Das ganze Oktoberfest wird eingezäunt

Ohne Zaun keine Wiesn: Schmid verschärft Sicherheitskonzept

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Josef Schmid will das Sicherheitskonzept für die Wiesn beschließen lassen. Das sieht einen Zaun an der Theresienhöhe vor. Alle 50 Meter gibt es eine Lücke – aber nur zum Verlassen des Festes.

München - Rund um das Oktoberfest errichtet die Stadt heuer einen Zaun. Im Ernstfall ist die Theresienwiese dann komplett dicht. Die tz weiß: Ohne Zaun gibt es keine Wiesn.

Der Wiesn-Zaun soll kommen! Hinter der Bavaria wird heuer fürs Oktoberfest (ab 17. September) eine feste Absperrung installiert – und an der Böschung zur Theresienhöhe soll ein mobiler Zaun aufgestellt werden. Im Ernstfall ist die Wiesn dann komplett dicht! Das geht nach tz-Informationen aus einer Vorlage hervor, mit der sich der Wirtschaftsausschuss in der kommenden Woche beschäftigen wird. Die tz weiß: Ohne die Sperre ist die Genehmigung fürs Oktoberfest gefährdet.

Denn die Sicherheitsbehörden sehen einen Zaun am nordwestlichen Rand als notwendig an. Ansonsten könne eine Überfüllung nicht verhindert werden! Der Zaun findet sich daher nun ebenso in dem Konzept wieder wie stichprobenartige Taschenkontrollen an den Zugängen zur Wiesn.

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) macht eine Genehmigung des Oktoberfests von einem Sicherheitskonzept abhängig, das alle Forderungen der Behörden erfüllt: Ohne Zaun keine Wiesn!

Denn sollte etwas passieren, würde es im Nachgang auch um Fragen der Haftung gehen. Negativbeispiel ist die Stadt Duisburg. Nach dem Unglück mit 21 Toten bei der Love Parade will die dortige Staatsanwaltschaft gegen sechs Mitarbeiter der Stadt vor Gericht ziehen. Offenbar soll man vor der Veranstaltung Hinweise der Sicherheitsbehörde ignoriert haben. Solche Vorwürfe möchte sich die Stadt München gerne ersparen.

Solche Rollzäune, Secu-Fence-Boxen, sollen zum Einsatz kommen. Es gibt sie bereits an der Allianz Arena und der BMW-Welt.

Das Konzept, das am Dienstag zur Abstimmung kommt, sieht im Ernstfall einen Drei-Stufen-Plan vor: Droht Überfüllung, soll darauf über Soziale Netzwerke, Medien und MVG-Anzeigen hingewiesen werden. Nutzt das nichts, sollen einzelne Zugänge durch Ordnungsdienst und Polizei abgeriegelt werden. Ferner sind Durchsagen über Lautsprecher geplant, die den Besucherstrom lenken. In einer weiteren Phase werden immer mehr Zugänge gesperrt – greift das nicht, kommt der Rollzaun zum Einsatz. Die so genannten „Secu-Fence-Boxen“ werden beispielsweise schon an der Allianz Arena oder der BMW-Welt verwendet. Zwei Mitarbeiter können den Zaun in wenigen Minuten auf- und wieder abbauen. Fluchtwege werden nicht blockiert. Wiesn-Chef Josef Schmid (46, CSU) teilte gestern mit, dass „ein Sicherheitskonzept Voraussetzung für die Genehmigung“ der Wiesn ist. „Mein Vorschlag hält sich genau an die Vorgaben und ist mit den zuständigen Behörden erarbeitet und abgestimmt worden.“

Wichtig sei, dass die Stadt handle, bevor etwas passiert. Die Maßnahmen würden den Charakter der Wiesn nicht verändern. „Auf der anderen Seite bin ich aber auch nicht bereit, bei Sicherheitsfragen Kompromisse einzugehen.“

Nur eine vollständige Sperrung verhindere bei Überfüllung gefährlichen weiteren Zustrom. „Die Empfehlungen der Behörden sind da eindeutig.“

OB Dieter Reiter (57, SPD) hatte eine komplette Einzäunung der Wiesn unlängst ausgeschlossen. In der Vorlage heißt es wohl, dass eine feste Umzäunung auch tatsächlich nicht in Frage kommt. Die temporäre Vollsperrung aber schon! Schmid sagt, ihm gehe es um die größtmögliche Sicherheit der Wiesn-Besucher. „Und ich bin überzeugt davon, dass der Münchner Stadtrat diesem Sicherheitskonzept zustimmen wird.“

Oktoberfest: Der große Zelt-Vergleich

Die einen wollen es wild und laut, die anderen lieber traditionell und gemütlich. Welches Festzelt für Ihren Oktoberfest-Besuch das passende ist, erfahren Sie in unserem großen Vergleich. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Das Armbrustschützenzelt stand schon im Jahr 1895 auf dem Oktoberfest, die Boxen und Balkone sind nach heimischen Tieren benannt: Von A wie Adler bis W wie Wildsau. Hier wird die Schützen- Tradition hochgehalten. In einem Zeltanbau gibt es eine 30 Meter lange Schießbahn, auf der seit 1935 während der Wiesn die Deutschen Armbrust-Meisterschaften stattfinden. © dpa
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Im Zelt der ältesten Münchner Brauerei feiern vor allem Münchner sich selbst und die bayerische Gemütlichkeit. Nur hier wird das Bier noch aus traditionellen Holzfässern gezapft, den Hirschen. Doch auch im Augustiner tanzt man auf den Bierbänken, die rund 6000 Besuchern Platz bieten. © dpa
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Das Pschorr-Traditionszelt Bräurosl ist nach der Tochter des früheren Brauereibesitzers Pschorr benannt. Auch dort geht es weitgehend urig und gemütlich zu - mit Ausnahme des ersten Wiesn- Sonntags. Dann feiern hier tausende Homosexuelle den „GaySunday“. © dpa
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Bei der Fischer Vroni feiern gerne ältere Gäste, aber auch Touristen. In diesem vergleichsweise kleinen Zelt gibt es eine bayerische Spezialität, die sich kein Wiesn-Besucher entgehen lassen sollte: leckeren Steckerlfisch, Fisch am Stock. © dpa
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Ziemlich jugendlich ist das Publikum im Hacker-Festzelt „Himmel der Bayern“. Mit seiner weiß-blauen Decke und kleinen Wölkchen gilt es als eines der schönsten Zelte auf der Wiesn. © dpa
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Es ist eins der größten und sicherlich das lauteste Zelt: Im Hofbräu-Festzelt treffen sich vor allem Touristen aus aller Welt, die das Bier schon im Hofbräuhaus kennen und lieben gelernt haben. Hier wird getrunken, getanzt und gesungen. Aus dem Zelt dröhnt schon am frühen Morgen, bevor die Musik anfängt, Grölen über den Festplatz. © dpa
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Nirgendwo geht es exklusiver zu als in Käfer's Wiesnschänke. Fußballstars vom FC Bayern, Verona Pooth und Ralph Siegel - die Promi-Dichte ist hoch. Im Käfer-Zelt gibt es neben Bier auch Wein und Champagner. © dpa
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Ein großer Löwe über dem Eingang brüllt „Löööööwenbrääääu“ und zieht damit Einheimische und „Zuagroaste“ gleichermaßen an. Mit mehr als 8000 Plätzen gehört die Festhalle zu den größeren Zelten. Hier heißt es: Gaudi für jeden, egal woher, egal wie alt. © dpa
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Wo jahrzehntelang Promis im Hippodrom feierten, steht nun der Marstall. Vieles ähnelt im Marstall allerdings dem Vorgänger: Champagnerbar, Tischdecken und erlesene Speisekarte - vom Tartar vom Wagyu-Ochsen über Hendl und Backerl vom Milchkalb bis zum veganen Holzfäller-Tofu-Pflanzerl. Ob sich davon auch wieder Promis von Beckenbauer bis Heino anziehen lassen, muss sich erst noch zeigen. © dpa
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In der Ochsenbraterei geht es zünftig zu. Seinen Namen hat das Zelt von dem großen Ochsen am Spieß, der nicht nur Dekoration über dem Eingang, sondern auch die wichtigste Attraktion im Innern dieses Festzelts ist. Seit fast 130 Jahren werden hier jedes Jahr ganze Ochsen am Stück gebraten. Auf einer großen Tafel lesen die Gäste den Namen des Ochsen, der sich gerade am Spieß dreht. © dpa
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Zur Jubiläums-Wiesn 2010 leistete sich die Paulaner-Brauerei einen kompletten Neubau. Als erstes Festzelt bekommt das Winzerer Fähndl eine zentrale Bierversorgung: Eine Ringleitung im Boden garantiert, dass der Bierfluss nicht ins Stocken gerät. © dpa
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Im Schottenhamel wird das größte Volksfest der Welt traditionell eröffnet. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) stach dort alle Jahre wieder vor den Augen der bayerischen Politprominenz das erste Fass an, in diesem Jahr ist zum ersten Mal sein OB-Nachfolger Dieter Reiter (SPD) dran. In den Tagen nach dem Anstich strömen überwiegend junge, feierfreudige Menschen aus München und Umgebung in das Zelt. © dpa
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Auch im Schützenzelt werden urbayerische Gemütlichkeit und Feierfreude in Ehren gehalten. Zum Löwenbräu-Bier wird die Spezialität des Hauses serviert: in Malzbier gebratenes Spanferkel. © dpa
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Im Weinzelt liegt der Fokus - wie der Name schon sagt - nicht auf dem Bier. Dort gibt es kein Helles in Maßkrügen, sondern nur Weißbier, Wein und Champagner. Gesungen und gefeiert wird hier trotzdem. „Fesche Madln haben ihren Spaß an den vielen Bars und fesche Burschen an den Madln“, wirbt die Homepage. © dpa
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Zünftige Blasmusik und Alt-Münchner Schmankerl: Hier kommen traditionsbewusste Gäste auf ihre Kosten, denen Landhaus-Mode und Mini-Dirndl ein Gräuel sind. Trachtler, Schuhplattler und Goaßlschnalzer sorgen für „griabige“ (gemütlich-kernige) Stimmung. © dpa
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Zum 200-jährigen Jubiläum des Oktoberfestes 2010 wurde das Herzkasperl-Festzelt in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat ins Leben gerufen. Hier gibt es eine Mischung aus Bayerischer Lebensart, Musik, Kabarett, Theater und Literatur. © Westermann

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