Berni Luff will Stadt helfen

Ex-Wiesn-Wirt bietet Zelt für Flüchtlinge an

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Das Poschner-Zelt ist derzeit in einer Halle bei Aichach eingemottet. Laut Berni Luff (kleines Foto) dauert es eine Woche, es aufzustellen. Es ist 35 mal zwölf Meter groß und bot 800 Festgästen Platz, als es noch auf der Wiesn stand.

München - Ein Wiesn-Zelt als Flüchtlingsunterkunft? Voriges Jahr gab es schon einmal diese Idee. Heuer könnte es tatsächlich passieren, dass Flüchtlinge in einem Wiesnzelt schlafen.

 Der dieses Jahr von der Wiesn geschasste Wiesnwirt Berni Luff (56) von der Hühner- und Entenbraterei Poschner bietet sein Zelt, das er nun ja nicht mehr braucht, der Stadt als Flüchtlingsheim an.

Bei der Vergabe der Wiesn-zelte war das Geflügelzelt nach 80 Jahren zugunsten von Siegfried Ables Bruder Josef von der Wiesn geflogen. Able hatte erst im Vorjahr den Standplatz von Sepp Krätz’ Hippodrom bekommen, der wegen seines Steuer-Ärgers von der Wiesn geflogen war. Luff soll nach tz-Informationen wegen eines neuen Gesellschafters im Punktesystem der Stadt abgestürzt sein. Sein Sohn Thomas (33) war 2012 nach dem Tod seiner Oma in den Betrieb eingestiegen. Senior Berni Luff ist stinksauer und klagt gegen die Stadt wegen der Nichtzulassung.

Berni Luff.

Und dennoch reicht er jetzt die Hand zu einer versöhnlichen Geste: „Die Stadt München und ihre vielen freiwilligen Helfer zeigen in den letzten Wochen ein unglaubliches Engagement bei der Begrüßung und Bewältigung der nicht enden wollenden Flüchtlingsströme“, schreibt der Wirt an OB Dieter Reiter (SPD) und seinen Stellvertreter Josef Schmid (CSU). „Unsere Enttäuschung, die wir aufgrund des Umgangs mit uns in Bezug auf die Nichtzulassung zum Oktoberfest erfahren haben, ist natürlich groß.“ Aber: „Trotzdem sehen wir die Notlage, in der sich die Stadt bei der Bewältigung des Flüchtlingsstroms befindet. Wir bieten Ihnen deshalb an, unser Zelt vorübergehend für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.“

Die Stadt winkt aber ab: „Wir bauen keine Zelte auf“, lässt Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) ausrichten. „Für die Erstaufnahme ist die Regierung von Oberbayern zuständig.“ Auch dort betont man zwar: „Wir bauen grundsätzlich auf Festunterkünfte“, so Sprecherin Simone Hilgers. „Wir wissen aber nicht, was in zwei Wochen ist.“ Man könne also nicht ausschließen, dass man auf das Angebot zurückkommen würde, wenn man es bekäme. Im Gegensatz zu den Notzelten, die am vergangenen Wochenende aufgestellt wurden, hat das Poschner-Zelt feste Wände und einen festen Boden.

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