Ein Kellner, ein Pfarrer, ein Popstar

Drei bunte Wiesn-G'schichten: Der Hahn im Café-Korb

München - Wo sonst kommen so viele unterschiedliche Menschen zusammen wie auf der Wiesn? Wir haben mit einem kellnernden Pfarrer, der einzigen männlichen Bedienung unter lauter Damen, und dem Star, der zum Blaskapellen-Chef wird, geredet.

Der Hahn im Café-Korb

Seit 23 Jahren gibt’s Bodo’s Cafézelt und seit 23 Jahren bedienen hier nur Frauen. Deshalb haben die Stammgäste verwundert geschaut, als Niki (24) ihnen Kaffee, Kuchen und Cocktails gebracht hat. „Du bist ein cooler Typ und genau so einen brauche ich“, hat Wirt Bodo (68) zu Niki gesagt, als er ihn im H’ugo’s Beach Club in Starnberg entdeckt hat. Vorgewarnt hat er den Burschen auch: „Da kommst aber mit 14 Weibern zusammen.“ Macht nix, der Niki ist ein cooler Typ, sein Wiener Schmäh ist das Sahnehäubchen. Das gefällt besonders Bodos weiblichen Gästen. „Die Damen werfen mir Blicke zu. Aber dass mich mal eine offensiv anflirtet, ist noch nicht vorgekommen. Das wäre Emanzipation – einfach einen Mann anzusprechen“, sagt Niki. Denn der Wiener ist Single und erklärt mit einem Grinsen warum: „Mit einer eifersüchtigen Freundin im Rücken, die die Peitsche schwingt, könnte ich den Job nicht machen.“

Pfarrer Schießler im Schottenhamel

Das erste Fass war noch nicht angezapft, da sauste er schon durch die Tischreihen und sorgte für seine Schäfchen wie ein treuer Hirte. Nach zwei Jahren Abstinenz hat es Pfarrer Rainer Maria Schießler (54) wieder in den Fingern gejuckt. Für 16 Tage steht seine Kathedrale auf der Theresienwiese und nicht im Glockenbachviertel. Schottenhamel statt St. Maximilian. Während sich Wiesn-Bedienungen schon mal bis zu 8000 Euro in die eigene Tasche kellnern, gibt Schießler das Geld ab. „Das geht alles an den Christian Springer und seine Syrien-Hilfe“, sagt Münchens bekanntester Pfarrer. „Er hat den Menschen etwas gebracht, das man mit Geld nicht aufwiegen kann: Würde.“ Was Schießler an der Wiesn reizt? „Wenn der OB im Schottenhamel anzapft und der Wiesn-Wahnsinn seinen Lauf nimmt, ist es für mich wie ein Nachhausekommen“. Die Rolle des Pfarrers kann und will Schießler aber auch im Bierzelt nicht ablegen: „Die Menschen kommen auf mich zu und erzählen mir von ihren Sorgen. Dafür bin ich da – und da hat man immer ein paar Minuten.“

Andreas Bourani rockt im Fähndl

Auf uns! Als Andreas Bourani am Sonntag kurz vor 19 Uhr im Winzerer Fähndl das Podest erklimmt und seinen Hit Auf uns anstimmt, flippt das Paulaner Festzelt aus – und Bourani mit. Mit dem Auftritt erfüllt sich der gebürtige Augsburger einen Kindheitstraum. „Ich war jedes Jahr hier, weil ich in München zur Schule gegangen bin. Ich wollte immer hier oben stehen und zur Blasmusik singen.“ Am Abend zuvor bekam er den Bayerischen Musik-Löwen als „Bester Künstler National“, für die Wiesn hat er einen Tag in München drangehängt. „Das ist schon toll, wenn der eigene Song zum Wiesn-Hit wird“, sagt der 31-Jährige. Seinen Auftritt mit den Nockherbergern auf der Paulaner-Bühne jedenfalls fand er „sensationell, mit einer Blaskapelle klingt der Song noch mal ganz anders“. Später zog Andreas Bourani weiter ins Hacker-Zelt und rockte auch noch das Weinzelt.

Alle aktuellen Meldungen, Promi-Fotos und Wissenswertes zur Wiesn finden Sie in unserem Wiesn-Ticker.

Rubriklistenbild: © Westermann

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