Bedienungen dürfen das ganze Fest durcharbeiten

Sonderweg für die Wiesn-Wirte

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Sie wollen länger ran: Heuer sollen die Oktoberfest-Bedienungen ganz legal 16 Tage am Stück arbeiten dürfen.

München - Die Wiesn hat ihre eigenen Gesetze. Das war schon immer so – und zeigt sich einmal mehr in der Diskussion um die neue Mindestlohnregelung.

Die Wiesn-Wirte gerieten aufgrund der erhöhten Dokumentationspflichten in puncto Arbeitszeiten in Bedrängnis und schlossen Preissteigerungen nicht aus. Der exklusive tz-Bericht hatte für Aufregung gesorgt, weshalb sich Sozialministerin Emilia Müller (63, CSU) am Dienstag sofort zum Krisengespräch mit Wirtesprecher Toni Roiderer (70) traf. Das Ergebnis: Es gibt einen bayerischen Sonderweg! Zur Erinnerung: Die Bedienungen dürfen laut Arbeitsschutzgesetz nur zehn Stunden pro Tag und sechs Tage am Stück arbeiten – sie selbst aber wollen viel länger Massen schleppen.

Offiziell hieß es am Dienstag aus dem Ministerium nur, dass man einen „praxisorientierten Vollzug des Arbeitszeitgesetzes während der bayerischen Volksfeste“ beschlossen habe. Emilia Müller sagte zur neuen Regelung nur so viel: „Wir waren uns darüber einig, dass wie bisher eine enge Zusammenarbeit der Wiesn-Wirte mit dem zuständigen Gewerbeaufsichts-amt sinnvoll ist. Diese Abstimmung hat sich in den letzten Jahren bereits sehr gut bewährt.“

Nur in einem Punkt wird das Ministerium konkret: beim Ausgleich für die erhöhte Arbeitszeit. Die Bedienungen könnten ihre „Überstunden“ auch vor und nach der Wiesn abfeiern, sie wären damit offiziell länger angestellt als die üblichen 16 Tage. Damit werde der Schutzzweck des Arbeitszeitgesetzes erfüllt. Die Bedienungen müssten nicht nach sechs Tagen einen Ruhetag einlegen, sondern dürfen weiterhin das ganze Fest durcharbeiten.

Inwieweit auch der Zoll eingebunden ist, war am Dienstag noch unklar. Schließlich soll die Behörde das neue Mindestlohngesetz und damit auch die Arbeitszeiten auf der Wiesn kontrollieren.

Wirtesprecher Toni Roiderer (Hackerzelt) zeigte sich am Dienstagabend gegenüber der tz zufrieden: „Es war ein sehr angenehmes Gespräch. Wir sind der Bayerischen Staatsregierung sehr dankbar für die praktikable Lösung.“

nba/dac

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