Bierprobe im Oktoberfestmuseum

Hier macht Josef Schmid das Wiesn-Abitur

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Der neue Wiesn-Chef Josef Schmid verkostet für die tz blind Wiesn-Biere.

München - Seit Juli ist er der neue Wiesn-Chef: Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid (45). Am Samstag ist Anstich – aber hat Schmid auch seine Hausaufgaben gemacht? Die tz hat ihn am Rande der Bierprobe zum Wiesn-Abitur gebeten.

Bei der ersten Aufgabe musste er seine Bierkenntnis beweisen, dann folgten Wissensfragen. Lesen Sie selbst, wie der neue Boss abgeschnitten hat:

1. Bier-Geschmackstest: Erkennen Sie blind die sechs Wiesnbier-Sorten!

Hier beweist Schmid fundierte Kenntnisse - oder er rät einfach gut: Er erkennt das Augustiner, das Hofbräu, das Paulaner und das Löwenbräu. Nur bei zwei Sorten macht er einen Fehler: Er hält Spaten für Löwenbräu und Hacker-Pschorr für Paulaner.

2. Nennen Sie zwei weitere Vornamen von Therese von Bayern! 

Schmid hat nur einen Namen so ungefähr im Kopf - „Amelie, oder so ähnlich?“ Richtig: Therese Charlotte Luise Friederike Amalie.

Bewertung: Okay, war auch sehr schwer.

3. Welches Fahrgeschäft ist höher: die Achterbahn Olympialooping oder das Riesenrad?

Schmid: Prompte Antwort: „Das Riesenrad!“ Richtig: Das Riesenrad misst 50 Meter, Olympialooping 38,5 Meter.

Bewertung: Nicht schlecht.

4. Wie heißt das neue Laufgeschäft 2014?

Schmid: Nach langem Nachdenken kommt „Encounter“ Richtig: Encounter.

Bewertung: Musste er wissen, hat er selbst schon der Presse vorgestellt.

5. Wieviele große Zelte schenken Spaten auf der Wiesn aus?

Schmid: Etwas zögerlich kommt er auf zwei Zelte, das Schottenhamelzelt und die Ochsenbraterei. Richtig: Drei - der Marstall fehlt.

Bewertung: Geht in Ordnung …

6. Welche der amtierenden Wirte der großen Zelte ist der älteste?

Schmid: „Vielleicht Toni Roiderer?“ Richtig: Roland Kuffler (76) Bewertung: Dieser Fehler ist zu verzeihen.

7. Was bedeutet es, wenn die Frau die Dirndl-Schleife rechts         gebunden hat?

Schmid: „Single?“ Richtig: Die Frau ist vergeben.

Bewertung: In Ordnung, er ist ja glücklich verheiratet …

8. Wieviel kostet heuer die teuerste und wieviel die günstigste Mass in den großen Zelten?

Schmid: 9,95 Euro bis 10,20 Euro. Richtig: 9,80 bis 10,10 Euro.

Bewertung: Da liegt der Wiesn-Chef daneben - so teuer ist es zum Glück noch nicht.

9. Was singt „Ana in der Kärtner Straßen “ im Wiesn-Hit „Fürstenfeld“?

Schmid: „Ihr stellt’s Fragen …“ Richtig: „Ana in der Kärtner Straßen singt Blowin in the Wind“.

Bewertung: Mit dem Feiern hat er’s offenbar wohl nicht so …

10. Welche U-Bahnlinien fahren zur Theresienwiese?

Schmid: „U2 und U5“. Richtig: U4 und U5.

Bewertung: Peinlich, peinlich! Das war eigentlich einfach. Aber Schmid fährt wohl selten U-Bahn …

Fazit

Beim Biertest hat der neue Wiesn-Chef imponiert. Beim Grundwissen aber muss er noch nachsitzen. Dazu hat er ab Samstag viel Gelegenheit ...

Bierprobe im Oktoberfestuseum

Es ist faszinierend. Alle arbeiten mit denselben Rohstoffen – und trotzdem werden die Biere immer unterschiedlich“, sagte Paulaner-Chef

Die Vertreter der sechs Münchner Brauereien bei der Bierprobe.

Andreas Steinfatt am Montagabend bei der traditionellen Probe der sechs Festbiere im Oktoberfestmuseum. Die Brauer fachsimpelten über „blumige Hopfentöne und „runde Körper“.

Für den Wiesngast gab’s auch Interessantes: Zum Beispiel dass bei Augustiner sechs Billionen Hefezellen pro Hektoliter arbeiten, dass Paulaner heuer süffiger und Hacker-Pschorr das dunkelste Bier ist. Augustiner hat 6,4 Prozent Alkohol, dann folgen Hofbräu (6,3), Hacker-Pschorr (6,1), Löwenbräu (6,0), Paulaner (5,9) und Spaten (5,8).

"Wir vermissen Jannik"

Ganz links hinterm Fassl, da saß er immer, der Jannik. Die Wiesnbier-Probe am Montagabend war eine der ersten Veranstaltungen ohne den ehemaligen Augustiner-Chef Jannik Inselkammer († 45), der im März bei einem Lawinenunglück starb.

„Ich weiß, dass er heute mit dabei ist“, sagte Paulaner-Chef Andreas Steinfatt in seiner Rede. Dann erheben sich alle zur Gedenkminute. Sichtlich schwer fällt es besonders zwei Männern: dem neuen Führungsduo der Brauerei, Werner Mayer und Martin Leibhard.

Die Augustiner-Chefs Werner Mayer und Martin Leibhard.

Mayer, der zehn Jahre mit Inselkammer zusammengearbeitet hat, sieht harte Tage auf sich zukommen: „Die Wiesn wird schwierig. Da stehen viele Termine an, bei denen er nicht dabei ist – und dann kommen Erinnerungen hoch.“ Nach der Vorstellung seines Bieres erhebt Mayer das Glas – und schaut Richtung Himmel. „Prost, Jannik!“ Auch der gelernte Bierbrauer Martin Leibhardt (53), der erst im Juli von Tucher-Bräu in Nürnberg an die Augustiner-Spitze in München wechselte, vermisst seinen Vorgänger. „Ich habe 20 Jahre in verschiedenen Bereichen mit Jannik zusammengearbeitet. Wir saßen teilweise im gleichen Büro. An Tagen wie heute fehlt er besonders. Ich vermisse seine Lebensfreude und sein lautes Lachen.“ Eine Einarbeitungszeit habe Leibhard nicht gehabt. „Da musst du gleich agieren. Aber ich glaube, ich weiß, wie Jannik gedacht hat. Wir haben uns blind verstanden. Bei Entscheidungen denke ich daran, was er gemacht hätte.“ An der bisherigen Strategie der Brauerei ganz ohne Marketing werde sich auch unter ihm nichts ändern. „Das einzig Wichtige bleibt die Qualität des Bieres.“

nba

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