Experte für Hopfensaft

Der Bierpapst auf der Wiesn

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Bierpapst Ludwig Narziß.

Er kennt sich besonders gut aus mit dem Hopfensaft: Bierpapst Professor Dr. Ludwig Narziß, der am 30. September 2015 neunzig Jahre alt wird. Am Freitag hat er das Oktoberfest besucht.

Als international anerkannter Experte hat er zahlreiche Bücher über das Brauwesen verfasst. Sein 700 Seiten umfassender „Abriss der Bierbrauerei“ ist das Standardwerk für Studenten. International bekannt ist auch Weihenstephan, Geburtsort der ersten deutschen Universität für das Brauwesen. Im Jahre 725 gründete der heilige Korbinian auf dem Nährberg bei Freising ein Benediktinerkloster und damit die Braukunst in Weihenstephan. Studenten aus aller Welt kommen hierher, um alles über den perfekten Gerstensaft zu lernen.

Auf Einladung von Geschäftsführer Harald Stückle (Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH) und Braumeister Dr. Michael Müller (Löwenbräu) hat sich am 25. September in der Ochsenbraterei der „Weihenstephan Stammtisch“ getroffen, Professoren, Braumeister, Ingenieure und Studenten, die für Spaten und Löwenbräu arbeiten. Dabei auch Professor Ludwig Narziss, der offensichtlich großen Spaß beim Wiesnbesuch hatte. Narziss meinte, dass es „wichtig sei, die vom uniformen Bier etwas ermüdete Bevölkerung aufzurütteln, interessiert am Bier zu machen und auf die Vielfalt der deutschen Biere hinzuweisen“. Die zu neutralen Biere sollten in einer vorsichtigen Evolution wieder „typischer“ werden.

In der Brau-Technologie habe sich in den letzten 50 bis 70 Jahren durch intensive Grundlagenforschung sehr viel verändert, sagt Narziß. Das Wasser sei natürlich nach wie vor ein großer Einflussfaktor, aber auch Neuzüchtungen bei Gerste und Hopfen haben in den letzten Jahren den Biergeschmack beeinflusst. Er selbst trinkt alle Biersorten gerne, bevorzugt aber mehr „die hopfigen Sorten“.

ih

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