Angriff auf Wiesn-Kopien

Patentantrag: Finger weg vom „Oktoberfest“!

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Schräge Souvenirs und Kopfbedeckungen: Das alles soll es zukünftig wirklich nur noch auf der Wiesn geben.

München - Wem gehört das Wort Oktoberfest? Im Moment noch der ganzen Welt. Doch das soll sich ändern: Die Stadt will sich die Marke „Oktoberfest“ schützen lassen. Der Mittelstand ist entsetzt.

Es gibt kaum ein Land auf der Welt, in dem es nicht mehr oder weniger gelungene Kopien unseres Oktoberfestes gibt, in den USA in China, ja sogar im Libanon zelebriert man Münchner Lebensfreude unter diesem Namen, von Hunderten Dorffesten quer durch die Republik ganz zu schweigen. Bierkrüge, T-Shirts oder Regenschirme oder tragen den Namen des größten Volksfestes der Erde in die Welt, auf dem ganzen Planeten werden Reisen zum „Oktoberfest“ angeboten.

„Es ist nicht legitim, dass Gott und die Welt unser Fest imitieren“ Bürgermeister Josef Schmid (CSU).

Bald geht das alles nur noch mit einer städtischen Lizenz, die Geld kosten wird: Das Referat für Arbeit und Wirtschaft hat am 13. Juni über eine Münchner Kanzlei Antrag auf Schutz der Marke „Oktoberfest“ beantragt. In einer detaillierten Liste sind alle nur erdenkbaren Waren und Dienstleistungen aufgeführt, die künftig nur noch gegen Lizenz das Wort „Oktoberfest“ verwenden dürfen. Referats-Sprecher Wolfgang Nickl erklärt: „Ziel der Markenanmeldung ist es, den guten Namen des Münchner Oktoberfest als einmalige und ursprünglich Münchner Veranstaltung zu schützen.“ Die Stadt betreibe einen erheblichen, Aufwand für die Wiesn. Gleichzeitig tue sie sich immer schwerer, durch die das Image des Festes zu bestimmen. „Deshalb soll die Marke Oktoberfest verteidigt werden – jedoch mit Augenmaß. Eine Abmahnwelle ist daher nicht zu befürchten.“

Das sieht der auf Markenrechte spezialisierte Kieler Anwalt Karsten Prehm anders: „Falls die EU-Marke in dem angemeldeten Umfang eingetragen werden sollte, dürfte es ein wahres Abmahngemetzel geben. Die markenanmeldende Münchner Kanzlei ist nämlich auch auf dem Abmahngebiet ein gefürchteter Gegner.“ Er spricht von Hunderten Mandanten.

Auch Conrad Mayer, Kreisvorsitzender des Münchner Hotel- und Gaststättenverbandes, sieht die Sache kritisch: „Das ist Unsinn und nicht kontrollierbar. Muss ich mir künftig jede Veranstaltung, die sich auf das Oktoberfest bezieht, lizensieren lassen? Das ist nicht gut für den Mittelstand.“

Das soll lizensiert werden

  • Seifen; Parfümerien, ätherische Öle, Mittel zur Körper- und Schönheitspflege, Haarwässer, Zahnputzmittel.
  • Druckereierzeugnisse; Fotografien; Schreibwaren, Papier, Pappe (Karton); uncodierte Telefonkarten.
  • Biere, Mineralwässer und kohlensäurehaltige Wässer und andere alkoholfreie Getränke.
  • Fremdenverkehrswerbung; Dienstleistungen einer Werbeagentur; Werbung über Internet und drahtlose Kommunikationsgeräte.
  • Dienstleistungen von Reisebüros, nämlich Organisation von Reisen, Reservierungen für Reisen; Reiseveranstaltung
  • Veranstaltung von Volksfesten
  • Verpflegung von Gästen; Betrieb von Restaurants, Cateringdienste; Dienstleistungen von Hotels; Zimmervermietung und Pensionen; Zimmerreservierung in Hotels und Reservierung von Unterkünften.

Wiesn nostalgisch: Die schönsten Bilder von früher

Promi-Alarm anno 1997: Alexander Klaus-Stecher, Rudolf Moshammer, Ramona Leiß, Wolfgang Fiereck beim Radio Arabella-Stammtisch. © Markus Schlaf
Mittlerweile auch Wiesn-Geschichte: Das Hippodrom. © Markus Schlaf
Der Hammel vom Schottenhamel ist bei diesen Herren sicher in guten Händen. © Markus Schlaf
Brezn sind sein Geschäft: Ein Verkäufer auf der Wiesn 1997. © Markus Schlaf
Der Oberbürgermeister dirigiert: Christian Ude beim Standkonzert der Wiesnkapellen 1997. © Markus Schlaf
Mei liab: Da hat aber jemand Spaß beim Karussell fahren.   © Markus Schlaf
Christian Ude schickt eine Mail von der Wiesn nach Sydney: Im Jahr 2000 revolutionär. © Markus Schlaf
Wiesn-Einzug 1998: Aber zu welchem Zelt gehörten diese rosa Dirndl? © Markus Schlaf
Kommet ihr Massen: Gedränge vorm Augustiner. © Markus Schlaf
Schmankerl bis zum Abwinken: Eine Bedienung im Armbrustschützenzelt. © Markus Schlaf
Her mit der Maß! © Markus Schlaf
1998 war noch mehr Föhnfrisur: Das Münchner Kindl winkt beim Wiesn-Einzug. © Markus Schlaf
Ozapft is im Jahr 1998: Der damalige Oberbürgermeister Christian Ude nebst Gattin Edith von Welser-Ude mit dem damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und Frau Karin. © Markus Schlaf
Willkommen auf der Wiesn: Willi Heide († 2011), langjähriger Bräurosl-Wirt und Wiesn-Wirtesprecher hoch oben auf dem 5er-Looping. © Markus Schlaf
Jedem Jahr sein skurriles Wiesn-Souvenir: Damals waren es T-Shirts mit Dirndl und Lederhosen-Aufdruck. © Markus Schlaf
Unvergessen auch der Bierfass-Hut. Der hat sich ja eigentlich bis heute gehalten. © Markus Schlaf
Alle Wiesn-Kapellen spielen beim Standkonzert - und der OB dirigiert. © Markus Schlaf
Stimmung! © Markus Schlaf
Die Touristen und ihre Ideen, diesmal: Bier aus dem Helm. Wer's mog. © Markus Schlaf
Und das? Ist das der Bierkrug vom Löwenbräu-Löwen? Eher der vom Paulaner-Turm. © Markus Schlaf
Die Hofbräu-Krone: Impression vom Wiesn-Aufbau. © Markus Schlaf
Damals noch fester Bestandteil des Oktoberfests: Poschners Hühnerbraterei beim Wiesn-Aufbau. 2015 hat das Unternehmen keine Zulassung mehr zur Wiesn bekommen.   © Markus Schlaf
Nur in einem Zelt werden die Bänke so angeordnet: natürlich im Schottenhamel. © Markus Schlaf
Impression vom Wiesn-Aufbau. © Markus Schlaf
Bier her! Die Bedienungen hatten schon immer schwer zu schleppen. © Markus Schlaf
Willi Heide, Reinhard Wieczorek und Gabi Weishäupl.   © Markus Schlaf
Voll war's auch schon vor 20 Jahren: Blick auf die Wiesn von oben in den 90er Jahren. © Markus Schlaf
Immer schön: Impression vom Wiesn-Einzug. © Markus Schlaf
Impression aus der Bräurosl. © Markus Schlaf
Damals neu: Der Freefall-Tower im Jahr 1998. © Markus Schlaf
Immer schön: Kettenkarussell-Impressionen. Bei Nacht... © Markus Schlaf
... oder bei Tag. © Markus Schlaf
Beim Rundgang zu den Wiesn-Neuheiten: Willi Heide und Gabi Weishäupl testen schon mal die heißen Bikes. © Markus Schlaf
Schottenhamel-Bedienungen beim Wiesn-Einzug. © Markus Schlaf

Update vom 16. September 2016: Welche Überraschungen bieten heuer die Live-Shows von der Wiesn auf münchen.tv? Bei uns finden Sie jetzt auch den Live-Stream von münchen.tv zum Oktoberfest 2016.

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