Schon wieder

Hygieneskandal um Wiesn-Brezn von Müller

Landshut - Von dem neuen Fall gravierender Hygienemängel in einer niederbayerischen Großbäckerei sind auch Wiesn-Brezn von Müller-Brot betroffen.

Nach dem Skandal bei Müller-Brot haben die Behörden in Bayern erneut gravierende Hygienemängel bei einer Großbäckerei festgestellt. Wie ein Sprecher des Landshuter Landratsamtes am Mittwoch erklärte, wurden bei einer Kontrolle am vergangenen Freitag Defizite in verschiedenen Bereichen des Unternehmens entdeckt. Pikant an dem Fall: Von den Problemen in der Backfabrik in Altdorf bei Landshut sind auch Oktoberfest-Brezn von Müller-Brot betroffen.

Der Sprecher der neuen Filialnetz-Eigentümer der seit sieben Monaten insolventen Neufahrner Müller-Brotfabrik bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass in dem kontrollierten Betrieb auch die Müller-Brezn hergestellt werden. Laut dem Sprecher der Landshuter Kreisbehörde gab es in der Großbäckerei auch bei der Dokumentation Probleme. Nun werde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Um welche Hygienemängel es sich konkret handelte, wurde zunächst weder von den Behörden noch vom Unternehmen bekanntgegeben.

Die Bäckerei-Konditorei Heinz KG selbst berichtete, die Herstellung an den Standorten Altdorf und Gündlkofen sei nach der Überprüfung durch Kontrolleure des Landkreises und des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Freitag vorübergehend gestoppt worden. Bereits am Samstag seien aber wieder alle Produktionslinien in Betrieb gewesen. „Selbstverständlich haben wir sofort alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen“, erklärte Bäckermeister Reinhard Heinz.

Die Waren aus Altdorf seien gar nicht erst in den Verkauf gelangt, die in fünf Tagen hergestellten Waren aus Gündlkofen seien zurückgerufen worden. Die Produkte hätten nicht „die Verbrauchersicherheit gefährdet“, sagte Heinz. In mehr als fünf Jahrzehnten habe es bei dem Unternehmen keinen vergleichbaren Zwischenfall gegeben. Die Großbäckerei sei auch in den vergangenen Jahren regelmäßig kontrolliert worden, Mängel seien stets sofort abgestellt worden. „Wir bedauern die Verunsicherung unserer Kunden“, sagte der Bäckereichef.

Bei Müller-Brot hieß es, nicht eine ihrer Brezn habe in dem fraglichen Zeitraum die Bäckerei verlassen. Der Sprecher der Müller-Brot-Filialen erläuterte, die heutigen Inhaber der Bäckerei- Läden, Evi Müller und Franz Höflinger, hätten darauf gedrungen, dass alle Mängel in Altdorf sofort abgestellt werden. „Der Fall belegt, dass das Kontrollsystem der Firma Höflinger-Müller funktioniert hat.“

Vor einer Woche hatten Müller und Höflinger mitgeteilt, dass sie nahe Landshut mit eigenen Bäckern „nach unseren eigenen Rezepten unsere eigenen Wiesn-Brezn“ backen. Fürs Münchner Oktoberfest würden rund eine halbe Million Brezn produziert. Zur Herstellung dieser Menge sind aber auch andere Bäckereien im Großraum München für Müller-Brot tätig.

Im Januar war Müller-Brot (Landkreis Freising) nach Ungezieferbefall geschlossen worden, kurze Zeit später musste die Fabrik mit 1250 Mitarbeitern Insolvenz anmelden. Evi Müller und ihr Geschäftspartner Höflinger übernahmen später die Müller-Filialen.

Die Großbäckerei Heinz stellt nach eigenen Angaben mit 250 Mitarbeitern an drei Standorten rund 220 000 frische und tiefgefrorene Backwaren pro Tag her und beliefert bundesweit auch Hotels und Restaurants. Daneben verkauft das 1960 gegründete Unternehmen die Waren in 23 eigenen Filialen. Im Bereich des Großhandels hat die niederbayerische Großbäckerei etwa 250 Kunden.

Alle Infos zum Hygiene-Skandal bei Müller-Brot erhalten Sie hier.

dpa

Quelle: Oktoberfest live

Rubriklistenbild: © dpa

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