„Ich will halt einfach dahin – unbedingt.“

Hat dieser Sternekoch bald ein eigenes Zelt auf der Wiesn?

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Sternekoch Alfons Schubeck im ehemaligen Zisterzienserkloster in Aldersbach (Bayern).

Jeder große Münchner Gastronom hat einen Traum: Irgendwann mal Wiesn-Wirt sein. Für einen bekannten Sternekoch könnte dieser Traum vielleicht sogar in Erfüllung gehen.

München - Ein Schuhbeck-Zelt auf dem größten Volksfest der Welt? Das mag für so manchen Feinschmecker verheißungsvoll klingen. An Schuhbeck selber soll es jedenfalls nicht scheitern – er unterstreicht seine Ambitionen auf eine eigene Dependance auf der Wiesn. Dort traut sich der Sternekoch einiges zu – auch gerne die Leitung eines der 14 großen Oktoberfestzelte. „Aber es ist egal, ob groß oder klein. Ich würde nehmen, was ich bekomme“, betont der Gastronom. „Das wäre die Krönung meiner Arbeit und ein echtes Schmankerl. Aber mir ist natürlich klar, dass dieser Wunsch nur in Erfüllung gehen kann, wenn auf der Wiesn ein Platz frei wird.“ 

Schuhbeck auf der Wiesn in München - wie stehen die Chancen?

Und da stehen die Chancen derzeit besser denn je. Wie berichtet, hat beispielsweise Wiggerl Hagn, Chef des Löwenbräuzelts, derzeit Ärger mit der Stadt, weil er rund zwei Millionen Euro an Umsatz nicht angegeben haben soll. Dadurch seien der Stadt 110 000 Euro Umsatzpacht entgangen – die der Wirt allerdings inzwischen beglichen hat. Noch ist unklar, ob Hagn auf der Wiesn bleiben darf. Dazu kommt: Die Behörde lässt derzeit wegen des Hagn-Falls die Abrechnungen aller großen Wiesn-Wirte nochmal haargenau kontrollieren – durch externe Prüfer, die bereits die Unterlagen des Löwenbräuzelt-Chefs analysiert haben. Fakt ist: Die Stadt – vorneweg OB Dieter Reiter – betonte mehrfach, nun bei den Abrechnungen hart durchzugreifen. 

Alfons Schuhbeck will darauf nicht spekulieren: „Mal schaun. Mir ist wichtig: Ich bin mir sicher, ein Wiesnzelt leiten zu können – und hoffe, einfach bald einen Platz zu bekommen.“ Keine Frage: Mit Logistik kennt sich Schuhbeck aus. Er führt einen riesigen Catering-Service, betreibt das teatro-Zelt, besitzt mehrere Restaurants. „Ich glaube schon, dass das für mich spricht. Letztendlich entscheidet aber die Stadt.“ Und genau die legt großen Wert darauf, dass Gastronomen ausgewählt werden, die ein Wiesnzelt auch stemmen können. 

München: Das sind die Kriterien für ein eigenes Zelt auf der Wiesn

Die Bewertungskriterien der Stadt für ein Wiesn-Zelt und für die sonstigen Beschicker sind klar festgelegt. Es gibt 13 Kategorien. In jedem einzelnen Segment werden null bis elf Punkte vergeben. Kriterien sind unter anderem Volksfesterfahrung, Zuverlässigkeit bei der Vertragserfüllung, Tradition oder Ortsansässigkeit des Bewerbers. Besonders hoch bewertet werden die Ausstattung, der technische Standard und die Anziehungskraft der Betriebe. Logischerweise können Neubewerber in den Bereichen Erfahrung und Vertragserfüllung nicht so stark punkten wie langjährige Wirte oder Beschicker. Deswegen ist es auch so schwer, einen Platzhirschen zu verdrängen. Besonders begehrt sind die fünf brauereiunabhängigen Zelte, bei denen die Stadt das alleinige Entscheidungsrecht hat. Zuletzt gab es hier 2014 einen Wechsel in einem großen Zelt, als Siegfried Able den Platz von Hippodrom-Wirt Sepp Krätz einnahm, den eine Steueraffäre zu Fall brachte. 

Die Bewertungskriterien wurden im Übrigen 2017 modifiziert. Seit vergangenem Jahr spielt der Bereich Ökologie und Umweltschutz eine größere Rolle. Bis dahin waren die Vorgaben hier eher unpräzise. Besonders positiv bewertet wird zum Beispiel der Verkauf von ökologischen und regionalen Lebensmitteln, wenn das Hauptsortiment zu 100 Prozent aus Bio-Produkten oder Produkten mit kurzen Transportwegen besteht. Bei den Vergabeverfahren scheint es auf jeden Zähler anzukommen. Allerdings bleibt das Ergebnis geheim. Wie welcher Betrieb vom Wirtschaftsreferat bewertet wurde, wird nicht veröffentlicht. 

Schuhbeck über seinen Traum vom eigenen Zelt: „Ich will halt einfach dahin - unbedingt“

Erfahrungen in der Großgastronomie hat Schuhbeck. Vielleicht gibt’s also bald Hendl mit Ingwer auf der Wiesn. Den Alfons würde es freuen: „Aber wenn’s 2019 nicht klappt – dann bewerb ich mich im Jahr drauf wieder. Ich will halt einfach dahin – unbedingt.“

A. Geier

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