Oktoberfest 2017

Angst vor Lkw-Anschlag auf der Wiesn: Das plant der Stadtrat

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Menschenmassen auf der Wiesn: Ein Lkw-Anschlag auf dem Oktoberfest ist ein Schreckensszenario, aber längst kein unrealistisches mehr.

Ein Terror-Anschlag mit einem Lkw wie in Berlin oder Nizza auf dem Oktoberfest wäre ein Horror-Szenario. So will es der Münchner Stadtrat verhindern.

Seit den Anschlägen in Nizza und auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ist klar: Terroristen nutzen Lastwagen auch als tonnenschwere Mordwaffe gegen Menschenmassen. Solch ein Lkw-Anschlag auf dem Oktoberfest ist ein Schreckensszenario, aber längst kein unrealistisches mehr. Dessen ist sich nun offenbar auch der Münchner Stadtrat bewusst. 

Wie die Bild-Zeitung (Donnerstagsausgabe) berichtet, will die Stadt beim Oktoberfest 2017 Lieferanten und Wiesn-Besucher trennen. Denn: Die Lieferanten fahren mit Lkw und Transportern auf die Theresienwiese und können auch die Poller passieren, die als Schutzgürtel rings ums Gelände angebracht sind. Der Zeitung liegt eine Vorlage zur Änderung der Oktoberfestverordnung vor, über die der Stadtrat am Mittwoch (26. Juli) entscheiden soll.

Gegen Lkw-Anschlag auf dem Oktoberfest: Das plant der Münchner Stadtrat

So soll nach Informationen der Bild verhindert werden, dass Lastwagen und Transporter als Waffen gegen Wiesn-Gäste eingesetzt werden:

  • Festbesucher dürfen heuer erst ab 9 Uhr aufs Festgelände, vorher lassen die Ordner auch keine Gäste mehr in die Zelte. Im vergangenen Jahr wurden die Besucher schon um 8 Uhr auf die Theresienwiese gelassen.
  • Lieferanten dürfen nur bis 9 Uhr auf die Theresienwiese (2016 noch bis 10 Uhr). KVR-Sprecher Johannes Mayer erklärt gegenüber der Bild: „So entzerren wir Besucher und Lieferanten zeitlich.“
  • Außerdem werden beim Oktoberfest 2017 erstmals alle Insassen in Lieferanten-Fahrzeugen überprüft. Sie bekommen einen Zufahrtskontrollbeleg vom KVR. Bislang wurde nur der Fahrer überprüft. Allerdings könnte theoretisch auch jeder Insasse das Fahrzeug in seine Gewalt bringen.
  • Um einen Passierschein zu bekommen, müssen vorab alle durch eine Sicherheitskontrolle. „Den bekommen nur Personen, die vertrauenswürdig sind“, erklärt KVR-Sprecher Mayer.
  • Allerdings wird die Polizei laut KVR nicht alle Fahrzeuge und Insassen kontrollieren. Wie der KVR-Sprecher betont, sollen Überprüfungen nur „im Regelfall stattfinden“. Eine Vollkontrolle „würde den Lieferverkehr zum Erliegen bringen“.

Oktoberfest-Terror: Offenbar gibt es ein Umdenken, was Lkw-Anschläge angeht

Offensichtlich hat im Hinblick auf mögliche Anschläge mit Lastwagen ein Umdenken stattgefunden. Im vergangenen Jahr hielt die Münchner Polizei die Absperrungen rund um die Wiesn noch für ausreichend. Auf Anfrage unserer Online-Redaktion wies Pressesprecher Werner Kraus kurz nach dem Anschlag von Nizza noch darauf hin, dass ja Betonkübel und andere Hindernisse rund um die Thersienwiese Lastwagen den Weg versperrten. Außerdem würden Polizisten kontrollieren, dass kein Lkw verbotenerweise auf das Festgelände fährt.     

Heuer sollen aber nur wenige Polizisten mehr rund um die Wiesn im Einsatz sein. „Es wird erfahrungsgemäß eine leichte Erhöhung geben“, sagt KVR-Sprecher Mayer der Bild

Alle aktuellen Wiesn-Informationen finden Sie im News-Blog zum Oktoberfest 2017.

fro

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