Teil acht der großen Wiesn-Serie

Der Gipfelstürmer Thomas Vollmer von der Augustiner-Festhalle

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Thomas Vollmer in den Dolomiten. Beim Klettern bekommt der Wiesnwirt den Kopf frei.

Thomas Vollmer klettert leidenschaftlich gern. Während der Wirt des Augustinerzeltes auf die höchsten Gipfel kraxelt, schaut sein Papa Manfred lieber von Weitem zu. Wenn’s ums Essen geht, sind sich die Wiesn-Wirte allerdings wieder einig.

München - Bis zu seinem 18. Lebensjahr war Thomas Vollmer (45) in den Bergen daheim. Aber auch heute – genau 27 Jahre später – zieht es den gebürtigen Reit im Winkler noch oft in seine „Urheimat“ zurück. 

Wann immer sein Terminkalender es zulässt, packt der Wirt des Augustinerzeltes ein paar Karabinerhaken ein, schlüpft in seine Wanderschuhe und düst los. „Beim Klettern krieg’ ich meinen Kopf so richtig schön frei“, sagt er.

Wenn Thomas Vollmer nach der Arbeit noch einen sportlichen Ausgleich braucht, geht er am liebsten den Hausbachfall-Klettersteig im Chiemgau. „Der bietet sich an, weil man da maximal eine Stunde lang rauf braucht – je nachdem, ob die Kinder mit dabei sind“, erzählt er mit einem Zwinkern.

Wenn er zwischendurch mal frei hat, spaziert Vollmer aber auch gerne länger durch den Wald. „Bis zu sechs Stunden darf eine Wanderung schon mal dauern“, meint er. Im November fährt der 45-Jährige außerdem jedes Jahr nach Südtirol. Meistens nach Naturns – „dem Tor zum Vinschgau.“

„Z’hoas oder z’koid“ gibt es bei Thomas Vollmer nicht

Gipfelstürmer Thomas Vollmer genießt seine Freizeit am liebsten in den Bergen.

Nach einem anstrengenden Tag an der Wand bestellt der Wiesn-Wirt am liebsten ein paar Wiener Würstl mit Brot – „den Klassiker halt...“
„Z’hoas oder z’koid“ (zu heiß oder zu kalt) gibt es bei Thomas Vollmer nicht. Zum Wandern ist dem gebürtigen Reit im Winkler jedes Wetter recht. „Man muss sich bloß gscheid anziehen“, erklärt er. Wenn er die Wahl hat, geht Thomas Vollmer im Winter aber trotzdem lieber Skifahren. Vor allem die Winklmoosalm – die Heimat der „Gold-Rosi“ – hat es dem Wiesn-Wirt angetan. „Die Mittermaierin kann bloß so guad Skifahren, weil sie ohne Ski ned vom Fleck kemma war“, vermutet Vollmer.

Manfred Vollmer liebt den traumhaften Blick auf die Berge

Thomas’ Papa Manfred kann mit der Bergsteigerei seines Sohnes „überhaupt nix anfangen“. Während der Junior auf die höchsten Gipfel kraxelt, schaut der Senior lieber von Weitem zu. „Von unserem Gut in Böbing aus haben wir einen traumhaften Blick auf die Berge“, erzählt er. Auf dem malerischen Granerhof – einem orangefarbenen Gut mit dunkelgrünen Fensterläden – stehen 120 Rinder. Außerdem haben die Vollmers ein riesengroßes Rotwildgehege. „Langweilig wird’s mir daheim bestimmt nicht“, erzählt er.

Mit dem Granerhof hat sich Manfred Vollmer einen langjährigen Traum erfüllt – und sein Hobby, die Landwirtschaft, zum Beruf gemacht. Seit 29 Jahren leitet der 74-Jährige außerdem das Augustinerzelt auf der Wiesn – seit 2012 zusammen mit seinem Sohn.

Anders als bei ihren Freizeitbeschäftigungen, sind sich die Vollmer-Wirte beim Essen wieder einig. Schließlich kommt bei beiden bloß das Fleisch aus der eigenen Metzgerei auf den Tisch: Debrecziner, Regensburger, Kochsalami – im Sommer steuert der Junior außerdem noch ein paar Salatgurken aus seinem Garten in Holzkirchen bei. Die nimmt der 45-Jährige auch gerne mit auf Wanderung. „Heuer ist die Ernte so reichlich ausgefallen, dass ich noch ein paar Mal in die Berge fahren kann“, erzählt er.

Für den Fall, dass ihm sein Terminkalender einen Strich durch die Rechnung macht, kraxelt Thomas Vollmer einfach ein paar Mal die hölzerne Stiege in seinem Restaurant in der Neuhauser Straße hinauf. Bei 27 Stufen kommt über den Tag verteilt schließlich auch fast ein kompletter Klettersteig zam...

In der Augustiner-Festhalle gibt es das Bier noch aus Holzfässern.

Das Zelt in Kürze

Bierpreis: 10,70 Euro für die Mass

Die Brauerei: Augustiner

Halbes Hendl: 10,90 Euro

Schmankerl: Gebratene Ochsenrippe mit Natursoße, Semmelknödel und

Krautsalat für 19,50 Euro

Günstig essen: Kindertagesmenü: Spaghetti mit Tomatensoße und Bergkäse, 0,2 Liter Fruchtsaft und eine Wundertüte für 6,50 Euro

Sitzplätze: 6000 im Zelt, 2500 im Biergarten

Raucher: Es gibt einen Raucherbereich im Erdgeschoss und einen auf der Galerie. Beide sind nur vom Zelt aus zugänglich.

Musik: Ab zwölf Uhr spielt die Augustiner Festkapelle unter der Leitung von Reinhard Hagitte. Am Wochenende spielt vormittags eine Jugendkapelle.

Das Besondere: In der Augustiner-Festhalle gibt’s das Obktoberfestbier noch stilecht aus riesigen Holzfässern, den sogenannten Hirschen.

Die Wirtefamilie

Erfolgreiches Doppel! Auf unserem Foto lachen die Wiesn-Wirte Manfred (74, rechts) und Thomas Vollmer (45) schon mal um die Wette.

1988 wurde Vater Manfred Wiesn-Wirt, 2012 holte er seinen Sohn Thomas als Wirt mit ins Boot. Außerdem leiten die beiden das Restaurant „Zum Augustiner“ in der Neuhauser Straße.

Die Vollmers freuen sich schon jetzt auf ihre traditionelle Mass Augustinerbier zum Abschluss eines erfolgreichen Wiesn-Tages. Wenn der Junior-Chef mal eine ruhige Minute hat, setzt er sich am liebsten zur Musik dazu. Vom Podium aus hat man schließlich einen herrlichen Ausblick. Fast so schön wie in den Bergen...

Erfolgreiches Doppel! Auf unserem Foto lachen die Wiesn-Wirte Manfred (74, rechts) und Thomas Vollmer (45) schon mal um die Wette.

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So stemmen wir die Wiesn

Teil 1 der Serie: So bereitet sich die Wirtin des Löwenbräuzelts auf die Wiesn vor

Teil 2 der Serie: So bereitet sich der Wirt vom Weinzelt auf die Wiesn vor

Teil 3 der Serie: So bereitet sich der Wirt vom Traditionszelt auf die Wiesn vor

Teil 4 der Serie: So bereitet sich die Wirtin der Ochsenbraterei auf die Wiesn vor

Teil 5 der Serie: So bereitet sich der Wirt vom Armbrustschützenzelt auf die Wiesn vor

Teil 6 der Serie: Darum sind Hobbys der „Schönheitskönigin“-Wirte hilfreich für Vorbereitung

Teil 7 der Serie: Brüderliche Sportskanonen - Mathias und Ludwig Reinbold vom Schützenfestzelt


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