Millionen-Entscheidung

Hippodrom: Der Krätz-Nachfolger steht fest

Hippodrom
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Die Entscheidung über das Hippodrom ist gefallen. Siegfried Able (r.) ist der Krätz-Nachfolger.

München - Der Wirtschaftsausschuss im Stadtrat hat seine Entscheidung gefällt: Der Krätz-Nachfolger für das Hippodrom steht fest. Hier lesen Sie, wer in den Wiesn-Olymp aufsteigt.

Seit 1995 hat es keine Lizenzvergabe für ein großes Wiesn-Zelt mehr gegeben, am Montagvormittag ist die Entscheidung gefallen. Der Wirtschaftsausschuss hat im Kleinen Sitzungssaal Siegfried Able zum Nachfolger von Sepp Krätz (Hippodrom) gekürt.

Der Hippodrom-Wirt Krätz war im März zu 22 Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden. Bald OB und Referent für Arbeit und Wirtschaft Dieter Reiter (SPD) erklärte damals zum Urteil, er werde Krätz nicht mehr als Wiesn-Wirt vorschlagen. Er sprach sich für den bisherigen Wirt des Kalbskugel-Zeltes, Siegfried Able, als Nachfolger aus. Dieser will zusammen mit seiner Frau Sabine ein neues Zelt unter dem Namen "Marstall" eröffnen. Mit der Entscheidung für Able ist das Hippodrom Geschichte.

Mit den Ables wird ein Überlassungsvertrag für den bisherigen Platz des "Hippodroms" geschlossen. Wie alle anderen Wirte müssen die beiden sich aber dann jedes Jahr mit ihrem Zelt neu bewerben.

Gerüchte sorgten um Vorfeld für Unruhe

Andere Stadträte hatten sich anstelle der Ables für den in München ebenfalls nicht unbekannten Lorenz Stiftl (Traditionsgaststätte Spöckmeier am Marienplatz) als Nachfolger ausgesprochen. Dieser wollte das Hippodrom unter altem Namen weiterführen.

Für Unruhe sorgten im Vorfeld der Vergabe Gerüchte, Able habe wertvolle Tipps für seine Bewerbung bekommen, die ihn in der Liste der Bewerbungen auf Platz zwei der fünf brauereifreien Zelte katapultierten. Dazu sagte Reiter nach der Entscheidung des Wirtschaftsausschusses, er sei froh, dass "wir den Vorwurf der Mauschelei ausräumen konnten". In der Sitzung der Wirtschaftsausschusses habe jede Frage zu den Bewertungskriterien beantwortet werden können.

Bei der Entscheidung vor Ort war Merkur-Redakteur Moritz Homann. Er berichtet auf Twitter von zwei weiblichen Hippodrom-Fans, die knapp 7.000 Unterschriften für den Erhalt des Zeltes gesammelt haben. Auf einem Portal für Online-Petitionen war eine Unterschriftenaktion für den Erhalt des Hippodroms gestartet worden (wir berichteten).

20 Bewerber für 5 Zelte – die Rangfolge:

PlatzBewerberZelt
1Feinkost Käfer GmbH, MünchenKäfer Wies’n-Schänke
2Siegfried und Sabine Able, MünchenAbles großes Wiesnzelt bzw. Hippodrom
3Karl Winter OHG, MünchenFischer-Vroni
4Festhalle Schottenhamel OHG, MünchenSchottenhamel-Festhalle
5Kuffler Weinzelt GmbH, MünchenWeinzelt
Sie gehen vermutlich leer aus:
6Josef Krätz Hippodrom e.K., MünchenHippodrom
7Stiftl GmbH, MünchenHippodrom
8Schuhbecks am Platzl GmbH, MünchenFestzelt „Münchner Gewürzküche“, 44 x 65 m
9Brandl GmbH & Co. KG, KarlsfeldFestzeltbetrieb, 35 x 55 m
10Johann und Johanna Barsy, NeuriedHippodrom
11Gerda und Peter Reichert, Herrsching Bierzelt Herzog IV, 45,3 x 20,2 m
12Hippodrom Oktoberfest OHG, MünchenHippodrom
13Anna-Maria Fahrenschon, MünchenFestzeltbetrieb mit wechselnden Brauereien, 30 x 60m
14Jürgen Lochbihler KG, MünchenFestzelt, 37 x 68 m
15Hoffmann Gastron. & Catering GmbH & Co. KG, HaarHippodrom, 35 x 65 m
16Christian Wilken u. Norbert Keßler, GermeringBio-Festzelt, 40 x 60 m
17Karl-Heinz und Birgit Reindl, BaldhamFesthalle, 50,8 x 65 m
18Franz und Angela Inselkammer, AyingFestzelt, keine Größenangaben 
19Josef Rubenbauer, MünchenFestzelt, keine Größenangaben
20Paul Ferdinand und Jutta Pongratz, MünchenFestzelt, keine Größenangaben

Muscheln und Currywust vom Pferd: Wo die Wiesn mal anders schmeckt

Muscheln und Currywurst vom Pferd: Wo die Wiesn mal anders schmeckt

Schnitzel auf dem Burger: Julia Krätz (25), Tochter von Hippodrom-Wirt Sepp Krätz, übernahm in diesem Jahr das Schnitzel-Standl vor dem Zelt. Hier gibt es für 5,50 Euro einen riesigen Schnitzelburger mit Salat, Tomate und vier Soßen zur Auswahl (Ketchup, Knoblauch, Mayo, Barbecue). „Unsere Schnitzel sind besonders saftig und knusprig“, verrät Julia Krätz. Alternative für Vegetarier: die frittierten Kartoffelecken (Tüte 3,50 Euro). © Bodmer
Tafelspitz und Kesselfleisch: Hier kommt der Tafelspitz nicht auf den Teller, sondern in die Semmel! Die neue Kesselfleisch- und Tafelspitzhütte von Wirt Daniel Able (Str. 4 Ost 1a) gehört zu den kleineren Standln auf der Wiesn, bringt das Fleisch aber groß raus. Die Tafelspitzsemmel mit Salat, Gurke, Tomate, Zwiebel und Kren kostet 5 Euro, die Kesselfleischsemmel gibt es für 4 Euro, die Tellerfleischsemmel für 5 Euro. Lust auf ein deftiges Frühstück? Von 10 bis 12 Uhr kostet die Weißwurst nur je 1 Euro. © Bodmer
Würstel mit Spezialsoße: Neu vor dem Weinzelt: Das Standl der Kuffler Metzgerei, bewirtet von Thomas und Sonja Schlederer. Hier gibt es – einmalig auf der Wiesn – Bosna: zwei Schweinswürstl mit einer Zwiebel-Senf-Curry-Sauce in der Semmel (5 Euro). Ebenfalls zu empfehlen: Käsekrainer im Krusti (4 Euro) und natürlich die goldprämierten Kuffler-Weißwürste (zwei Stück mit Brezn 5 Euro). Dazu schmeckt Cidre (3 Euro). © Bodmer
Bratwurstknödel: In der Münchner Knödelei wird heuer erstmals der Bratwurstknödel aufgetischt – aus der Auer Rauchwurz mit Semmelknödel, serviert auf rahmigem Sauerkraut mit Senf (13,50 Euro). Unbedingt mal probieren: Das Knödel-Dreier-Looping mit Spinatknödel, Kasknödel und Rote-Beete-Knödel auf rahmigem Wurzelgemüse-Durcheinander (14,80 Euro), als Dessert schmeckt Omas Zwetschgenknödel auf Vanillesoße (8,90 Euro). © Bodmer
Hollerblüten-Hugo: Der Hugo, seit Jahren das Sommer-Trendgetränk, erobert jetzt auch die Wiesn! Am Standl Hollerblüzzante (581 Ost) schenkt Anton Seidl eine süße Variante aus: Hugo aus Holunderblütensekt– auf Wunsch gibt es den auch in rot mit Hollerlikör (0,1 Liter je 4,50 Euro). Tipp: Genehmigen Sie sich am Abend ein Gläschen und genießen Sie dabei den Blick aufs beleuchtete Riesenrad.Fotos: Oliver Bodmer © Bodmer
Zwei Heringe in der Semmel: Manche Besucher kommen nur wegen seiner Heringssemmeln auf die Wiesn! „Wir haben viele Stammgäste“, sagt Christian Wunderer von Feinkost Wunderer (Matthias-Pschorr-Str. 7b). Das Besondere: In der Semmel (je 3 Euro) stecken zwei Heringe statt wie sonst üblich nur einer – ein echter Geheimtipp! Perfektes Anti-Kater-Mittel ist auch die Rollmopssemmel (3,50 Euro). © Bodmer
Das Beste vom Pferd: Der neue Renner auf der Oidn Wiesn: Die Pferdelendenfetzensemmel (8 Euro) beim Rosswurstbrater (Oide Wiesn 19), dem Standl von Kalman und Lena Brotschul. Pferd zählt mit dem geringen Fettanteil von vier Prozent und den vielen enthaltenen Mineralstoffen zu den gesündesten Fleischsorten! Auch neu im Angebot: Currywurst vom Pferd (mit Pommes 6,50 Euro, mit Semmel 4,50 Euro). © Bodmer
Jakobsmuscheln: Im neuen Standl vom Fisch Bäda (Str. 3 Ost 5) schwingt der Münchner Sternekoch Christian Loisl den Kochlöffel. Er und seine Kollegen zaubern fischige Delikatessen auf die Teller, etwa gebratene Jakobsmuscheln (19,50 Euro; Foto) oder Oktopus und Sepiatube mit Mojitosalz (18,50 Euro). Dazu stehen drei Beilagen zur Wahl (Risoléekartoffeln 3,50 Euro, Grillgemüse 3,90 Euro, Marktsalat 3,90 Euro). © Bodmer
Oktoberfest wird vegan: Auch ein anderer Trend erobert die Wiesn: veganes Essen, das ohne jegliche tierische Produkte wie Eier oder Milch zubereitet wird! In der Hühner- und Entenbraterei Ammer zum Beispiel steht heuer erstmals ein veganes Bio-Hühnerfrikassee aus Bio-Sojaschnitzerl mit Bio-Kapern und -Erbsen und Bio-Reis auf der Karte (13,50 Euro). Im Herzkasperlzelt auf der Oidn Wiesn gibt es in diesem Jahr unter anderem vegane Kässpätzle (mit Zwiebeln und Salat 12,80 Euro) aus Wasser, Öl und Stärke. Fisch Bäda bietet sogar veganen Wein ohne Verwendung von tierischem Eiweiß (0,2 Liter 8 Euro). Bei Bier gilt generell: Solange es nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraut wird, ist es vegan. © Bodmer

wei

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