Versuchte Tötung auf dem Oktoberfest

Es war eine Frau! Messerstecherin vor Käferzelt stellt sich

München - Wiesn-Schock gleich am ersten Sonntag: Gegen 1 Uhr nachts ist ein 33-Jähriger nahe dem Käfer niedergestochen worden. Jetzt hat sich die Täterin gestellt. Wie sie die Tat erklärt...

Update vom 22. September: Ging es bei der Messerstecherei auf der Wiesn um Ex-Nationalspieler Patrick Owomoyela? Er soll an einem der Tische im Käferzelt gesessen haben. Die aktuellen Infos zur Messerstecherei haben wir zusammengefasst.

Es war eine Frau! Messerstecherin vor Käferzelt stellt sich

Es war eine Frau! Wenige Stunden nach der brutalen Messerattacke neben dem Käferzelt kam eine Hamburger Hausfrau in Begleitung ihres Rechtsanwalts zur Münchner Mordkommission und sagte: „Ich war es. Ich habe den Mann niedergestochen. Ich hatte Angst und bin total in Panik geraten.“ Sie wurde noch am Sonntag in die Frauenabteilung der JVA Stadelheim eingeliefert.

Ob der Nierenstich juristisch als Mord- oder Totschlagsversuch gewertet wird, ist noch nicht entschieden. Die Frau und ihre Freunde hatten den ersten Wiesn-Abend in der Box der Käfer Wiesn-Schänke gefeiert. Im Aufbruch bei Zeltschluss geriet die Gruppe mit dem Nachbartisch in Konflikt. Es kam zu einem kurzen verbalen Schlagabtausch. Der Zufall wollte es, dass die beiden Gruppen um 1 Uhr draußen auf dem Rettungsweg neben dem Käfer-Zelt erneut zusammentrafen.

Es kam zu massiven Beleidigungen und Schubsereien zwischen den Männern. Dabei stürzte ein Mann zu Boden. Sein Freund – der Poinger Lkw-Fahrer – eilte ihm zu Hilfe. Ohne erkennbaren Grund zückte die Frau plötzlich ein Messer und stach auf den ihr völlig unbekannten Mann ein. Der bemerkte die Verletzungen zunächst gar nicht.

Erst die zu Hilfe eilenden Polizisten sahen, dass er aus Schnittwunden am Hals und in der Nierengegend blutete. Die Messerstecherin und ihre Freunde flohen, bevor die Polizei eintraf. Die Frau gab an, das Messer schon den ganzen Abend in der Handtasche gehabt zu haben. Nach der Messerstecherei warf sie es nach eigenen Angaben weg. Es wurde nicht mehr gefunden.

Als Motiv gab sie an, die Situation als bedrohlich empfunden zu haben und dann in Panik geraten zu sein. Über die Tischreservierung kam die Mordkommission rasch auf den Gastgeber. Die Frau beriet sich mit ihrem Anwalt und beschloss, sich freiwillig zu stellen, bevor die Polizei zu ihr gekommen wäre. Der Mann wurde noch in der Nacht notoperiert und ist inzwischen außer Lebensgefahr. Er arbeitet im Fuhrpark eines großen Münchner Unternehmens und wird bald wieder auf dem Damm sein.

Rubriklistenbild: © Jantz

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