Tradition seit 30 Jahren

tz enthüllt: So fühlt sich das Köpfen beim Schichtl an

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tz-Reporter Uli Heichele macht den Selbstversuch auf der Guillotine. Ringo (r.) hat Spaß

München - Der Schichtl gehört zu den bekanntesten Schaustellern auf der Wiesn. Dort wird geköpft, was das Zeug hält. Ein tz-Reporter hat nun den Selbstversuch gemacht und sich in die Guillotine gewagt.

Das Gute ist: Sie wissen, was sie tun. Rund 12 000 Leute haben sie im Lauf der Jahre schon hingerichtet, live auf der Schichtl-Bühne. Und alle Delinquenten haben’s überlebt, hört man.

Trotzdem ein komisches Gefühl, wenn man draufliegt auf der Guillotine – so wie jetzt ich, der tz-Reporter. Ich will erleben, wie sich das Herzstück der Schichtl-Schau anfühlt. In jeder der täglich 25 Vorstellungen wird ja ein Zuschauer hingerichtet. Das macht nicht Schauer selber, sondern seine Leute: Schichtlin, Ringo, Hamperer.

Logisch, ein Trick. Aber wie er geht? Und ob er immer funktioniert? Das fragt man sich, wenn man draufliegt auf der Höllenmaschine. Die harte Oberfläche gibt jede Erschütterung weiter. Jeden Schritt der Schichtlin spürt man in der Magengrube. Im Ohr klingt noch der Spruch nach: „Diese Guillotine ist Baujahr 1986. Weil die alte von 1985 war lebensgefährlich.“ Klingt beruhigend.

Egal ob mit oder ohne Kapuze – man macht die Augen zu, kurz bevor das Beil fällt. Es ist ein bissl wie auf dem gläsernen Steg überm Abgrund: Man weiß, dass nix passiert, aber man verkrampft trotzdem – ein kalter Schauder rieselt durch den Körper.

Dann: Zisch, kawumm, das Beil fällt! Die Schichtlin präsentiert dem Publikum meinen Kopf, ich höre sie wie aus der Ferne. Sekunden später steh ich dann – mitsamt Kopf – auf der Bühne. Alles gut gegangen. Sie wissen tatsächlich, was sie tun. Bloß: Wie sie’s tun, wird nicht verraten...

Manfred Schauer feiert sein Schichtl-Jubiläum

Manfred Schauer feiert sein Schichtl-Jubiläum.

Tusch? Braucht’s nicht! Er hat seine eigene ­Musik – die Blues Brothers. Und die sind auch jetzt recht, zur Feier des ­Jubiläums. Manfred Schauer (62) ist seit genau 30 Jahren der Schichtl von der Wiesn. Der Mann, der ursprünglich mal auf dem Großmarkt Christbäume verkauft hat, ist seit Jahrzehnten amtlicherseits der größte Sprüchmacher der Stadt. Nachzuprüfen täglich auf der Bühne, eben mit Blues-Bro­thers-Untermalung. Logisch: Wir waren auch da, um hinter die Kulissen zu schauen. Und um die Spezialbehandlung des Hauses auszuprobieren, per Guillotine. Auf geht’s beim Schauer!

Oktoberfest 2015: Der Mittwoch im Wiesn-Ticker

Am Mittwoch steht der offizielle Besuch des FC Bayern auf dem Oktoberfest 2015 an. Auch sonst geht es auf der Theresienwiese wieder rund. Alle aktuellen Infos finden Sie im Wiesn-Ticker vom Mittwoch.

Uli Heichele

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