Nach dem ersten Wochenende

Marstall: Das neue Wiesn-Zelt im tz-Test

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Das Marstall in der Dämmerung.

München - Wochenlang war es das Wiesn-Thema: das neue Marstallzelt. Wie wird wohl das Essen? Und die Stimmung? Klappen die Abläufe reibungslos? Wir haben den großen Marstalltest gemacht.

Wochenlang war es das Wiesn-Thema: das neue Marstallzelt. Wie wird wohl das Essen? Und die Stimmung? Klappen die Abläufe reibungslos? Die tz hat den großen Marstalltest gemacht – und drei Gäste befragt, wie Ihnen das neue Zelt gefällt. Wie der erste Tag für Wirt Sigi Able in seiner neuen Rolle als großer Wiesnwirt war, lesen Sie im Artikel unten.

Wo punktet das neue Marstall? Wo kann es noch besser werden? Der tz-Check am Anstich-Samstag:

Das Zelt: Hell, freundlich, farbenfroh – aber nicht zu bunt. Dazu viele schöne Details wie die sich drehenden Pferde auf der Musikbühne, Kissen in den Boxen, Vorhänge an den Fenstern und Tischdecken auf den Bänken. Ein weiterer Höhepunkt: die große Bar auf dem hinteren Balkon direkt am Fenster. Fazit: Da hat der Wirt richtig Geld in die Hand genommen!

Das Zelttreiben am Abend.

Die Stimmung: Das Marstall wird wohl nicht zum Partyzelt werden. Und das ist offenbar gewollt. Denn als um 14 Uhr die ersten Gäste langsam auf die Bänke steigen, werden sie wieder heruntergebeten. Es sei noch zu früh dafür … Fazit: Wer richtig feiern will, muss woanders hin. Familien aber freuen sich über viele freie Gänge.

Die Gäste: Die meisten sind zwischen 25 und 40 Jahre alt. Das Publikum ist nicht ganz so (ab)gehoben wie im Vorgängerzelt Hippodrom, arm sind die Gäste aber auch nicht gerade. Fazit: Der Handwerker fehlt. Akademiker-Familien sitzen neben Unternehmern.

Essen/Getränke: Das Bier war am ersten Tag sehr gut eingeschenkt. Die tz hat drei Gerichte getestet: Das Hendl (10,80 Euro) war recht saftig und hatte ein würzige Panade – ganz gut. Das Tatar vom bayerischen Wagyu-Rind (18,50 Euro) ist nichts für Freunde des klassischen Tatars: Die Würzung ist zu lasch, außerdem ist das rohe Fleisch nicht pur, sondern mit einer cremigen Sauce vermischt, so dass das ganze eher an einen Brotaufstrich erinnert. Sehr überzeugend: die Trüffelpflanzerl (20,50 Euro). Sie sind schön locker, darauf sind fünf Trüffelspäne verteilt. Das Karottengemüse ist knackig und die überbackenen Rahmkartoffeln sind perfekt gewürzt. Fazit: Die Küche liegt im oberen Mittelfeld der Wiesn.

Der Service: Wie angekündigt sind die Hostessen stets bemüht, den Gästen Plätze zu organisieren. Die Bedienungen sind höflich und aufmerksam. Das Essen kam nach 20 Minuten. Eine Radlermass aber dauerte leider 40 Minuten. Fazit: sehr gut, aber (noch) nicht perfekt.

Flirten: Fesch sind sie, die Madln und Buam im Marstall. Das Publikum ähnelt ein wenig dem vom Schützenzelt. Richtig auf Tuchfühlung geht es aber nur oben an der Bar. Fazit: Flirten ja, abschleppen könnte schwer werden.

Prominente: Am Samstag waren keine da. Fazit: Ob das Marstall genauso anziehend für Promis wird wie das Hippo wird sich zeigen.

Raucher: Der Raucherbalkon hinten ist schön groß und leicht von überall zugänglich. Fazit: Super für Raucher!

Toiletten: Die Vorräume der Damen-Toiletten sind wie ein Zimmer im Alpenstil eingerichtet. Auf den großen, hölzernen Schminkkommoden warten Duftkerzen, Haarspray und Deos, darüber hängen riesige Spiegel. Es warten genug Waschbecken, aber es könnte mehr Toiletten geben. Fazit: Vom Wohlfühlfaktor her unschlagbar.

Das sagen die Gäste:

Alles ist liebevoll durchdacht

Das Marstall ist dem Hippodrom sehr ähnlich. Es ist sogar noch freundlicher und heller als das Hippodrom, dort waren die Farben ein wenig erdrückend. Das Marstall ist wirklich kein 0-8-15-Zelt. Es ist liebevoll durchdacht mit einem schonen Konzept. Ich bin begeistert!

Chiara König (28), Marketingangestellte aus München

Will gar nicht ins Zelt

Ich habe mir den Marstall bisher nur von außen angeschaut. Mir gefällt es im Biergarten so gut, dass ich nicht ins Zelt will. Auf das erste Bier musste ich nicht lange warten und die Bratwurst schmeckt auch. Und für kühle Abende gibt es Heizstrahler. Perfekt!

Magnus Graf (33), Ingenieur aus München

Sehr familienfreundlich

Ich bin überrascht: Das Zelt ist sehr familienfreundlich. Ich stand mit meinem Mann und den zwei Kindern vor dem Eingang ohne Reservierung an – und die Security hat uns hereingewunken. Der Service ist auch super. Das Zelt finde ich allerdings ein bisschen zu kitschig.

Janine Friese (42) aus München

Nina Bautz

Quelle: Oktoberfest live

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