"Kreative Begründung"

Mindestlohn-Debatte: DGB-Chefin derbleckt Wiesn-Wirte

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Münchens DGB-Chefin Simone Burger wettert: „Wiesn darf kein rechtsfreier Raum sein“

München - Riesenwirbel nach der tz-Schlagzeile über den Mindestlohn und die Bierpreise auf dem Oktoberfest: Jetzt schenkt die Münchner DGB-Chefin Simone Burger den Wiesn-Wirten sauber ein!

„Es gibt wenige Dinge, auf die man sich in München so sehr verlassen kann wie die jährliche Anhebung des Bierpreises auf dem Oktoberfest“, wettert die Gewerkschaftschefin. Seit 1971 habe es nur ein Jahr ohne gegeben. Allein in den letzten zehn Jahren sei der Bierpreis um fast 40 Prozent angestiegen. Burger ätzt: „Interessant an diesem jährlichen Ritual ist eigentlich nur, welche Begründung sich die Wiesn-Wirte jeweils aussuchen. In diesem Jahr waren sie wirklich mal kreativ: Statt Energiekosten oder Hopfenpreis soll nun der Mindestlohn schuld sein.“

Die Wiesn-Wirte hatten in der tz argumentiert, dass nicht die 8,50 Euro Stundenlohn das Problem seien, weil alle Angestellten mehr verdienten, sondern die enormen Kosten für die Bürokratie. Die Arbeitszeiten und die Stundenprotokolle kontrolliert heuer erstmals auch der strenge Zoll.

„Die Pflicht, die Arbeitszeit zu dokumentieren, besteht auch für die Wiesn-Wirte nicht erst seit dem Mindestlohn“, sagt die Gewerkschafterin. „Das Oktoberfest darf kein rechtsfreier Raum sein. Ich begrüße es, wenn erstmals überall Kontrollen der Arbeitszeit durchgeführt und mögliche Verstöße geahndet werden.“

Wirte-Sprecher Toni Roiderer hat nichts gegen Kontrollen: „Es geht nur um die Erschwernisse bei der Aufzeichnungspflicht. Wir müssen klären, was von uns im Detail verlangt wird.“

David Costanzo

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