Karl Eichinger heizt im Hippodrom ein

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Karl Eichinger, Sänger der Münchner Zwietracht, im Hippodrom.

München - Kurz vor 21 Uhr, im Hippodrom kocht die Stimmung. „Habt ihr noch Kondition?“ brüllt Karl Eichinger (54) von der Bühne in die Menge. „Jaaaa!“, hallt’s zurück.

In diesen Momenten weiß der Frontmann der Münchner Zwietracht, warum er den harten Job des Wiesn-Sängers macht: „Wenn die Meute tobt und das Zelt eins wird – das ist das Schönste!“

Seit 14 Jahren spielt die „populärste Oktoberfestband der Welt“ auf der Wiesn im Promizelt Hippodrom. 1991 gründet Eichinger die Gruppe mit zwei Kumpels. „Eigentlich wollten wir nur im Studio Musik aufnehmen“, sagt der Münchner. Aber kaum ist die Platte raus, klingelt das Telefon. Am anderen Ende: Karl Moik. „Er hat gefragt, ob wir mit ihm auf Tour gehen wollen.“ Weil ihm sein Chef keine drei Monate unbezahlten Urlaub geben will, hängt Karl Eichinger kurzerhand seinen Job als Versicherungskaufmann an den Nagel.

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Mittlerweile ist die Band zu sechst, spielt bundesweit 100 Auftritte im Jahr und hat mehr als 50 Fernsehauftritte hinter sich. Auf der Wiesn heizt die Gruppe jeden Abend von 17.45 Uhr bis 22.30 Uhr mit Oldies, Charts und eigenen Songs ein. „Die Wiesn ist die stressigste Zeit des Jahres“, erzählt Eichinger. „Ich steige kurz vor 23 Uhr in die U-Bahn und fall zu Hause sofort ins Bett.“

Sein Durchhalte-Tipp für 17 Tage Wiesn-Marathon: Früh schlafen gehen, kein Alkohol und tagsüber den Mund halten. Und viel alkoholfreies Bier: „Wasser sieht doof aus beim Prosit.“ Nur von November bis März geht es bei der Band ruhiger zu. Dann düst der 54-Jährige mit Ehefrau Lydia und Freunden in die Berge zum Skifahren oder Langlaufen, „oder ich häng in Thailand oder Ägypten rum. Das ist ja die einzige Zeit im Jahr, in der ich mich erholen kann und Zeit für Freunde habe.“

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Die Musik ist seine große Leidenschaft: Schon als kleiner Bub hat er beim Frisör gesungen, wenn seine Mama ihn mitgenommen hat. „Die Damen waren so gerührt, dass sie mir ein paar Fünferl zugesteckt haben“, sagt Eichinger. Ob er nicht selbst mal auf der Wiesn feiern will? „Auf keinen Fall! Ich bin geheilt bis an mein Lebensende. Mich wird man nie privat im Bierzelt antreffen.“

C. Schmelzer

Quelle: Oktoberfest live

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