Oktoberfest 2013

Die Oide Wiesn soll bunter werden

München - Die „Oide Wiesn“ 2013 wird größer und bunter als 2011, und wer zwischendurch einen Abstecher auf die „große“ Wiesn machen will, darf – anders als bisher – zurückkommen, ohne erneut zu zahlen. Der Wirtschaftsausschuss wird die Änderungen am Dienstag wohl absegnen.

Ein kleiner Kreis um Wirtschaftsreferent Dieter Reiter arbeitet seit Monaten an der Fortschreibung der „Oidn Wiesn“, die in diesem Jahr wegen des Zentrallandwirtschaftsfestes pausieren musste. Das Resultat: Der gemütliche, familienfreundliche Ableger des Oktoberfestes wurde nicht neu erfunden, wohl aber behutsam ergänzt und um Elemente aus dem Jubiläumsprogramm 2010 bereichert.

Wie gehabt wird die Oide Wiesn 2013 eingezäunt. Wer hinein will, muss Eintritt zahlen, und zwar voraussichtlich wie 2011 drei Euro. Doch Reiter will dem Volksfest im Volksfest mehr Platz einräumen: Wie berichtet soll das Areal im Süden bis an den Rand der Theresienwiese längs der Hans-Fischer-Straße heranrücken. Das bietet Platz für großzügige Gestaltung, eventuell sogar mit Ruhebänken – und für ein drittes Zelt: Das Museumszelt mit historischen Exponaten zur Schaustellerei, auf der Jubiläumswiesn 2010 ein Besuchermagnet, soll wieder auferstehen, und die Münchner Schaustellerstiftung hat sich bereit erklärt, es in bewährter Weise bei freiem Eintritt zu betreiben.

Ein weiteres Erbstück von der Jubiläumswiesn wird das Münchner Marionettentheater sein. Die Münchner Brauereien und der Festring München ermöglichen es, die Vorstellungen kostenlos anzubieten.

Größere Vielfalt wünscht sich Reiter im Park der Fahrgeschäfte. Deshalb soll die Ausschreibung nicht mehr auf bestimmte Geschäftssparten begrenzt werden. Im Prinzip kann sich jedes Fahrgeschäft mit Baujahr 1940 oder früher bewerben, mit Ausnahme von Kasperltheatern, die neben dem kostenlosen Marionettentheater wohl kaum Kundschaft fänden.

Ein ursprünglich geplantes Kinderprogramm fiel 2011 aus – der Veranstalter hatte kurzfristig abgesagt. 2013 soll es unter der Regie der Münchner Schaustellerstiftung wieder ein „pädagogisch ausgewogenes Spielangebot für Kinder“ geben. Auch das Velodrom wird die Schaustellerstiftung wie schon 2010 wieder aufstellen.

Während das Traditionszelt unverändert weitergeführt werden soll, wünscht sich die Verwaltung beim Musikantenzelt Änderungen: Das Programm, so steht es in der Vorlage, „muss sich künftig noch deutlicher vom Programm des Festzeltes Tradition unterscheiden“. Hier sollten „die gegenwärtigen Strömungen der jungen Volks- und Tanzkultur in München und Bayern in ihrer ganzen Vielfalt präsentiert werden“. Dazu sei „eine der Größe des Zeltareals entsprechende Tonanlage im Innen- und Außenbereich“ zu installieren. Für das Programm gibt es nun klare Vorgaben: Von 10.30 bis 18.45 Uhr eine Tageskapelle mit fünf Auftritten á 45 Minuten sowie „abends ein Highlight mit zwei Auftritten á 45 Minuten“, führt die Vorlage auf. Den Mehraufwand will die Stadt dem Wirt mit der Aussicht auf höhere Einnahmen versüßen: Mit 1500 Zelt- und 1000 Biergartenplätzen soll die Zahl der Gastplätze um 700 Personen wachsen.

Auch vielen Besuchern erfüllt die Stadt einen Herzenswunsch: „eine Wiedereinlassmöglichkeit in das Festgelände“. 2011 galt: Wer die Oide Wiesn verlässt, kommt nicht mehr zurück, ohne neu Eintritt zu zahlen. Mehrfache Wechsel zwischen großer und kleiner Wiesn gingen damit ins Geld, was für Kritik sorgte. Weil dieses Problem „mehrfach an den Referenten herangetragen wurde“, will man jetzt eine Lösung finden.

Peter T. Schmidt

Quelle: Oktoberfest live

Rubriklistenbild: © dpa

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