„Ihr lebt’s gefährlich“

Frauenpower bei den Anstichen auf der Oiden Wiesn

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Pitschnass machte Ministerin Ilse Aigner die Gäste im neuen Volkssängerzelt „Zur Schönheitskönigin“.

Kabarettistin Luise Kinseher zapft im Herzkasperlzelt an, Ministerin Ilse Aigner in der „Schönheitskönigin“. 

München - Ihre Aufregung überspielt Luise Kinseher (48) am Samstag mit ihrer gewohnt rotzigen Art. In wenigen Minuten soll die Kabarettistin im Herzkasperlzelt auf der Oidn Wiesn das erste Fass anzapfen. Es ist ihr erstes Mal. Und sie ist so aufgeregt wie vor ihren Auftritten als „Mama Bavaria“ auf dem Nockherberg, wird sie hinterher gestehen. Um kurz vor 12 jedoch haut sie noch munter Sprüche raus: „Vorm Anstich sind alle gleich – wie vor Gott. Egal ob im 1000-Euro-Dirndl oder im Einweg-Dirndl vom Lidl – da warten wir alle aufs Bier.“

Draußen erklingen zwei Salutschüsse – das Zeichen, dass Kinseher den Schlegel in die Hand nehmen darf. Ein wenig zittrig ist sie, als sie den Wechsel ins Fass treibt. Eins, zwei, drei, vier – fünf Schläge braucht sie, dann fließt das Bier. Keine Glanzleistung, aber Kinseher ist erleichtert. „Hauptsache, er ist drin.“

Fünf Schläge brauchte „Mama Bavaria“ Luise Kinseher beim Anzapfen im Herzkasperl-Festzelt.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (59, SPD) hat zur selben Zeit im Schottenhamel wieder gekonnt mit nur zwei Schlägen angezapft. Aber der hat auch Übung. Auf der Oidn Wiesn jedenfalls haben heuer die Frauen das Sagen. Während Luise Kinseher im Herzkasperlzelt den Schlegel schwingt, ist nur ein Zelt weiter, im neuen Volkssängerzelt „Zur Schönheitskönigin“, Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (52, CSU) am Zug.

Als Aigner kurz vor 13 Uhr das Zelt betritt, fragen sich die Gäste zunächst, ob sie schon doppelt sehen. Aber nein, die Ministerin hat sich nur Unterstützung mitgebracht, in Form ihres Nockherberg-Doubles Angela Ascher (39). Die Schauspielerin und die Ministerin kommen im gleichen braunen Dirndl und mit der gleichen Frisur.

Das Fass anzapfen muss Aigner dann allein. Sie warnt die Zuschauer in den vorderen Reihen: „Ihr lebt’s gefährlich.“ Was sie damit meint, bekommen einige Fotografen wenig später zu spüren: Schon beim zweiten Schlag fängt das Fass an zu sprudeln, es spritzt nach allen Seiten. Eine Gratis-Bierdusche für alle!

Am Ende sind die Zuschauer pitschnass. Und die Ministerin schaut drein wie ein kleines Schulmädchen, das beim Bonbonklauen erwischt wurde. Aber niemand kann sagen, er sei nicht gewarnt worden! 

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