Nun endgültig Geschichte

Der Hippodrom-Hammer: Aus im Postpalast

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Tina und Sepp Krätz vor dem Hippodrom im Postpalast.

München - Das „Hippodrom“ scheint nach dem Aus auf der Wiesn nun endgültig Geschichte zu sein: In diesem Jahr findet es wohl auch im Postpalast keine Heimat mehr!

In den Festbau nahe der Hackerbrücke war die Wirtsfamilie ausgewichen, nachdem Familienoberhaupt Sepp Krätz (62) seine Zulassung für das Oktoberfest verloren hatte. Nach Informationen der tz soll sich der Aufwand im Postpalast jedoch nicht mehr gelohnt haben. Die Veranstaltungshalle wird dieses Jahr während der Wiesn anderweitig vergeben.

Auf Facebook verkündet ein Münchner Veranstalter bereits, dass er vom 21. bis 24. September ein „CRAFToberfest“ im Postpalast ausrichten will – ein Fest, bei dem Handwerksbrauereien besondere Biere präsentieren. Wer in den Kalender schaut, stellt fest: Bei dem Datum handelt es sich um das mittlere Wiesn-Wochenende! In den vergangenen zwei Jahren hatte das Hippodrom während der gesamten Dauer des Oktoberfests den Postpalast belegt. Ein handfestes Indiz für das Ende des Hippodroms, auch wenn Familie Krätz am Freitag kein Statement dazu abgeben wollte.

Nachdem Sepp Krätz 2014 wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden war und seine Konzession verloren hatte (siehe unten), führen die Frauen der Familie offiziell die Geschäfte: Krätz’ Ehefrau Tina (Tochter des früheren Hacker-Wiesnwirts Artur Fichtel) und seine Schwester Johanna Barsy sind die Chefinnen im Exil-Hippodrom. Der 62-Jährige konzentrierte sich derweil auf die Zucht sogenannter Wagyu-Rinder auf dem Hof seiner Eltern in der Nähe vom Ammersee. Im vergangenen Jahr mischte er erstmals wieder mit: Posierte mit einem seiner Prachtrinder vor dem Postpalast und begrüßte während der Wiesn drinnen wieder die Gäste.

Das Hippodrom im Postpalast – dort spielten Bands Wiesn-Hits.

Was das Hippodrom auf der Wiesn ausgemacht hatte, fand sich auch im Postpalast wieder – zumindest was die Deko anging: die charakteristischen Stoffbahnen in Grün, Rot und Gelb, dazu die bemalten Holzpferde. Wenn die Bands abends spielten, waren die Bänke im Kuppelbau gut gefüllt – aber der Postpalast ist eben nicht das Oktoberfest. So wie früher auf der Wiesn ging die Post hier nicht ab.

Stichwort: Hippodrom

Es war das Zelt der Schönen und Reichen: Das Hippodrom zog auf der Wiesn lange Jahre die Münchner Schickeria an. Wirt Sepp Krätz drehte gerne seine Runden im Zelt, ratschte und posierte mit seinen Gästen. Der Bauernsohn und gelernte Metzger hatte sich über die Jahre hochgearbeitet, 1995 stieg er in die Riege der Wiesnwirte auf. 2014 dann der Fall: Sepp Krätz wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Er hatte vor dem Landgericht München gestanden, im Hippodrom und in seinem Wirtshaus Andechser am Dom mehr als 1,1 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Er verlor seine Konzession. 2014 ersetzte das Nachfolgerzelt Marstall das Hippodrom auf der Wiesn.

Janina Ventker

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