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Klimakleber-Vergleich erzürnt Wiesn-Fans: „Aber heulen, wenn sie 30 Minuten im Auto warten müssen“

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Autofahrer warten gerne auf den Wiesntisch, nicht aber, wenn die Straße von Aktivisten blockiert ist? Ein gewagter Vergleich.
Autofahrer warten gerne auf den Wiesntisch, nicht aber, wenn die Straße von Aktivisten blockiert ist? Ein gewagter Vergleich. © Imago

Die einen sind von Klimaklebern genervt, die anderen von Oktoberfest-Fans. Ein Nutzer warf im Netz nun beides zusammen und sorgte damit für ordentlich Diskussionsstoff.

München – Es ist wieder Wiesn-Zeit. Fast sechs Millionen Gäste tummeln sich in der bayerischen Hauptstadt. Für München bedeutet das: Ausnahmezustand. Warteschlangen gehören zum Wiesn-Erlebnis dazu – egal ob vor dem Festzelt oder den Toiletten. Auf der Plattform X (vormals Twitter) entbrannte dazu eine Diskussion: Warum wartet es sich so leicht auf dem Oktoberfest, aber anderorts reißt den Deutschen der Geduldsfaden viel schneller – selbst, wenn es um einen guten Zweck geht?

Oktoberfest-Diskussion: Klimakleber-Vergleich erzürnt Wiesn-Fans

In Deutschland sind manche Themen garantierte Aufreger. Ananas auf Pizza, das Tempolimit auf Autobahnen, Hubert Aiwanger – oder die Klimaproteste der Letzten Generation entfachen hierzulande besonders hitzige Diskussionen. Nun wagte es ein Nutzer der Plattform X, das Oktoberfest und die Letzte Generation in einem Atemzug zu nennen. „Deutsche warten geduldig sechs Stunden auf einen Sitzplatz im Oktoberfest Festzelt, aber heulen wie Mimosen, wenn sie wegen der Letzten Generation 30 Minuten im eigenen Auto warten müssen“, hieß es am Montag (18. September) in dem Beitrag. Sogleich entbrannte eine Debatte in den Kommentaren.

„So ein Schmarrn!“, schrieb eine Nutzerin im schönsten Bayerisch und empörte sich: „Das kann man doch so gar nicht vergleichen!“ Weitere Argumente gab es von ihrer Seite nicht. Der Verfasser ließ sich nicht beirren und entgegnete: „Habe ich doch gerade gemacht. Also kann man das wohl.“

Andere Nutzer wiederum versuchten, die nicht ganz lupenreine Argumentation im Original-Beitrag mit Fakten zu widerlegen: Auf dem Oktoberfest „müssen sie ja auch nicht irgendwo hin und haben möglicherweise wichtige Termine“, erklärte ein weiterer Nutzer die Wut vieler Bundesbürger auf die Klimaproteste der Letzten Generation. „Der Unterschied ist der freie Wille“, hieß es in einem weiteren Kommentar schlicht, der dann allerdings in einem Schimpfwort endete.

Aktivisten der Letzten Generation: Gewalt gegen „Klimakleber“ nimmt zu

Die Aktivisten der Letzten Generation demonstrieren meist mit Straßenblockaden, um die Bundesregierung zu stärkeren Maßnahmen gegen den Klimawandel zu bewegen und die „Nutzung fossiler Rohstoffe bis 2030 auf sozial gerechte Weise“ zu beenden, wie es auf der Homepage der Gruppe heißt. Doch nicht alle Menschen in Deutschland haben Verständnis dafür, auf welche Weise die Demonstranten ihren Protest zum Ausdruck bringen. Der Frust unter den Autofahrern wächst laut Polizeiangaben – und die Gewalt gegen „Klimakleber“ nimmt zu.

Die Protestler selbst sehen sich indes als „die Letzte Generation, die den Kollaps unserer Gesellschaft noch aufhalten kann.“ Bis die sogenannten Kipppunkte erreicht werden, dauere es noch zwei bis drei Jahre, erinnern die Aktivisten. Teilweise bewegen sich die Aktionen der Gruppe an der Grenze des Legalen. Die Anreise auf die Wiesn hat die Letzte Generation bislang allerdings noch nicht gestört. Zuletzt fanden die Demonstrationen der Gruppe vor allem in Berlin statt.

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