Die Hobbys der Wiesn-Wirte

So halten sich die Käfers fit für die Wiesn

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Hereinspaziert: Michael und Clarissa Käfer sind leidenschaftliche Gastgeber.

Die Wiesn-Besucher kennen sie in Tracht als stolze Wirte. Wir stellen die Herrscher des Wiesn-Bieres und ihre privaten Hobbys vor. Außerdem verlosen wir mit jeder Folge Bier- und Hendl-Marken. Heute: die Käfers.

Michael (59) und Clarissa Käfer (48) von Käfers Wiesn-Schänke. Das Ehepaar nimmt gemeinsam an Marathons auf der ganzen Welt teil und steckt viel Freizeit in die eigene Stiftung, um Senioren zu helfen.

Seine Frau rennt ihm stets davon – doch Michael Käfer (59) nimmt’s locker. Ist ja nur ein Marathonlauf. „Clarissa ist immer ein bisschen schneller als ich“, gesteht der Feinkostkönig und Wiesnwirt. Auch heuer war es wieder so, als das Ehepaar im August bei einem Halbmarathon in Island an den Start ging: 2 Stunden, 32 Minuten und 49 Sekunden benötigte Michael Käfer für die 21,0975 Kilometer lange Strecke, seine Frau Clarissa (48) schaffte es in unter zwei Stunden: Nach einer Stunde, 57 Minuten und 23 Sekunden kam sie gut gelaunt am Ziel an – und setzt für den Fotografen noch ein Lächeln auf. Ihr Mann schaut auf dem Foto vom Zieleinlauf doch ein wenig angestrengter drein.

Für ihr gemeinsames Hobby reisen die Eheleute rund um den Globus: Dieses Jahr genossen sie beim Laufen die wunderschöne Landschaft Islands beim Halbmarathon in der Hauptstadt Reykjavík, vergangenes Jahr flogen sie im März in die Staaten und machten New York unsicher.

Das Laufen hält die beiden fit und liefert ihnen die nötige Kondition für den alljährlichen Wiesn-Marathon. In der Käfer-Schänke treffen sich Münchens Schöne und Reiche. Legendär etwa der „Almauftrieb“ am ersten Sonntag, bei dem die wohl höchste Promidichte auf dem Oktoberfest herrscht.

Seit 46 Jahren steht die urige Holzhütte der Käfers schon auf der Theresienwiese. Die Wiesn-Schänke ist längst eine Institution. Visionär Gerd Käfer, der 2015 82-jährig starb, ließ 1971 in einer Vorlaufzeit von nur zwei Monaten eine Almhütte mit 40 Sitzplätzen bauen. In den ersten beiden Jahren stand die Schänke neben dem Schottenhamel-Zelt. 1973 zogen die Käfers dann an den Platz unterhalb der Bavaria. Längst hat Sohn Michael Käfer das Ruder übernommen. Schon mit 16 Jahren war er in der Wiesn-Schänke aktiv. Er und seine Frau Clarissa kümmern sich leidenschaftlich um ihre Gäste. Für die kommende Generation stehen die Zwillings-Söhne Nikolas und Raphael (6) bereit.

Wichtiger als der Wiesn-Trubel ist der Familie jedoch etwas anderes: ihre Stiftung, die „Clarissa und Michael Käfer Stiftung“, die sie 2007 anlässlich ihrer Hochzeit ins Leben gerufen haben. Ihr eigentliches Hobby, in das vor allem Clarissa Käfer viele Stunden investiert. „Wir haben damals gesagt, wir wollen keine Geschenke, und haben uns selbst mit der Stiftung beschenkt“, erzählt sie.

Die Käfers haben es sich zur Aufgabe gemacht, Senioren zu helfen. „Obwohl wir in einer so reichen Stadt leben, gibt es trotzdem Altersarmut“, sagt Michael Käfer. „Alles, was wir haben, verdanken wir dieser Stadt. Wir wollten ein bisschen was zurückgeben.“ Besonders am Herzen liegen dem Gastronomen Menschen mit Demenz – auch, weil er selbst weiß, wie es ist, wenn ein geliebter Mensch sich verändert: Seine Mutter Hilde leidet an der tückischen Krankheit.

Clarissa will den Menschen Gutes für „Leib und Seele“ tun, wie sie sagt. Mal gibt die Stiftung warme Mahlzeiten bei der Tafel aus, mal besorgt die 48-Jährige Karten für Theateraufführungen. Tief berührt hat sie eine Begegnung mit den Klinik-Clowns. Die muntern nämlich nicht nur Kinder auf, sondern auch Senioren. „Die gehen so liebevoll auf die älteren Menschen zu“, erinnert sie sich. „Das hat den Leuten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.“ Hilfe für ihre Projekte bekommt Clarissa Käfer aus dem Bekanntenkreis. „Ich habe viele treue Freunde, die mich unterstützen“, sagt sie. Mal bei einer Tombola, mal beim Weihnachts-Päckchen packen für obdachlose Männer.

Die Zwillinge Nikolas und Raphael haben dem Esszimmer der Familie denn auch einen neuen Namen verpasst. Es heißt nur noch „das Zimmer, wo die Stiftungsdamen immer sind.“

Die Wirtefamilie

Seit 46 Jahren steht das urige Bauernhaus schon auf der Wiesn. Käfers WiesnSchänke ist längst eine Institution. Visionär Gerd Käfer (†82) ließ 1971 in einer winzigen Vorlaufzeit von nur zwei Monaten eine Almhütte mit 40 Sitzplätzen bauen. In den ersten beiden Jahren stand die Schänke neben dem SchottenhamelZelt. 1973 zogen die Käfers dann an den Platz unterhalb der Bavaria. Längst hat Sohn Michael Käfer (59) das Ruder übernommen. Schon mit 16 Jahren war er in der Wiesn-Schänke aktiv. Er und seine Frau Clarissa (48) kümmern sich leidenschaftlich um ihre Gäste. Für die kommende Generation stehen die Zwillingssöhne Nikolas und Raphael (6) bereit.

Das Zelt in Kürze

Bierpreis: Mass 10,90 Euro 

Brauerei: Paulaner 

Halbes Hendl: mit Kartoffel-GurkenSalat 16,90 Euro 

Schmankerl: Käfer-Traditionsbrett’l: geselchter Schinken von der Metzgerei Max, luftgetrocknete Salamipralinen, Gänserilette, Wiesn-Leberwurst, rauchfrische Regensburger, Obazda, Schnittlauchbrot, weinender Radi und pikante Radieserl mit grobem Salz, gekochte Landeier, gereifter Tegernseer Bergkäse, fruchtige Strauchtomaten, sauer eingelegte Gäubodengurkerl, handaufgeschlagene Herzerlbutter und ofenfrisches Brot für 20,80 Euro 

Günstig essen: Mittagsmenü: Pfannkuchensuppe, eine Portion der berühmten Käfer-Ente mit Kartoffelknödel, Blaukraut und Apfelkompott, dazu Kaffee im klassischen Käfer-Haferl für 23,50 Euro 

Sitzplätze: 1383 Innenplätze, 200 Plätze im überdachten Freisitz und 1900 Gartenplätze 

Raucher: Es gibt Raucherbereiche im Freien (unten im Garten und oben auf drei Außenbalkonen) 

Musik: Erdgeschoss: mittags Martl Sax Band, abends Dreirad sowie Speedos (sie gehen durch die Käfer Wiesn-Schänke), Obergeschoss: Mittags Hansi’s Käferband, abends Gerry & Gary. 

Neu: Küchenchef Andreas Schinharl hat bei der Konzeption der neuen Speisekarte besonders darauf geachtet, leichteren Gerichten sowie vegetarischen und veganen Speisen mehr Raum zu geben

Lesen Sie hier auch die anderen Teile unserer Wiesn-Wirte-Serie:

Teil 1: So bereitet sich die Wirtin vom Löwenbräuzelt auf die Wiesn vor

Teil 2: So bereitet sich der Wirt vom Weinzelt auf die Wiesn vor

Teil 3: So bereitet sich der Wirt vom Festzelt Tradition auf die Wiesn vor

Teil 4: So bereitet sich die Wirtin der Ochsenbraterei auf die Wiesn vor

Teil 5: So bereitet sich der Wirt vom Armbrustschützenzelt auf die Wiesn vor

Teil 6: Darum sind Hobbys der „Schönheitskönigin“-Wirte hilfreich für Vorbereitung

Teil 7: Brüderliche Sportskanonen - Mathias und Ludwig Reinbold vom Schützenfestzelt

Teil 8: Der Gipfelstürmer Thomas Vollmer von der Augustiner-Festhalle

Teil 9: So bereiten sich die Wirte vom Hofbräuzelt auf die Wiesn vor

Teil 10: Gemütlich unterwegs: Dieses Hobby hat Fischer-Vroni-Wirt Stadtmüller

Teil 11: So holt Winzerer-Fähndl-Wirt Pongratz Schwung für die Wiesn

Teil 12: Im Schottenhamel ist die Tradition Trumpf

Teil 13: Bräurosl-Chef Heide: Seine Welt sind die Berge

Teil 14: Mit zwei besonderen Hobbys bereitet sich Hacker-Pschorr-Wirt auf die Wiesn vor

Alles Aktuelle zum Oktoberfest 2017 lesen Sie schon jetzt in unserem Live-Ticker zur Wiesn. Die Besten Oktoberfest-Geschichten finden Sie außerdem auch auf unserer Facebookseite „Oktoberfest“.  

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