Buchen wie im Kino

Neuheit bei Reservierungen: Last Minute auf die Wiesn

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Fischer-Vroni-Wirt Johann Stadtmüller bietet nun auch Kurzzeit-Reservierungen für die Wochenenden und den Feiertag an. Maximal einen Tag früher können Gäste die Plätze buchen.

Diese Neuerung auf der diesjährigen Wiesn ist der Knaller für alle die gerne spontan ins Zelt gehen wollen, ohne sich schon ein Jahr davor um eine Reservierung zu kümmern. 

Als Münchner noch spontan einzelne Plätze auf der Wiesn fürs Wochenende buchen – diese Idee gefiel Fischer-Vroni-Wirt Johann Stadtmüller (54). Denn: „Wir wollen ein Münchner Zelt sein.“

Also dachte sich der Oktoberfest-Wirt: „Pack mas an“. Zusammen mit seinem Neffen Fritz Kustatscher (40) ließ er ein ein Online-System für Spontanbesucher programmieren. Das wird in den nächsten Tagen auf der Homepage der Fischer-Vroni freigeschaltet. Bei der Kurzzeit-Reservierung dürfen sich Gäste maximal einen Tag früher Plätze sichern. So hat es der Stadtrat beschlossen, der Stadtmüllers Idee gut fand und für alle Wirte genehmigt hat. Last Minute auf die Wiesn – das funktioniert jetzt wie im Kino.

Die Regelung gilt für Samstage, Sonntag und den Feiertag am 3. Oktober. Die Wirte dürfen hierbei zehn Prozent der eigentlich reservierungsfreien Plätze für Spontanbesucher zur Buchung anbieten. Bei Stadtmüller sind das um die 100 Plätze, die mehrmals am Tag besetzt werden können.

Münchner sollen spontan am Wochenende ins Zelt kommen, findet Johann Stadtmüller.

Er bietet die Kurzzeit-Reservierung für zwei bis sechs Personen und maximal zweieinhalb Stunden Dauer an. „Die Idee ist, dass wir mehr Menschen die Möglichkeit geben wollen, auch am Wochenende ins Zelt zu kommen.“ Tische würden so nicht den ganzen Tag über von den gleichen Gruppen besetzt, sagt der Wirt. Eine Mindestabnahme an Getränken oder Essen darf es für die Spontan-Plätze laut Regelung der Stadt nicht geben. Weil die Sitznachbarn dann bunt durcheinander gewürfelt werden, setzt Stadtmüller erst einmal nur acht Leute statt der möglichen zehn an die Spontan-Tische. „Man ist sich ja doch fremd.“ Wer einen Kurzzeit-Platz gebucht hat, druckt sich eine Bestätigung aus – und darf ins Zelt.

„Mit der Regelung soll für Gäste aus München und dem Umland die Möglichkeit geboten werden, spontan an einem Wochenende noch einen Platz im Bierzelt zu bekommen“, so Gabriele Papke vom Wirtschaftsreferat. Und das mit Hilfe von digitaler Technik.

Wie gut diese funktioniere, müsse auch er ausprobieren, sagt Stadtmüller. Einige seiner Kollegen wollen erst einmal abwarten, ob sich das Konzept bewährt. Etwa Wirtesprecher Toni Roiderer (Hackerzelt), Georg Heide (Bräurosl) oder Peter Inselkammer (Armbrustschützenzelt).

Einer, der schon heuer Spontan-Reservierungen anbieten möchte, ist Hofbräuzeltwirt Ricky Steinberg. „Ob eine Reservierung für einzelne Plätze möglich ist, weiß ich aber nicht.“ Aber für um die 20 Tische könne er sich vorstellen, die neue Regelung auszuprobieren. Löwenbräuzelt-Wirt Wiggerl Hagn will die Regel in kleinem Umfang testen: „Wenn einer einen Tag vorher anruft, er braucht noch Plätze, werden wir es probieren.“

Ramona Weise

Oktoberfest 2017: Der große Test - Hier gibt es noch freie Plätze

Zum Wiesn-Countdown die große Frage: Gibt es für Kurzentschlossene überhaupt noch freie Tische in den Festzelten? Die Platzreservierungen sind schließlich schon seit mehr als fünf Monaten freigeschaltet, der Ansturm seit Langem im Gange. Also: Geht noch was – und wenn ja, wo?

Wir haben uns für Sie auf die Jagd nach freien Plätzen gemacht und bei allen 14 Hauptzelten und zwei Zelten der Oidn Wiesn einen Tisch für zehn Personen angefragt (Stand 24. August, 12 Uhr). Und tatsächlich: Es gibt noch einige freie Plätze!

Einen Last-Minute-Wiesntisch gibt es tatsächlich noch in einigen Festzelten

Weil der Tag der Deutschen Einheit dieses Jahr auf einen Dienstag fällt, dauert die Wiesn 2017 stolze 18 Tage. Plätze an diesem „Extratag“ gibt‘s bislang noch abends im Hofbräuzelt, in der Käfer Wiesn Schänke zwischen 15.30 bis 18.45 Uhr sowie in Kufflers Weinzelt und in den Zelten der Oidn Wiesn – den ganzen Tag sind hier noch Tische verfügbar. Kufflers Weinzelt ist mit insgesamt 42 Zeitfenstern, in denen es noch freie Plätze gibt, der große Last-Minute Geheimtipp 2017.

An den Abenden freitags und samstags schaut es natürlich generell schlecht aus – aber sonst sieht es an allen Tagen in manchen großen Festzelten und auch auf der Oidn Wiesn gut aus: Es werden grundsätzlich noch Reservierungen für Mittagstische aufgenommen. So gibt es unter der Woche noch in der Ochsenbraterei (zwischen 12 und 16 Uhr), im Hofbräufestzelt, im Paulaner Festzelt Winzerer Fähndl, in Kufflers Weinzelt und in Käfers Wiesn Schänke ordentlich Tische.

J. Langhof

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