Oktoberfest-Start

Gelungener Wiesn-Auftakt: 600.000 feiern am ersten Wochenende

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Das lange Warten hatte am Samstag um Punkt 12 ein Ende. 

Auf das 184. Oktoberfest kamen an den ersten beiden Tagen 100.000 Gäste mehr als noch im Vorjahr – das schätzt die Stadt in ihrer ersten Bilanz. Besseres Wetter und weniger Skepsis sind die möglichen Gründe. Die Wirte und Schausteller sind mit dem Auftakt zufrieden.

München - Nach dem tristen Start im Vorjahr mit einer halben Million weniger Besucher am ersten Wochenende scheint das Oktoberfest 2017 wieder mehr Menschen anzulocken. An den ersten beiden Tagen kamen 100 000 Gäste mehr als 2016. Die Stadt spricht von einer „normalen und entspannten Wiesn“.

600.000 Menschen feierten weitgehend friedlich, zwei Masskrugschlägereien waren die Ausnahme. Der Anstieg der Besucherzahlen hatte auch Auswirkung auf den Bierkonsum. Weil in den Regenpausen auch die Biergärten besetzt waren, wurde mehr getrunken. Wirtesprecher Toni Roiderer (Hacker-Zelt) ist mit dem Auftakt zufrieden: „Ein rundum gelungener Einstand.“ Auch der Hunger war größer. Waren es im vergangenen Jahr neun, so landeten heuer an den ersten beiden Tagen ganze elf Ochsen auf den Tellern.

Auch den Schaustellern gefiel das Wochenende. Wie die Wirte profitierten auch sie vom besseren Wetter. Eine lange Schlange bildete sich bei dem neuen Riesenpendel XXL-Racer. Trotz der Kälte ließen sich viele für eine Karussellfahrt begeistern. Der Sprecher der Münchner Schausteller, Edmund Radlinger, meint: „Guter Start, gute Laune, gute Stimmung.“ Endlich zurück: die Oide Wiesn. Sie gefiel vor allem den Familien mit Kindern.

Zum ersten Mal wurde schon um neun aufgemacht

Erstmals öffnete die Wiesn erst um 9 Uhr ihre Pforten. Als der letzte Lieferwagen vom Gelände rollte, gab es kein Halten mehr. Tausende Besucher, die teilweise mehrere Stunden bei Regen und Kälte ausharrten, rannten die Wirtsbudenstraße entlang und verteilten sich in den Zelten. Vor den Eingängen bildeten sich jeweils lange Schlangen. Einige Besucher kritisierten die spätere Öffnung. Die Menschenansammlungen würden ein größeres Sicherheitsrisiko darstellen. Auch bei den Taschenkontrollen ging es zunächst chaotisch zu. Der Andrang war zu Beginn derart enorm, dass viele Gäste mit – eigentlich verbotenen – Rucksäcken und größeren Taschen die Eingänge passieren konnten. Auch Wiesn-Chef Josef Schmid (47, CSU) räumte Anlaufschwierigkeiten ein und erklärte gestern: „Die Probleme wurden erkannt und gelöst.“

Nur zwei Schläge brauchte OB Reiter beim Anzapfen. 

Reiter zapft souverän an

Problemlos lief es hingegen beim Anzapfen. Dieter Reiter (59, SPD) ist für diese wenigen Sekunden im Tunnel. Nervös sei er nicht mehr, angespannt auch nicht – obwohl ihm die halbe Welt genau auf die Finger schaut. Und freilich giert der ein oder andere nach einem Patzer. „Ich habe da schon Routine entwickelt und kann das ganz gut ausblenden“, sagte der OB nach dem Anzapfen. Erneut hatte der Rathaus-Chef nur zwei Schläge gebraucht. Lediglich bei seinem ersten Auftritt hatte er viermal zuschlagen müssen. Heuer wünschte der OB vor allem eine friedliche Wiesn.

Friede schien auch auf der Empore eingekehrt zu sein. Denn heuer kam Ministerpräsident Horst Seehofer (68, CSU) wieder gemeinsam mit dem OB zum traditionellen Hendl-Essen in die Ratsboxe. Das war im Vorjahr anders. Seehofer hatte den OB sitzen lassen, war nach dem Anzapfen zu einem Termin verschwunden.

Alles Aktuelle zum Oktoberfest 2017 lesen Sie täglich in unserem Live-Ticker zur Wiesn. 

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