Nach Aus für das Hippodrom

München bestreitet Mauschelei beim "Marstall"

München - Die Entscheidung für das neue Bierzelt „Marstall“ auf dem Münchner Oktoberfest hat eine heftige Debatte ausgelöst. Es werden Stimmen laut, die behaupten bei der Vergabe des Platzes sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen.

Die Entscheidung für das neue Bierzelt „Marstall“ auf dem Münchner Oktoberfest hat eine heftige Debatte ausgelöst. Die Stadt wies am Mittwoch Vorwürfe zurück, bei der Vergabe des Platzes an die Wirtsleute Siegfried und Sabine Able sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen.

„Das Referat weist den Vorwurf der Mauscheleien oder gar der Korruption vehement zurück“, sagte der Sprecher des Referats für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Nickl. Der scheidende Amtschef Dieter Reiter (SPD) übernimmt am Donnerstag die Amtsgeschäfte als neuer Oberbürgermeister. Der Nachfolger von Rathauschef Christian Ude hatte bereits am Montag nach der Entscheidung betont, dass allein die vom Stadtrat festgelegten Bewertungskriterien für die Vergabe gezählt hätten.

Der Sprecher der Wiesnwirte, Toni Roiderer, hatte dieses System in der Münchner „tz“ (Mittwoch) als intransparent kritisiert. „Nicht einmal die Wirte selbst wissen, worauf es da genau ankommt, und wir erfahren auch nicht, wie wir abgeschnitten haben“, sagte er der Zeitung. Nickl sagte hingegen, das Bewertungssystem habe bisher sämtliche gerichtlichen Überprüfungen überstanden. „Wir haben jedes Jahr ein bis zwei abgelehnte Bewerber, die vor Gericht ziehen - und die Stadt hat kein einziges Verfahren verloren.“

Auch Able wies Spekulationen zurück, ihm sei bei der Bewerbung geholfen worden. „Wenn man 30 Jahre seinen Job macht, braucht man niemanden mehr“, sagte er. „Wieviele Engel müsste ich gehabt haben!“ Der gelernte Schreiner hatte sich vom Breznverkäufer auf der Wiesn hochgearbeitet. Zuletzt hatte er mit der „Kalbskuchl“ ein kleines Zelt.

Er betreibt den Biergarten am Lerchenauer See, im Winter den „Eiszauber“ am Stachus sowie weitere gastronomische Betriebe im Tierpark und in der Innenstadt. „Das bekommt man nicht geschenkt, das muss man sich erarbeiten“, sagt der Vater zweier erwachsener Töchter.

Hintergrund für die Neuvergabe des begehrten Wiesn-Platzes: Der Wirt des Promi-Zeltes „Hippodrom“, Sepp Krätz, bekam nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung keine Zulassung mehr. Es ist der erste außerplanmäßige Wechsel bei den berühmten Bierburgen seit fast zwei Jahrzehnten. Der Name „Hippodrom“ verschwindet damit nach gut 100 Jahren von der Wiesn. Der Namenswechsel zu „Marstall“ hat für Able auch rechtliche Gründe. Krätz habe die Rechte an dem Namen „Hippodrom“, sagt er.

dpa

Quelle: Oktoberfest live

Rubriklistenbild: © dpa

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