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Wiesnzeit ist ein Heidenspaß

Das sind die starken Frauen von der Bräurosl

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Die Damen von der Bräurosl: Daniela (l.) und Renate Heide.

München - In ihrer Zelte-Serie setzt die tz dieses Jahr auf Frauenpower: Sie stellt Ihnen die Damen vor, die in den Zelten das Sagen haben. Heute: Daniela und Renate Heide von der Bräurosl.

Update vom 6. Juli 2017: In welchen Festzelten kann ich heuer zur Wiesn noch reservieren? Wir haben bereits alle Informationen zur Reservierung auf dem Oktoberfest 2017 zusammengefasst

Eigentlich ist es bei den Heides ganz einfach: „Wir haben zwei Praktiker und zwei Theoretiker in der Familie“, erzählen Daniela (34) und Mama Renate (62) und lachen. Renate Heide nennt sich selbst den „Kreisel von der Bräurosl“. Denn Stillsitzen ist nichts für sie, sie wuselt den ganzen Tag im Zelt herum. Ihr Schwiegersohn Pascal (34), ebenfalls „Praktiker“, schmeißt die Küche des Zeltes. Tochter Daniela und Papa Georg Heide dagegen regeln alles Wichtige im Hintergrund.

Daniela werkelt seit 2001 auf der Wiesn mit: Damals hatte sie gerade ihre Lehre zur Köchin abgeschlossen. Sie ist fürs Büro zuständig, kümmert sich zum Beispiel um die Reservierungen und die Abrechnungen. Nach einem Management-Training und vier Jahren im Marketing arbeitet sie seit acht Jahren Vollzeit fürs Familien­unternehmen.

Ihren Mann Pascal hat sie vor mittlerweile 16 Jahren auf der Berufsschule kennengelernt: Auch er ist Koch. Ins Gehege kommen sich die beiden aber nicht: Auf der Wiesn und im heimischen Gasthof Heide-Volm in Planegg ist Pascal der Chef in Sachen Kochlöffel. „Daheim koche aber meistens ich – das ist für ihn in Ordnung.“ Da darf’s dann gerne auch mal asiatisch sein, Sushi essen die beiden etwa gerne.

Eine Leidenschaft, die sie mit Danielas Eltern teilen: Auch Georg und Renate Heide lieben es, gemeinsam zu kochen, und probieren neue ­Restaurants aus. Kein Wunder: Auch der Bräurosl-Wirt ist gelernter Koch.

Rückblick: 13 Jahre war Renate jung, als sie den damals zwei Jahre älteren Georg in der Handelsschule kennenlernte. „Er hat mir so nette Brieferl geschrieben“, erinnert sie sich. Nach der Schule sind die beiden manchmal zusammen zum Bus gegangen. „Er war einfach so nett, das mochte ich.“ 14 Jahre waren die beiden schon ein Paar, als sie 1981 heirateten.

Fünf Jahre später arbeitete Renate, die ursprünglich mal in einem Reisebüro tätig war, erstmals auf der Wiesn mit. Heute wählt sie etwa die Servicemannschaft aus und achtet darauf, dass das Zelt immer tipptopp aussieht.

Wiesnstimmung in der Bräurosl.

Wenn sie nicht für die Wiesn werkeln, unternehmen die Heides gerne etwas miteinander. Mindestens einmal pro Jahr verreist die Familie gemeinsam. Ziel des gemütlichen Urlaubs: Süd­tirol oder Österreich. Große Wanderer sind sie aber nicht. „Wir suchen die Wanderung danach aus, ob es eine gute Hütte auf dem Weg gibt“, lächelt Daniela Heide. Meist mit dabei: Entlebucher Sennenhund Toni (2).

Der emotionalste Moment auf der Wiesn ist für die Heides der letzte Abend. „Da sind wir den Gästen so nah, das liebe ich“, sagt Renate. Wenn die von der Wirtsfamilie verteilten Taschenlampen gezückt werden und die Trompeter Il Silenzio spielen, ist Renate auf der Bühne. Tochter Daniela zieht für den Schlusstusch ein stilles Platzerl am Rande des Zelts vor. Dort steht sie mit ihrem Mann Pascal. „Ich bin so nah am Wasser gebaut – von daher ist das für alle besser.“

Bräurosl: Das Zelt in Kürze

Bierpreis: 10,60 Euro

Die Brauerei: Hacker-Pschorr

Halbes Hendl: 11,10 Euro

Schmankerl: Spanferkel mit Wiesn-Biersauce, Kartoffelknödel und Krautsalat für 23,20 Euro.

Günstig essen: Mo. bis Do. (11.30 Uhr bis 14.30 Uhr): täglich wechselnde Gerichte für 11,90 Euro. An Kindertagen Kinderschnitzel bis 16 Uhr (7,50 Euro).

Sitzplätze: 6.200 innen, im Biergarten knapp 2.200

Raucher: Keine Sonderregeln

Musik: Die Ludwig Thoma Musikanten spielen auf (Mo. bis Fr., 15 bis 19 Uhr und ab 20 Uhr, Sa. und So., 12 bis 14 Uhr, 15 bis 19 Uhr, ab 20 Uhr). Außerdem sorgen die Südtiroler Spitzbuam (Mo. bis Fr. 12 bis 15 Uhr, 19 bis 20 Uhr, Sa. und So., 14 bis 15 Uhr, 19 bis 20 Uhr) für Stimmung.

Bräurosl: Die Wirte-Familie

Die Familie Heide führt die Bräurosl in dritter und vierter Generation: Georg Heide (63), Frau Renate (62), Tochter Daniela (34) und Schwiegersohn Pascal (34, v. l.). Georgs Opa, der ebenfalls Georg hieß, hatte das Zelt im Jahr 1936 übernommen. 17 Jahre später übergab er die Bräurosl an Sohn Willy – und kümmerte sich fortan nur noch um die Großgaststätte Heide-Volm in Planegg, die bis heute von der Familie geführt wird. Wiesn-Legende Willy Heide wurde 1985 Sprecher der Wiesn-Wirte. 2011 verstarb er im Alter von 91 Jahren. Zehn Jahre zuvor hatte er die Bräurosl an seinen Sohn Georg übergeben.

Wiesn-Serie: Die Festzelte auf dem Oktoberfest

In unserer Serie begleiten wir die starken Frauen in den Wiesn-Zelten.

Oktoberfest: Der große Zelt-Vergleich

Die einen wollen es wild und laut, die anderen lieber traditionell und gemütlich. Welches Festzelt für Ihren Oktoberfest-Besuch das passende ist, erfahren Sie in unserem großen Vergleich. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Das Armbrustschützenzelt stand schon im Jahr 1895 auf dem Oktoberfest, die Boxen und Balkone sind nach heimischen Tieren benannt: Von A wie Adler bis W wie Wildsau. Hier wird die Schützen- Tradition hochgehalten. In einem Zeltanbau gibt es eine 30 Meter lange Schießbahn, auf der seit 1935 während der Wiesn die Deutschen Armbrust-Meisterschaften stattfinden. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Im Zelt der ältesten Münchner Brauerei feiern vor allem Münchner sich selbst und die bayerische Gemütlichkeit. Nur hier wird das Bier noch aus traditionellen Holzfässern gezapft, den Hirschen. Doch auch im Augustiner tanzt man auf den Bierbänken, die rund 6000 Besuchern Platz bieten. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Das Pschorr-Traditionszelt Bräurosl ist nach der Tochter des früheren Brauereibesitzers Pschorr benannt. Auch dort geht es weitgehend urig und gemütlich zu - mit Ausnahme des ersten Wiesn- Sonntags. Dann feiern hier tausende Homosexuelle den „GaySunday“. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Bei der Fischer Vroni feiern gerne ältere Gäste, aber auch Touristen. In diesem vergleichsweise kleinen Zelt gibt es eine bayerische Spezialität, die sich kein Wiesn-Besucher entgehen lassen sollte: leckeren Steckerlfisch, Fisch am Stock. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Ziemlich jugendlich ist das Publikum im Hacker-Festzelt „Himmel der Bayern“. Mit seiner weiß-blauen Decke und kleinen Wölkchen gilt es als eines der schönsten Zelte auf der Wiesn. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Es ist eins der größten und sicherlich das lauteste Zelt: Im Hofbräu-Festzelt treffen sich vor allem Touristen aus aller Welt, die das Bier schon im Hofbräuhaus kennen und lieben gelernt haben. Hier wird getrunken, getanzt und gesungen. Aus dem Zelt dröhnt schon am frühen Morgen, bevor die Musik anfängt, Grölen über den Festplatz. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Nirgendwo geht es exklusiver zu als in Käfer's Wiesnschänke. Fußballstars vom FC Bayern, Verona Pooth und Ralph Siegel - die Promi-Dichte ist hoch. Im Käfer-Zelt gibt es neben Bier auch Wein und Champagner. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Ein großer Löwe über dem Eingang brüllt „Löööööwenbrääääu“ und zieht damit Einheimische und „Zuagroaste“ gleichermaßen an. Mit mehr als 8000 Plätzen gehört die Festhalle zu den größeren Zelten. Hier heißt es: Gaudi für jeden, egal woher, egal wie alt. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Wo jahrzehntelang Promis im Hippodrom feierten, steht nun der Marstall. Vieles ähnelt im Marstall allerdings dem Vorgänger: Champagnerbar, Tischdecken und erlesene Speisekarte - vom Tartar vom Wagyu-Ochsen über Hendl und Backerl vom Milchkalb bis zum veganen Holzfäller-Tofu-Pflanzerl. Ob sich davon auch wieder Promis von Beckenbauer bis Heino anziehen lassen, muss sich erst noch zeigen. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
In der Ochsenbraterei geht es zünftig zu. Seinen Namen hat das Zelt von dem großen Ochsen am Spieß, der nicht nur Dekoration über dem Eingang, sondern auch die wichtigste Attraktion im Innern dieses Festzelts ist. Seit fast 130 Jahren werden hier jedes Jahr ganze Ochsen am Stück gebraten. Auf einer großen Tafel lesen die Gäste den Namen des Ochsen, der sich gerade am Spieß dreht. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Zur Jubiläums-Wiesn 2010 leistete sich die Paulaner-Brauerei einen kompletten Neubau. Als erstes Festzelt bekommt das Winzerer Fähndl eine zentrale Bierversorgung: Eine Ringleitung im Boden garantiert, dass der Bierfluss nicht ins Stocken gerät. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Im Schottenhamel wird das größte Volksfest der Welt traditionell eröffnet. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) stach dort alle Jahre wieder vor den Augen der bayerischen Politprominenz das erste Fass an, in diesem Jahr ist zum ersten Mal sein OB-Nachfolger Dieter Reiter (SPD) dran. In den Tagen nach dem Anstich strömen überwiegend junge, feierfreudige Menschen aus München und Umgebung in das Zelt. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Auch im Schützenzelt werden urbayerische Gemütlichkeit und Feierfreude in Ehren gehalten. Zum Löwenbräu-Bier wird die Spezialität des Hauses serviert: in Malzbier gebratenes Spanferkel. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Im Weinzelt liegt der Fokus - wie der Name schon sagt - nicht auf dem Bier. Dort gibt es kein Helles in Maßkrügen, sondern nur Weißbier, Wein und Champagner. Gesungen und gefeiert wird hier trotzdem. „Fesche Madln haben ihren Spaß an den vielen Bars und fesche Burschen an den Madln“, wirbt die Homepage. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Zünftige Blasmusik und Alt-Münchner Schmankerl: Hier kommen traditionsbewusste Gäste auf ihre Kosten, denen Landhaus-Mode und Mini-Dirndl ein Gräuel sind. Trachtler, Schuhplattler und Goaßlschnalzer sorgen für „griabige“ (gemütlich-kernige) Stimmung. © dpa
Oktoberfest Zelt-Vergleich
Zum 200-jährigen Jubiläum des Oktoberfestes 2010 wurde das Herzkasperl-Festzelt in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat ins Leben gerufen. Hier gibt es eine Mischung aus Bayerischer Lebensart, Musik, Kabarett, Theater und Literatur. © Westermann

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