Reservierungen für die Oide Wiesn

Ja! Wir haben einen Wiesn-Tisch!

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Michael Schmid (33) ist happy: Er hat schon seine Reservierung.

München - Ab sofort ist im Ratskeller der Schalter offen, an dem man sich einen Tisch für das Traditionszelt auf der Oiden Wiesn reservieren kann. Die ersten haben ihre Chance bereits genutzt.

Schlange stehen für die Oide Wiesn: Im Ratskeller können die Münchner reservieren.

Es ist schon fast ein bisschen wie auf der Wiesn: Viele Menschen stehen zusammen, es ist eng, es ist warm. Doch die ersten Kurzentschlossenen, die gestern in der Früh in den Ratskeller am Marienplatz gekommen sind, sind alle gut gelaunt. Sie ratschen miteinander und warten. Denn alle wollen einen Tisch für das Traditionszelt auf der Oiden Wiesn reservieren. Die Schlange reicht um kurz nach zehn schon vom Reservierungsschalter bis zur Tür, ist ziemlich lang. Damit das Warten nicht langweilig wird, verteilen die Kellner deswegen Sekt – und der geht schneller weg als die Wiesn-Tische.

Michael Schmid hat noch keinen Sekt bekommen. Dafür hat er aber schon einen Tisch ergattert – er war in der Früh gleich der Erste in der Schlange. Weil er aber noch einen zweiten haben will, stellt er sich gleich nochmal an. „Eineinhalb Stunden dauert es sicher, bis ich wieder vorne am Schalter bin“, schätzt er und grinst. Dann schnappt er sich ein Sektglas. Um ihn herum stehen lauter Münchner – die Reservierung im Traditionszelt ist Einheimischen vorbehalten. „Aber so eng wird das nicht gehandhabt“, ist sich Michael Schmid sicher. „Meinen Ausweis musste ich zum Beispiel nicht vorzeigen.“

Das Traditionszelt auf der Wiesn ist für viele genau das: traditionell.

Die meisten Erst-Reservierer freuen sich vor allem darüber, dass sie keine Verzehrgutscheine kaufen müssen. Lediglich neun Euro Bearbeitungsgebühr kostet der Tisch im Traditionszelt – plus drei Euro Eintrittspreis pro Person . Die Wirte Peter Wieser und Toni Winklhofer vermieten ihre Tische entweder für zehn oder 20 Wiesngäste. Wie viele Tische sie insgesamt in petto haben, wird hingegen nicht verraten. „Sonst nageln uns alle darauf fest“, heißt es am Reservierungsschalter. Der ist ab sofort donnerstags und samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. So lange, bis das Sonderkontingent aufgebraucht ist.

Sie haben schon für die Oide Wiesn reserviert

Oide Wiesn
Hans-Heinrich Wrede (67): Das Schöne an der Alten Wiesn? Man kann dort fröhlich und gemütlich feiern. Ich komme ich aus Norddeutschland, bin aber ein großer Wiesngänger und freue mich schon auf eine ruhige Oide Wiesn. © Westermann
Oide Wiesn
Matthias Mastmann (44) und Oskar (11): Wir sichern uns einen Tisch für die ganze Familie – mein Sohn Oskar kommt auch schon mit. Da wir direkt neben der Theresienwiese wohnen, kennt er das alles schon und findet die Fahrgeschäfte auf der Oiden Wiesn viel besser als auf dem normalen Oktoberfest. Dort herrscht keine Hektik und man kann sich entspannen. © Westermann
Oide Wiesn
Carolin ­Hofmeister (29, r.) und Martina Wagner 25): Wir sind Schwestern und feiern auf der Wiesn unseren Hochzeitstag nach – wir haben beide geheiratet. Dass nur Münchner reservieren dürfen, finden wir gut. Sonst haben Einheimische fast keine Chance auf einen Tisch. © Westermann
Oide Wiesn
Michael Schmid (33): Die Extrem-Party-Leute auf dem Oktoberfest brauch ich nicht – ich geh‘ mit meiner Freundin und meinen Freunden viel lieber auf die Oide Wiesn. Dort geht es traditioneller und ruhiger zu, wahrscheinlich auch, weil man extra Eintritt bezahlen muss. Und dafür stelle ich mich gern ein zweites Mal in die Schlange und warte eineinhalb Stunden, bis ich einen zweiten Tisch hab. Man darf immer nur einen reservieren – wir wollen aber nochmal gehen. © Westermann
Oide Wiesn
Stefanie Riedel (20): Feierei, Zelte, Bier – das ist für mich die Oide Wiesn. Ich bin ein begeisterter Wiesngänger, mein Onkel hat auch einen Fischstand auf dem Oktoberfest. Heuer geh ich wieder mit meinen Kollegen und wurde von ihnen auch ausgewählt, um die Karten abzuholen. Da darf ich sogar später anfangen. © Westermann
Oide Wiesn
Michael Huber (46): Als ich gelesen habe, dass man hier kostenlos reservieren kann, bin ich sofort gekommen. Die Wiesn gehört für mich seit 45 Jahren dazu, ich führe die Tradition meines Vaters und meines Großvaters weiter. Der Tisch im Traditionszelt ist mein vierter – drei hab ich schon. © Westermann

Patricia Kämpf

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