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Schweizer gegen Italiener: Wer ist die stärkste Wiesn-Macht?

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Der Schweizer Ruben auf dem Toboggan.

München - Das zweite Wiesn-Wochenende war eigentlich immer in Hand der Italiener. Doch die Schweizer machen ihnen den Platz streitig, wenn man einer Auswertung des Hotelportals HRS glauben mag. Wir haben die Nationen zum Wettkampf antreten lassen

„Anfänger“ kommt bei Ruben beim Hau den Lukas raus

Mamma mia, kann das wahr sein? Es sieht fast so aus, als ob die Italiener ihre Vormachtstellung verlieren sollten. Eigentlich haben die Gäste aus dem Süden traditionell das mittlere Wiesn-Wochenende fest in ihrer Hand – deswegen heißt’s ja auch „Italiener-Wochenende“. Aber heuer ist alles anders. Diesmal sind es nicht die Italiener, die die meisten Hotelzimmer für den 23. und den 24. September gebucht haben, sondern: die Schweizer!

In konkreten Zahlen: Nur sechs Prozent der Buchungen stammen von Italienern, dafür satte 23 Prozent von Schweizern. Das hat das Internet-Hotelportal HRS ermittelt. Anlass für uns, die beiden Nationen mal gegenüberzustellen – bei einem nicht ganz ernst gemeinten Kräftemessen. 

Wir sind zusammen mit dem Italiener Pasquale und dem Schweizer Ruben über die Wiesn geschlendert und haben die beiden Herren gegeneinander antreten lassen. Andiamo und hopp!

Hau den Lukas

Unsere beiden starken Männer: Ruben (39) aus Basel und Pasquale (30) aus Neapel. Ruben legt vor: Er nimmt den Hammer in die Hand und schlägt auf den gefederten Kopf – höher als bis zur Markierung „Anfänger“ (400 Kilogramm) will der Metallkörper aber nicht schnellen. 

Bei Pasquale reicht es nur für „Gschaftlhuaba“

Jetzt tritt Italo-Kämpfer Pasquale in den Ring. Er sollte Kraft haben – Pasquale arbeitet im Baugewerbe. „Ich geh aber nicht ins Fitnessstudio“, sagt er und lacht. Er schwingt den Hammer - und haut das erste Mal daneben. Fieses Gelächter der Schaulustigen. Doch Pasquale lässt sich nicht beirren. Bei den nächsten Schlägen steigert er sich. Über „Gschaftlhuaba“ (200 Kilogramm) kommt der Italiener leider nicht hinaus. Konkurrent Ruben kann die erste Disziplin knapp für sich behaupten!

Schieß die Rose

Pasquale gewinnt beim Schießen.

Jetzt steht Schießen auf dem Wiesn-Wettkampf- Plan. Wir wollen als Erstes wissen, wie treffsicher der Schweizer Ruben ist. „Ich hasse Schießen, das habe ich seit Jahren nicht gemacht“, sagt er und lacht. Augen auf und durch! Am Schießstand nimmt Ruben selbstbewusst das Gewehr in die Hand, stützt sich auf der Bude ab und zielt. 12 Schuss hat er – satte sieben Mal trifft er.

 Für einen Anfänger gar nicht so übel. Doch Pasquale ist noch besser: Zuerst gibt’s Verständigungsprobleme mit dem Standl-Besitzer. Doch dann legt unser Gladiator aus Napoli das Gewehr an, zielt – und trifft elf Sterne von zwölf. Von den Kumpels gibt’s ein anerkennendes Schulterklopfen.

Fahr den Toboggan

Der Schweizer Ruben auf dem Toboggan.

Weiter geht’s zum Toboggan – dem Fahrgeschäft, das Besucher auf einem Förderband auf den Turm transportiert. Von Beruf ist unser Basler Ruben  Schreiner. Doch das hilft ihm jetzt wenig. Er ist ein bisschen wackelig auf den Beinen, kommt aber heil oben an. 

Das kann Pasquale nicht von sich behaupten. Am Anfang fühlt er sich zwar trotz Hopfen-Grundlage noch fit. Doch er kennt das Traditionsfahrgeschäft nicht, sonst würde er sich nicht so wagemutig drauf trauen. Ein Schritt aufs Förderband, dann begeht unser Lieblings-Italiener einen Fehler: Er klammert sich am Geländer fest. Sturz!

Pasquale landet auf dem Allerwertesten.

Doch Pasquale wäre kein stolzer Neapolitaner, wenn er es nicht nochmal versuchen würde. Und diesmal klappt’s. Nur der Allerwerteste schmerzt Pasquale ein wenig. Der Sieg in dieser Disziplin geht an Ruben.

Beantworte Wiesn-Fragen

Vielleicht kann Pasquale in Sachen Wissen punkten: Das siebte Mal ist er heuer auf dem Oktoberfest. Was der Anlass für die Wiesn war, weiß er aber leider nicht. Er tippt: „Biertrinken?“ Das auch, aber trotzdem leider nicht richtig. Doch Ruben weiß es auch nicht besser. Er tippt auf die Geselligkeit. Also unentschieden - keiner bekommt einen Punkt! 

Fazit

Beim Hau den Lukas liegen beide nah aneinander.

Unser Fazit: Hauchdünner Sieg für die Schweiz! Napoli-Gladiator Pasquale zog zwar beim Schießen davon, dafür war Basel-Gardist Ruben aber beim Toboggan und Hau den Lukas besser. „Anfänger“ gewinnt vor „Gschaftlhuaba“! Bleibt nur ein „Uf Wiederluege“ und „Arrivederci“ bis zum nächsten Wiesn-Jahr. 

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