Ex-Wiesn-Chefin hat ein Buch geschrieben

Gabriele Weishäupl: Als Hoeneß sie beschimpfte

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Gabriele Weishäupl.

München - Sie war 27 Jahre lang Dirigentin der Wiesn - da bekommt man so einiges hinter den Kulissen mit. Zwei Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Amt hat Gabriele Weishäupl (67) jetzt ihr Buch  herausgebracht.

In den Jahren als einzige Frau an der Spitze der „testosterongeschwängerten Wiesn“ (Zitat Weishäupl) seien ihr „eiserne Ellenbogen gewachsen“, attestiert ihr der Verleger Klaus Förg nach der Lektüre des Buches. Diese Eisernheit bewies Weishäupl jetzt gleich wieder: Erst vor zehn Tagen hatte sie eine Nieren-OP, am Montag dann einen weiteren kleinen Eingriff – die termingerechte Buchpräsentation aber ließ sie sich nicht nehmen.
Nette Geschichten, aber auch kleine Geheimnisse verrät Weishäupl in ihrem Buch. In der tz erzählt sie ein paar Anekdoten und Zitate daraus:

Der Titel: „ I bin der Max kam so zustande: Es gibt ein Wiesn-Kartenspiel, das der verstorbene Wirtesprecher Willy Heide produzieren ließ. Da war Stoiber der Eichelkönig, Ude der Grasober und ich der Herzkönig, der oberste Trumpf beim Watten – auch genannt der Max.“

Uli Hoeneß: „Hoeneß wollte mal einen FC Bayern-Fanshop auf der Wiesn einrichten. Als ich ablehnte, beschimpfte er mich: Er schilderte mir die Bedeutung des Clubs für den Ruf und das Image Münchens in aller Welt – und schloss die Attacke mit: ‚Sie sind eine typische Beamtin!‘“

Die tz: „Die tz muss gelobt werden, weil sie sich als einzige Münchner Zeitung über Jahre hinweg nicht scheute, den Ausdruck ‚wildes Bieseln‘ zu nutzen.“

Wiesn-Ehrenstadtrat Hermann Memmel: „Der übernahm gerne Ideen von anderen und hängte sie sich um. Als ich die Idee des Böllerschießen am letzten Wiesn-Sonntag hatte, machte er daraus einen Stadtratsantrag – in seinem Namen.“

Franz Josef Strauß: „Einmal hat mich seine Security festgenommen, weil ich am Stachus Guttl in seine Kutsche geworfen habe. Dann hat man mir allen Ernstes offiziell untersagt, auf den Ministerpräsidenten mit Guttln zu schießen.“

Christian Ude: „Zwei Tage vor seinem ersten Anzapfen kam Kronawitter aufgeregt zu mir: ,Der Christian is n Linker!‘ – Er meinte natürlich: Linkshänder. Wir mussten schnell die ganze Anzapfbox umdrehen – sonst hätten die Fernsehkameras nur Hintern im Bild gehabt.“

Sepp Krätz: „Bei einem nächtlichen Rundgang entdeckten wir Krätz, wie er die Massen vor seinem Zelt daran hindern wollte, ins Zelt zu drängen – mit zwei Dobermännern an der Leine!“

Italiener: „Einmal sah ich einen Italiener, der vor einem roten Brandmelder stand und verzweifelt ins Gerät schrie: ,Pronto, pronto, Italia per favore!‘ Er hatte den Brandmelder mit einem Telefon verwechselt.“

I bin der Max (Rosenheimer Verlagshaus, 16,95 Euro)

Nina Bautz

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