Der Kontrollbesuch

Neue Wiesn-Regel im tz-Test: Hier sitzen die echten Münchner

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An Samstagen und Sonntagen wollen die Wiesn-Wirte rund 15 Prozent ihrer Plätze nur für Münchner reservieren.

München - An Samstagen und Sonntagen wollen die Wiesn-Wirte rund 15 Prozent ihrer Plätze nur für Münchner reservieren. Wirklich? Die tz hat in den Zelten kontrolliert.

Die Wiesn soll münchnerischer werden. Deshalb haben sich die Wirte zusammengetan und an den Samstagen und Sonntagen rund 15 Prozent ihrer Plätze ausschließlich für Münchner Bürgerinnen und Bürger reserviert. Doch wer sitzt wirklich an den Tischen? Die tz hat in den Zelten nachgeschaut. Schon Wochen vor Beginn des Oktoberfests haben die Wirte ihre Kontingente vergeben. Das Schützenfestzelt unter der Leitung von Edi Reinbold (73) und seiner beiden Söhne Ludwig (28) und Mathias (29) stand bei den Münchnern besonders hoch im Kurs. Am Morgen des 9. September bildete sich vor dem Festbüro in der Schillerstraße eine gigantische Menschenschlange. Insgesamt gab es 40 Tische. Einige Münchner waren dafür sogar schon seit 5 Uhr morgens auf den Beinen. Und um kurz nach 9 Uhr waren alle Tische bereits vergeben. 

Oktoberfest 2015: Entspannt im Hackerzelt

„Gott sei Dank mussten wir in diesem Jahr nicht wieder um sieben Uhr anstehen“, sagt Pia Schwarz (4.v.r.) erleichtert. Die 23-Jährige aus Laim hat vor drei Wochen eine E-Mail an Toni Roiderers Reservierungsstelle geschrieben. „Die haben mir sofort geantwortet“, erzählt die Arzthelferin. Kurz darauf konnte sie die Reservierung in Straßlach abholen. Mit ihren Eltern und Freunden verbrachte sie so einen entspannten Tag auf der Wiesn und im Hackerzelt.

Oktoberfest 2015: Freie Auswahl im Fähndl

Sarah Adolf (4.v.l.) ist Anfang September zum Paulaner am Nockherberg gewandert und hat sich ihre Reservierung fürs Winzerer Fähndl bei Peter Pongratz abgeholt. „Da waren nicht mehr viele Tische übrig. Aus den freien Plätzen konnte ich aber auswählen“, sagt die 27-jährige Studentin. Bis zu sechs Mal besucht die Schwabingerin die Wiesn. Am vergangenen Wochenende saß sie mit ihrer Mama und Freunden unter waschechten Münchnern.

Oktoberfest 2015: Diese Truppe hat Mut zum Risiko

Sie haben’s riskiert – und wurden für ihren Mut belohnt. „Wir hatten gar nicht reserviert“, sagt Monika Schütze (l.) aus Schwabing beinahe beschämt. Auf gut Glück ist sie mit ihrem Mann Fred und Freunden aus Augsburg und Italien ins Winzerer Fähndl marschiert. Tatsächlich: Sie hat noch einen freien Tisch ergattert. „Früher gab’s das nicht. Deswegen sind wir auch nicht mehr oft auf die Wiesn gegangen.“ Die Münchner Tische? „Eine geniale Idee!“

ohannes Heininger

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