Polizei: "Werden eine Lösung finden"

Flüchtlinge und Wiesn-Besucher: Packt das der Hauptbahnhof?

München - In zwei Wochen beginnt die Wiesn. Während dieser Zeit herrscht am Hauptbahnhof Ausnahmezustand. Wenn zusätzlich zu den Oktoberfestbesuchern – wie am Dienstag – hunderte Flüchtlinge ankommen, kann das schwierig werden.

Die Planungen der Behörden laufen. Die Feinjustierung kann allerdings erst kurz vor der Wiesn erfolgen.

Zum Oktoberfest wird der ohnehin hochfrequentierte Münchner Hauptbahnhof ein Brennpunkt. Wir werden uns sehr gut auf diese Lage vorbereiten“, erklärte der neue Münchner Polizeivizepräsident Werner Feiler. Man sei sich durchaus bewusst, dass die Situation während der Wiesn schwierig sein wird, sagt Thomas Baumann, Sprecher der Münchner Polizei. Man werde alles daran setzen, mögliche Konflikte zwischen betrunkenen Wiesn-Besuchern und Flüchtlingen von vornherein zu unterbinden. Deshalb werde man rund um den Bahnhof mit Sicherheit verstärkt Beamte einsetzen. „Wir werden eine Lösung finden, um die Massen zu kanalisieren.“

Wie bisher werden Polizeibeamte auch während der Wiesn ankommende Flüchtlinge direkt an den Gleisen in Empfang nehmen und in den Raum am Starnberger Flügelbahnhof begleiten, in dem sie versorgt und registriert werden. Zudem könne man – wie bereits in den zurückliegenden Tagen – den Platz vor dem Starnberger Flügelbahnhof, wo die Flüchtlinge auf ihre Busse warten, absperren. Dann würden die Wiesn-Besucher nicht mit den Flüchtlingen zusammentreffen. Die Behörden in München seien so gut aufeinander eingespielt, dass sie sehr flexibel zusammenarbeiten. Zwei Wochen vor der Wiesn könne ohnehin noch keiner genau vorhersagen, wie viele Flüchtlinge dann ankommen.

Auch die Bundespolizei am Hauptbahnhof stellt sich auf alle Eventualitäten ein. Kollegen aus dem ganzen Bundesgebiet werden wie jedes Jahr während des Oktoberfestes die Beamten am Hauptbahnhof unterstützen. Innenminister Joachim Herrmann hat bereits den Bundesinnenminister darum gebeten, für Verstärkung der Kollegen zu sorgen. „Der Termin ist ja nicht überraschend, und die Planungen dazu laufen seit langem“, erklärt Matthias Knott, Sprecher der Bundespolizeidirektion München. Allerdings könne man die Feinjustierung erst kurz vor der Wiesn machen. „Es können bis dahin noch viele Sachen passieren, und man muss die Lage vor dem Oktoberfest einschätzen und dementsprechend reagieren“, so Knott.

Auch die Deutsche Bahn bereitet sich in Abstimmung mit den Behörden auf die Wiesn vor. „Details können wir derzeit noch nicht nennen“, erklärt ein Sprecher. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sieht im Moment während der Wiesn keine besonderen Auswirkungen durch Flüchtlinge. „Wir hatten zur Wiesn letztes Jahr gut 3,7 Millionen Fahrgäste, auf diesen Andrang sind wir eingestellt“, sagt ein Sprecher. Daran werde sich von der Größenordnung her nichts ändern. „Uns sind alle Fahrgäste willkommen!“

hor/weg

Rubriklistenbild: © Reinhard Kurzendörfer

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