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Küchen-Bauer im Hacker-Festzelt: „Gehen raus, wenn die Leute reinkommen“

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Von: Leoni Billina

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Die Küchen-Bauer Basti und Alex im Hacker-Festzelt
Im Hacker-Festzelt sorgen Basti (links) und Alex dafür, dass die Küche zum Wiesn-Start steht © Oliver Bodmer

In unserer Oktoberfest-Serie erfahren Sie die Comeback-Geschichten der unterschiedlichsten Mitarbeiter auf der Wiesn. Heute geht‘s ins Hacker-Festzelt.

Der weiß-blaue Himmel im Zelt ist bespannt, ganz vorne prangt bereits der Schriftzug, der die Herzen von Wiesn-Liebhabern erwärmt: „Himmel der Bayern“. Die Arbeiter werkeln auf Hochtouren. Und mittendrin: Basti (35) und Alex (39). Im Hacker-Festzelt bauen die beiden die Küche auf – und sorgen dafür, dass die Oktoberfest-Gäste himmlisch bekocht werden können.

Die Zwei sind gelernte Energieelektroniker und mit eigenen Firmen selbstständig. Beide bauen vor allem Großküchen auf, Aufträge haben sie genug. Trotzdem lassen sie diese Arbeit während der Wiesn ruhen und ackern im Hacker. Was vor allem einen Grund hat: „Wenn man mal hier ist, ist es immer schön. Man trifft Leute wieder, die man jahrelang nicht gesehen hat. Es funktioniert alles Hand in Hand, alle arbeiten zusammen“, sagt Alex. Und: „Der Festwirt Thomas Roiderer – der ist menschlich einfach super.“

Die Küchen-Bauer sind alte Hasen beim Wiesn-Aufbau

Es ist für beide nicht der erste Oktoberfest-Aufbau. Alex ist bereits seit 2009 auf der Wiesn, Basti kam 2012 über ihn an diesen speziellen und vor allem anstrengenden Job. Hendlgrill, Kochkessel, Grillplatten, Dämpfer – die Liste der speziellen Küchengeräte ist lang. Und die zwei Jahre Pandemie-Pause stellen die beide vor besondere Herausforderungen.

Denn: Die Geräte werden übers restliche Jahr, wenn sie nicht gebraucht werden, eingelagert, alles war nun also fast drei Jahre nicht in Gebrauch. Das Küchen-Duo baut die Sachen zunächst auf, nach einem Testlauf geht es dann erst einmal ans Reparieren. „Wenn wir die Küche hingestellt haben, muss die Elektrofirma die Geräte anschließen. Dann machen wir weiter und probieren aus, ob alles funktioniert“, erklärt Basti.

Während der gesamten Aufbau-Zeit heißt es für die beiden also vor allem: flexibel bleiben. „Mal arbeiten wir bis drei, mal bis 22 Uhr – je nach Bedarf,“ sagt Basti.

Geht nicht, gibt‘s nicht

Das Spezielle an dem Wiesn-Job sei vor allem, dass es „die Option, dass es nicht rechtzeitig fertig wird, nicht gibt“, sagt Basti. Die Wiesn startet am 17. September – daran ändert auch ein kalter Hendlgrill nichts. „Allerdings ist es auch noch nie vorgekommen, dass die Küche mal nicht fertig geworden ist.“ Während es sich für Basti nach dem 17. mit der Wiesn-Arbeit erst einmal erledigt hat, ist Alex auch während des Oktoberfests noch dort beschäftigt. Von 5 bis 9 Uhr kommt er jeden Tag rein und repariert mögliche Schäden. „Das größte Problem ist die Feuchtigkeit durch den Temperaturunterschied“, erklärt er. Bei Betrieb könne es schon mal 30 bis 40 Grad warm werden – und in der Nacht auf zehn Grad runterkühlen.

Bis sie an einen laufenden Betrieb überhaupt denken können, stehen den Beiden allerdings noch arbeitsreiche eineinhalb Wochen bevor. Vor allem die letzte Woche wird anstrengend für die Küchen-Bauer. „Könnte passieren, dass die Leute, wenn’s dann losgeht, vorne reingehen und wir hinten raus“, sagt Alex und lacht.

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