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Die tz testet Wiesn-Jobs: Herzlmalerin

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Nina Bautz malt Herzen. Das linke ist ihres.
Nina Bautz malt Herzen. Das linke ist ihres. © Westermann

Damit andere feiern, müssen sie hart arbeiten: Kellner, Standlleut’, Schausteller, Wirte – kurz alle, die das Oktoberfest am Laufen halten. Doch wie ist ihre Arbeit so? Wiesn-Reporterin Nina Bautz wagt in unserer Serie den Jobtest. Heute versucht sie sich als Herzlmalerin.

Mach’ deinem ehemaligen Kunst-Leistungskurs-Lehrer keine Schande! Dieser Gedanke geht mir durch den Kopf, als ich die Spritztülle mit dem Puderzucker-Eiweiß-Gemisch ansetze.

Rechts neben mir liegt ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „München tz“. Das hat Profi Michael Schifferl mal eben in 20 Sekunden beschriftet. So soll meines aussehen.

Ich muss im Stehen arbeiten, so dass ich den Überblick für die Einteilung der Schrift auf dem Herz habe. Mit der linken Hand drehe ich die Tülle oben zu und drücke nach, die rechte führt die Tülle wie einen Stift. Langsam setze ich an und maaaale das „M“. „Zügiger“, sagt Schifferl. „Sonst wird die Linie zu dick.“ Na toll, das „Ü“ ist schief geworden. Und dann das Gekreische vom Freefall direkt über mir. Ein Künstler muss sich konzentrieren. Ich setze mich hin.

Weil ich die Tube oben zu locker halte, ist wohl Luft reingekommen. Das rächt sich jetzt. Plopp! Das Band reißt beim „H“ ab. Ich setze wieder an. Sieht man kaum. Am rechten Rand wird es für „München“ doch noch recht knapp. Ich muss quetschen. Jaja, ich weiß, im Stehen wär das nicht passiert.

Das „tz“ geht flugs, sind ja nur eckige Buchstaben. Schifferls Urteil: „Noch 30 Herzen, dann würd’ ich dich einstellen.“ Puh: Ehre gerettet.

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