen.
Ein eingespieltes Team: Vroni und Holger treffen sich immer samstags an der Großmarkthalle, um gemeinsam Brot zu verteilen. © Klaus Haag
Das Paritätische Mutter-Kind-Haus wird regelmäßig von der Münchner Tafel beliefert. Sozialpädagogin Vanda Colic (r.) hilft einer Bewohnerin, eine Kiste auszuladen.
Das Paritätische Mutter-Kind-Haus wird regelmäßig von der Münchner Tafel beliefert. Sozialpädagogin Vanda Colic (r.) hilft einer Bewohnerin, eine Kiste auszuladen. © Klaus Haag
Gründerin Hannelore Kiethe in ihrem Büro auf dem Großmarktgelände.
Gründerin Hannelore Kiethe ist Kopf, Herz und Seele der Münchner Tafel. © Klaus Haag
Egal bei welchem Wetter helfen Hilde und Paul Breitner jeden Montag bei der Ausgabestelle in Haidhausen.
Egal bei welchem Wetter helfen Hilde und Paul Breitner jeden Montag bei der Ausgabestelle in Haidhausen. © Michael Westermann
Kontrollcheck: Bei jeder Tour prüft der Fahrer, ob die Anzahl der Kisten und der Warenzettel stimmt.
Kontrollcheck: Bei jeder Tour prüft der Fahrer, ob die Anzahl der Kisten und der Warenzettel stimmt. © Klaus Haag
Die Münchner Tafel versorgt nicht nur die einzelnen Gäste mit Lebensmitteln, sondern auch über 100 soziale Einrichtungen wie hier das „Haus vom heiligen Benedikt Labre“.
Die Münchner Tafel versorgt nicht nur die einzelnen Gäste mit Lebensmitteln, sondern auch über 100 soziale Einrichtungen wie hier das „Haus vom heiligen Benedikt Labre“. © Klaus Haag

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