Nicht dass es langweilig wird

Nach dem Anzapfen: Ude rät Reiter zu Panne

München - Das größte Volksfest der Welt hat begonnen. OB Dieter Reiter überzeugte beim Anstich mit einem souveränen Auftritt - dafür gab's Lob. Aber auch ein bisschen augenzwinkernde Kritik.

Mit zwei Schlägen zapfte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) um 12.00 Uhr das erste Fass Bier an und eröffnete das größte Volksfest der Welt mit den Worten: „O'zapft is! Auf eine friedliche Wiesn.“ Die erste Mass reichte er Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Böllerschüsse zeigten den Start des Volksfestes an.

Bereits vor dem offiziellen Start waren dort die ersten Bierzelte wegen Überfüllung geschlossen. Schlangen bildeten sich an den Eingängen der Bierburgen. Die ersten Wiesn-Fans waren noch im Dunkeln zum Festgelände gekommen, um einen Platz zu ergattern. Bier gab es aber erst ab 12.00 Uhr. Für die Maß müssen Besucher heuer mehr als zehn Euro zahlen.

Vor einem Jahr hatte Reiter bei seiner ersten Wiesn vier Schläge zum Anzapfen gebraucht, schon beim zweiten Mal holte er nun seinen Amtsvorgänger Christian Ude (SPD) ein. Seit Tagen liefen Wetten, wie viele Schläge der Oberbürgermeister dieses Mal beim Anstich brauchen würde.

Ude verteilte Lob an seinen Nachfolger: "Ein unglaublich entspannter, souveräner Auftritt von Dieter Reiter", sagte er gegenüber dem Münchner Merkur. Jetzt ist Reiter auch in Sachen Anzapfen in der absoluten Spitzengruppe.

„Hochprofessionell“, „sehr konzentriert und kraftvoll“, würdigt Ude den Erfolg seiner Nachfolgers. Nun müsse Reiter aber aufpassen, dass es mangels Steigungsmöglichkeiten nicht langweilig werde. Er rate deshalb zwischendurch zu einer „richtigen Panne“, einer Bierfontäne etwa, „damit es wieder spannend wird“.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der mit Reiter als erster auf eine friedliche Wiesn anstößt, ist des Lobes voll. Das sei wie ein Fußballer, der aus dem Stand einen Elfmeter trifft, sagte der Regierungschef, der sonst eher schweigsam blieb. Er wünschte sich für das Volksfest „gute Stimmung, Friedlichkeit, dass die Menschen zusammenrücken und eine große Familie bilden“.

Reiter gab sich nach seinem Anzapferfolg betont bescheiden. „Zwei oder drei oder vier Schläge ist egal.“ Es gehe um das Oktoberfest, sagte der OB, der zwei Wochen lang fast rund um die Uhr wegen der Flüchtlingslage in Alarmbereitschaft war und für das Management in München Achtung bekam. Niemand vergesse die Not der Menschen auf der Flucht. Aber: „Heute ist der Tag des Volksfestes.“ Dass es friedlich bleibe und „dass alle hier Spaß haben - das ist es, was wir wollen“.

Bis zum 4. Oktober werden gut sechs Millionen Besucher erwartet. Am ersten Wochenende kann die Besucherzahl bereits auf eine Million steigen.

Das größte Volksfest der Welt steht in diesem Jahr im Zeichen der Flüchtlingskrise. Die Behörden gehen aber davon aus, dass sich die Ströme der Wiesn-Besucher und der Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof trennen lassen. Am Hauptbahnhof hatte sich die Lage in den vergangenen Tagen entspannt.

dpa/fm/lin

 

Der erste Wiesn-Tag im Ticker

Rubriklistenbild: © dpa

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