Entspannte Situation für Securitys

Abschreckung wirkt: Bodycams im Wiesnzelt haben noch keine Sekunde gefilmt

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Eine lohnende Neuerung: Löwenbräu-Wirt Wiggerl Hagn setzt Körperkameras zur Deeskalation ein.

Um Randalierer auf frischer Tat zu ertappen, setzen einige Wiesn-Wirte in ihren Zelten in diesem Jahr auf Bodycams. Mit durchschlagendem Erfolg.

München - Die Sicherheitskräfte und Wirte haben es sich erhofft, nach den ersten fünf Wiesntagen zeigt sich: Ihre Erwartungen wurden bestätigt, offenbar sogar übertroffen. Im Löwenbräu-Zelt haben die Geräte noch keine Sekunde gefilmt. Nach Meinung der Securitiy haben die Kameras eine abschreckende Wirkung, zu eskalierenden Auseinandersetzungen komme es deshalb erst gar nicht.

Insgesamt 20 Geräte kommen im Löwenbräu-Zelt, im Winzerer Fähndl, in der Fischer Vroni und im Hacker- Festzelt zum Einsatz. Bereits im vergangenen Jahr wollten einige Wirte, darunter auch Wiggerl Hagn (77) vom Löwenbräu-Zelt, die Kameras zur Abschreckung einsetzen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen war dies jedoch vorerst nur der Polizei möglich.

Body-Cams und Videoüberwachung: Noch mehr Sicherheit für die Wiesn

Abhilfe dank Videoüberwachungsverbesserungsgesetz

Das neue, sogenannte Videoüberwachungsverbesserungsgesetz schafft jetzt Abhilfe. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes tragen die Kameras sichtbar auf Brusthöhe. Zusätzlich sind sie mit Schildern mit der roten Aufschrift „Bodycam Video“ gekennzeichnet. Die Kameras filmen nicht ohne Grund, sie werden nur im Ernstfall nach mehrmaligen Hinweisen eingeschaltet. Dann können sich die Unruhestifter auf einem Bildschirm selbst beobachten. Erhoffter Effekt: Aggressionen lassen nach, Gewaltdelikte passieren erst gar nicht.

„Aggressiven Besuchern wird damit gewissermaßen der Spiegel vorgehalten“, sagt Rolf Wilmink, Geschäftsführer des Kameraherstellers. Löwenbräu-Wirt Wiggerl Hagn hält den Einsatz der Bodycams für „längst überfällig“. Wichtig sei, dass sich die Leute besser benehmen. Hagn meint: „Wenn jemand zu viel trinkt, setzt oftmals der Verstand aus. Diese Kameras schützen nicht nur die Sicherheitskräfte, sondern manchmal auch den Gast vor sich selbst.“

Nach den ersten fünf Tagen trifft man im Löwenbräu-Zelt auf entspannte Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. „Wir hatten noch keinen Grund, sie überhaupt einzuschalten“, sagt ein Ordner. Gerade weil sie noch nicht zum Einsatz gekommen sind, sei die positive Wirkung der Kameras deutlich zu spüren. Denn die Sicherheitskräfte müssen die Zeltgäste mindestens drei Mal vorwarnen, ehe sie die Kameras tatsächlich einschalten. Meist beruhigen sich die Gemüter dann ganz schnell. Der Ordner meint: „Es ist gut für uns, mit den Kameras können wir deeskalieren.“

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Johannes Heininger

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