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„Katastrophe, wirklich schrecklich“: Karussell-Betreiber spricht über schlimme Wiesn-Zeit

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Von: Julian Limmer

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Die Zugspitzbahn auf dem Oktoberfest
Die Zugspitzbahn auf dem Oktoberfest drehte sich 2018 noch deutlich öfter, doch 2022 steht das Fahrgeschäft still - vorerst. © IMAGO / Plusphoto

Alles fährt und dreht sich auf der Wiesn, nur die Zugspitzbahn steht still. Doch das könnte sich schon bald wieder ändern.

München - Überall jubelnde Fahrgäste, überall blinkende Lichter, alles in Bewegung. Nur beim Karussell von Michael Menzel (62), der traditionsreichen Zugspitzbahn, herrscht Eiszeit: Ganze zehn Wiesn-Tage schon dreht sich bei ihm nichts, denn Teile für die Gondeln sind nicht geliefert worden – bis jetzt.

Die weiß-blauen Gondeln hinter der schneebedeckten Alpen-Kulisse auf den Verkleidungen stehen still. Das Kassenhäuschen ist leer. Die Zugspitzbahn ist geschlossen. Eine schlimme Zeit für Schausteller Michael Menzel, der die Bahn betreibt: „Wenn überall was los ist, ist man nicht gerne derjenige, der zuschaut.“ Doch jetzt gibt es plötzlich doch noch einen Lichtblick! Heute könnte Menzel sein Karussell endlich zum Laufen bringen.

Oktoberfest-Unglück für Menzel bahnte sich vor einem Monat an

Menzels Unglück bahnte sich vor knapp einem Monat an. Und zwar in Form einer nüchternen Nachricht: Teile für die Gondeln seines Karussells, die er extra für sein Fahrgeschäft hatte anfertigen lassen, seien auf dem Weg zu ihm verloren gegangen. „Sie sind wohl am Pariser Flughafen liegen geblieben, wurde mir von dem Paketdienst gesagt,“ so Menzel. Dort seien sie nicht mehr auffindbar gewesen. Das Paket mit den Teilen, das verloren ging, sei nicht größer als ein Koffer gewesen. Doch ohne diese Teile darf Menzel sein Karussell nicht in Betrieb nehmen: „Es ist eine Katastrophe, wirklich schrecklich“, sagt der Betreiber.

Jeden Tag stand er mit dem Paketdienst im Austausch, hoffte auf eine positive Nachricht. Drei bis vier Wochen könne es dauern, bis die Teile wieder auftauchen und bei ihm ankommen, habe man ihm gesagt.

Wiesn-Geschäft für Menzel dieses Jahr teuer: „Habe Haufen Kosten am Hals“

Für den Schausteller nervenaufreibend und teuer: „Ich habe jetzt einen Haufen Kosten am Hals“, sagt Menzel. Denn die Standgebühr, die Kosten für sein Personal, alles läuft weiter. „Ich habe noch keinen genauen Überschlag gemacht. Ich schätze aber, dass mich das bestimmt 30.000 bis 40.000 Euro kosten könnte.“

Jetzt liegt alle Hoffnung auf dem Wiesn-Endspurt. Denn gestern endlich hat er wohl doch noch die dringend benötigten Ersatzteile bekommen. Genaueres wollte Menzel auf Anfrage noch nicht sagen. Klar ist: Der TÜV muss erst noch seinen Segen geben. Doch wenn es glatt läuft, kann Menzel zumindest die letzten Wiesn-Tage noch aufsperren. Das wäre eine große Erleichterung, findet auch Schausteller-Sprecher Peter Bausch: „So ein Ausfall ist fürchterlich: für Menzel, die Besucher, die Veranstalter, alle!“ (Julian Limmer)

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