Anneliese Kühn ist tot

Valentin-Enkelin stirbt einen Tag vor ihrem Geburtstag

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Mit der Pfeife ihres Großvaters im Mund: Anneliese Kühn vor zweieinhalb Jahren im Valentin-Haus in Planegg.

München - "Ich glaube, dass ich meinen 75. Geburtstag nicht mehr erleben werde.“ Das hat Anneliese Kühn vor geraumer Zeit gesagt – und sie hat auf geradezu valentineske Art recht behalten.

Denn: Just einen Tag vor ihrem 75. ist die Enkelin von Karl Valentin am Freitag verstorben, wie Valentin-Nachlassverwalter Gunter Fette der tz mitteilte. Mit ihr verliert ihre Familie nicht nur eine warmherzige Mutter und liebevolle (Ur-)Oma, sondern die Nachwelt auch die wichtigste Zeitzeugin vom Leben und Wirken des großen Münchner Originals.

Großvater Karl mit der kleinen Anneliese auf dem Arm.

Anneliese Kühn lebte zuletzt bei ihrer Tochter und deren Familie in Planegg – in jenem Haus, in dem auch Karl Valentin seine letzten Jahre bis zu seinem Tod im Februar 1948 verbracht hatte. Entsprechend war sie umgeben von Fotografien, Möbeln und allen möglichen Utensilien ihres Großvaters. Wie jene Pfeife auf unserem Foto, die sie sich spaßhalber in den Mund steckte, als sie die tz aus Anlass eines Todestages ihres Großvaters vor zweieinhalb Jahren besuchte. Dass Karl Valentin geraucht habe wie ein Ofenrohr und immer einen Hut trug, hatte sie da erzählt; selbst dann, wenn er aufs Klo ging. „Es könnte ja in der Zwischenzeit Besuch kommen, pflegte er zu sagen.“

Solche Anekdoten und noch viel mehr wusste Anneliese Kühn zu erzählen – gerne auch wildfremden Menschen bei den kostenlosen Führungen durchs Haus, die sie anbot.

Anneliese Kühn hinterlässt drei Kinder, sechs Enkel und drei Urenkel. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 27. August, um 10 Uhr in der Aussegnungshalle des Gräfelfinger Friedhofs statt.

mdu

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