Großer Bruder des Marstall-Chefs

Wird jetzt auch Josef Able Wiesn-Wirt?

Die Ables: Josef mit Gattin Claudia und den Söhnen Daniel und Sebastian, die an der Schlosswirtschaft Oberschleißheim eine Almhütte betreiben.

München - Erst im vergangenen Jahr gab Siegfried Able (51) den Einstand als Wiesn-Wirt – sein Marstall-Zelt folgte aufs Hippodrom. Jetzt steht offenbar sein drei Jahre älterer Bruder vor dem gastronomischen Ritterschlag:

Wie die tz beim Frühlingsfest-Rundgang der Schausteller mit Bürgermeister und Wiesn-Boss Josef Schmid (CSU) erfuhr, soll Josef Able mit einem kleinen Zelt zum Wiesn-Wirt aufsteigen!

Siegfried Able ist Cehf des Marstall-Zelts.

Es ist das bestgehütete Geheimnis der Stadt: Wer wird Wirt – wer nicht? Nach den offiziellen Regeln der Stadt läuft die Bewerbungsfrist stets zum Ende des Vorjahres aus. Dann prüft und bewertet das Wirtschaftsreferat alle Pläne nach 13 Kriterien wie Volksfesterfahrung und Ortsansässigkeit mit je bis zu elf Punkten und erstellt eine Rangliste. Im April/Mai segnet der Stadtrat die Zulassung ab.

„Ich bin schon von ein paar Seiten darauf angesprochen worden. Mich würde es freuen, wenn es so wäre“, sagt Josef Able der tz. „Aber die Leute erzählen immer viel.“ Able ist Profi genug zu wissen, dass die Politik das letzte Wort hat. Von der Stadt habe er noch nichts gehört und verweist auf kommende Woche. Da tagt der Wiesn-Arbeitskreis im Rathaus. Im Mai heben oder senken dann die Stadträte hinter verschlossenen Türen den Daumen. Davor will Schmid keine Namen kommentieren, heißt es auf Anfrage.

Josef Able hat 30 Jahre Wiesn-Erfahrung

Es wäre der Aufstieg einer neuen Wirte-Dynastie: Siegfried Able hat mit seinem Einzug auf der Theresienwiese für Furore gesorgt, Wirte-Sprecher Toni Roiderer pflegt ihn nur „Kioskbetreiber“ zu nennen. Dabei hatte der schon vor Jahren eine Wurstbraterei mit jahrzehntelanger Tradition unter den kleinen Wiesn-Zelten ausgestochen, bevor er die Nachfolge des wegen Steuerbetrugs verurteilten Sepp Krätz antrat. Auch Josef Able ist seit mehr als 30 Jahren auf der Wiesn, 2010 bekam er erstmals die Zulassung mit einem Spanferkel-Stand.

Sein kleines Wiesn-Zelt könnte anstelle von Poschners Hühner- und Entenbraterei entstehen, das dann wohl den Platz räumen müsste. Deren Chef Berni Luff gibt sich auf Anfrage der tz zugeknöpft: „Keine Auskunft!“ Reservierung werden noch entgegen genommen – aber wie bei allen Zelten „unter Vorbehalt der Zulassung“.

David Costanzo

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