Hermann Haberl: Die letzten Grüße der Wiesn-Wirte

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Hermann Haberl, Wiesn-Wirt der Ochsenbraterei und Chef des Biergartens am Chinesischen Turm, starb am Samstag an Herzversagen.

München - Die schmerzhafte Trauer um Wirte-Legende Hermann Haberl (†71): Lesen Sie hier die letzten Grüße der Münchner Wiesn-Wirte.

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Für Tochter Antje und Mutter Anneliese sind diese Tage ihre bislang härteste Kraftprobe. Ihr über alles geliebter Hermann ist ihnen am Samstagabend genommen worden, aus heiterem Himmel. „Ehrlich gesagt würden wir uns jetzt am liebsten verkriechen“, sagte Antje Schneider (43) der tz. „Aber wir interessieren jetzt nicht - nur mein Vater interessiert jetzt. Er war nun mal auch eine öffentliche Person, und deshalb tun wir alles, um ihm ein letztes Mal eine Feier zu bereiten, wie er es gewollt hätte.“

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Wenn es nach der Familie geht, wird sein letzter Ehrentag wohl voraussichtlich am Freitag in großem Kreise gefeiert werden, am Mittag bei einer Totenmesse im Alten Peter. Die Beisetzung soll im Anschluss im Familiengrab am Waldfriedhof stattfinden, dort liegt auch sein Vater und seine Schwiegermutter. Details für die Feierlichkeiten stehen noch nicht fest - „aber es kann gut sein, dass seine Lieder, die er selbst im Zelt immer auf der Trompete gespielt hat, Eingang finden.“

Oberbürgermeister Christian Ude, der ihm zu Ehren an seinem 65. Geburtstag eine Rede gehalten hat,  wird auch bei seinem letzen Geleit sprechen, ebenso wie Wirte-Sprecher Toni Roiderer. Auch der Großteil des Personals  von der Ochsenbraterei auf der Wiesn, seinen Gaststätten wie dem Chinesischen Turm oder aus seiner Zeit als Olympia-Gastronom wird Abschied nehmen. „Wir haben schon jetzt so viele Anfragen - das zeigt, dass er noch das war, was einen Wirt ausmachen sollte. Für ein gutes Arbeitsklima und einen zufriedenen Gast ist er frühmorgens aufgestanden und nachts zu Bett gegangen.“

Überschwänglichkeit sei nicht so seine Art gewesen. „Stattdessen wollte er am liebsten immer Harmonie. Er hat immer versucht, das Gute im Menschen zu sehen - manchmal war er so verständnisvoll, dass ich wirklich den Kopf schütteln musste. Und wenn nichts mehr half, dann kam sein Humor.“ Nach einer Pause fügt sie hinzu: „Diese Geduld werde ich hoffentlich von ihm mitnehmen, da kann ich noch viel lernen.“ Nicht nur für seine Tochter, auch für die anderen Weggefährten wird die Seele von Hermann Haberl nach seinem Tod weiterleben.

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Quelle: Oktoberfest live

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